5 schockierende Aussagen, die Innovation im Unternehmen töten

Innovation ist eines der wichtigsten strategischen Themen für jedes Unternehmen. Aber während alle darüber sprechen, schaffen es nur sehr wenige Unternehmen tatsächlich den Transformationsprozess zu agilen Arbeitsweisen.Wir arbeiten seit über einem Jahrzehnt mit Unternehmen zusammen und begegnen dabei immer wieder fünf Verhaltensweisen, die Innovationsbemühungen im Keim ersticken:

„Wir müssen den Prozess einhalten!”

Strategische Planungssitzungen, umfassende Marktforschung, langfristige Produkt-Roadmaps, vierteljährliche Prognosen und der allwissende detaillierte Geschäftsplan sind gelernte Prozesse in der Unternehmenswelt. Aktivitäten wie diese und die zugrundeliegenden Kennzahlen können Innovation stark beeinträchtigen. Intrapreneure scheitern schnell an Prozessgrenzen noch bevor sie etwas erreicht haben.

Intrapreneure müssen von den "normalen" Anforderungen des Tagesgeschäfts befreit werden. Denn Ideen sind selten vollständig definiert und Innovation basiert im ersten Schritt auf Annahmen, wie ein Produkt oder ein Markt in Zukunft aussehen wird. Wenn man ihnen erlaubt, eigene Prozesse zu kreieren, ihre eigenen Methoden zu planen und ihre eigene Umgebung zu entwerfen, können sie erfolgreich Ideen umsetzen.  Kein Dreijahresplan, wie er üblicherweise in Unternehmen gerechnet wird, kann realistisch den Plan für wirklich innovative Ideen darstellen.

„Wir müssen Fehler um jeden Preis vermeiden“

Erfolgreiche Innovationsentwicklung basiert auf Experimenten. Während jedes Experiment mit Unsicherheit und dem inhärenten Risiko des Versagens konfrontiert ist, sind große Organisationen Fehlern gegenüber intolerant. Was auch logisch ist, denn bestehende Prozesse - und selbst deren Verbesserung – sind planbar, Fehler bekannt und vermeidbar.

Wenn ich aber etwas Neues schaffen will, weiß ich noch nicht was auf mich zu kommt. Risiken können vielleicht erkannt, aber nicht jeder Fehler vermieden werden. Statt Chancen zu nutzen, verstecken sich viele Unternehmen hinter langjährigen Marktstudien oder Meinungen anderer Instanzen (besonders gerne hinter teuren Beratern).Methoden wie Lean Start erzählen uns, dass erfolgreiche Geschäftsmodelle und Produkte zu nachhaltigen Einnahmen führen können, wenn sie in kleinen Schritten mit experimentellen Ansätzen und Iterationen erzeugt werden. Von jedem Experiment erhalten wir Wissen und Einblicke über die wertvollsten Produkteigenschaften und die Killer-Argumente für Kunden, unser Produkt zu kaufen. Um Wissen zu gewinnen, muss man neue Dinge ausprobieren. Der einzige wirkliche Fehler ist, es nicht zu versuchen.Eine Unternehmensführung, die Fehler mit Bestrafungen verknüpft, unterbindet Experimente. Doch ohne Experimente verlieren Intrapreneure wichtige Einblicke aus erster Hand auf dem Markt.

„Der ist doch eh verrückt“

„Der ist doch eh verrückt“

Entscheider sind oft karriereorientiert. Daher wollen sie ungern als derjenige mit den verrückten Ideen wahrgenommen werden. Intrapreneure sollen furchtlos und belastbar sein - Führungskräfte hingegen sind häufig eher risikoavers. Die Unterstützung der Führungskräfte ist aber nötig für den Erfolg des Intrapreneurs.

Echte Innovation geschieht, wenn Führungskräfte ihre Macht nutzen, um den Intrapreneur öffentlich zu schützen und zu unterstützen. Feste Innovationsprogramme, also ein geschützter Raum, hilft den Innovator frei agieren zu lassen.

„Wir sollten mal ein echtes Start-up machen“

Unternehmen denken häufig, dass man es bloß machen muss, wie ein “echtes” Startup, um Erfolg zu haben. Leider ist das unmöglich. Zum einen sind “echte” Startups getrieben von den Gründern, die oft jahrelang kein Gehalt bekommen, sondern für ihre Idee arbeiten. Zum anderen verfügen Unternehmen über Assets, die klassische Startups nicht zur Verfügung haben. Sie verfügen über umfangreiches Know-how in Technologie, Markenbildung und haben häufig schon Marktzugang.

Wenn Führungskräfte die Intrapreneure wirklich unterstützen, sollten sie über Abteilungsgrenzen hinaus eben diese Assets verfügbar machen. Die Intrapreneure müssen im Gegenzug Erfolgsgeschichten bieten und ihre Fortschritte auf die strategischen Ziele des Unternehmens ausrichten. Intrapreneure bekommen nur dann Zugang zur Schlüsselressourcen ihrer Organisation, wenn Sie auch Werte schaffen.

„Wir wissen, was unsere Kunden wollen“

Heutzutage predigt jedes Regelbuch der Innovation kundenorientiert zu handeln. Doch Unternehmen denken immer noch, sie würden ihre Kunden gut genug kennen und müssten keine Nachfragen stellen. Vor allem Verkaufsorganisationen müssen sich für Innovation öffnen, doch ihr Fokus liegt darauf kurzfristige Ergebnisse zu erzielen. Mit vielerlei Initiativen verschrecken sie die Kunden.

Echte Intrapreneure sprechen so früh wie möglich mit ihren Kunden. Feedback zum Produkt(-Konzept), Business-Modell-Validierung und manchmal die ersten Umsätze helfen Geschäftsmodelle erfolgsorientiert zu formen. Ein gutes Management legt Wert darauf Ideen am Markt zu testen – vielen Unternehmen fällt diese neue Transparenz noch immer schwer.