Big Data – Zukunftstrend im Mittelstand

Es war eines der drei Trendthemen der diesjährigen CeBIT und auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung veranstaltet speziell zu diesem Thema eine eigene Konferenz: Big Data. Hierunter sind die täglich anfallenden riesigen Mengen an internen und externen Kunden-, Technik- und Kommunikationsdaten zu verstehen, die aus verschiedenen Quellen und Endgeräten stammen, digital erfasst werden und für Analysen zur Verfügung stehen. Dabei gilt: Je größer die Datenmenge, desto mehr Material für das Herausfiltern relevanter Daten und somit ergibt sich eine statistisch verlässlichere Auswertung.

Untersuchungen des Fraunhofer Instituts ergaben drei wichtige Einsatzbereiche für Big Data in deutschen Unternehmen:

  1. Effiziente und vorrausschauende Unternehmensführung (z. B. Monitoring von Produkten, Transportmitteln und Anlagen)
  2. Massenindividualisierung auf Basis von Kundeninformationen (z. B. individuellere Services für Kunden)
  3. Intelligente Produkte (z. B. Auswertung von produktbezogenen Daten und somit die Prognose von Lastspitzen)

Im Einzelhandel kann mithilfe der Datenauswertung zum Beispiel besser bestimmt werden, wann welches Produkt verkauft wird und nachbestellt werden muss. So gewann die bayerische Andechser Molkerei Scheitz durch die Datenanalyse die Erkenntnis, dass die Kunden an warmen Tagen Joghurt-Drinks bevorzugen. Dieses wetterabhängige Muster im Kundenverhalten konnte für die Produktion genutzt werden und somit vorrausschauender geplant werden.

IT Mittelstand illustriert exemplarisch den Fall eines kleinen bzw. mittelständischen Unternehmens, das Projekte in Verbindung mit erneuerbaren Energien entwickelt. Solche Betriebe müssen zur Bewertung von Projektchancen zum Beispiel große Datenmengen aus dem Klimabereich und von den Rohstoffmärkten auswerten. Daher können sie aufgrund der großen Datenmengen sehr von Big-Data Ansätzen und den verwendeten Tools profitieren.

Befragte Unternehmen sehen den Big Data-Nutzen vor allem in folgenden Bereichen:

  1. Prognosen zur Wirksamkeit von Werbemaßnahmen
  2. Beobachtung der Wahrnehmung einer Marke
  3. Genauere Preisfestsetzung

Doch Vorsicht: Big Data-Projekte sind komplex und erfordern neue Kompetenzen, damit die Auswertung der Daten einen quantifizierbaren Nutzen bringt. Aber gerade für kleine und mittlere Unternehmen ergibt sich hier eine große Chance. Diese können durch die richtige Aufbereitung der Daten schneller und besser Entscheidungen treffen und so beispielsweise auf die Bedürfnisse Ihrer Kunden individueller eingehen als Großunternehmen.

Ob die Chancen von Big Data Ansätzen auch im Mittelstand zukünftig verstärkt genutzt werden, wird erst die Zukunft zeigen. Laut einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme geben viele deutsche Firmen Datenschutz- und Sicherheitsbedenken (49%) sowie fehlende Budgets (45%) noch als mögliche Hemmnisse an.

Weitere interessante Aspekte und viele Praxisbeispiele zu dem Thema Big Data finden Sie auch im BITKOM Leitfaden „Big Data im Praxiseinsatz – Szenarien, Beispiele, Effekte“.