Digitalstrategie: Acht-Punkte-Plan für Ihren Erfolg

Viele Unternehmen glauben digital gut aufgestellt und für die Zukunft gewappnet zu sein. Doch tatsächlich befinden sie sich erst am Anfang eines langen Weges hin zu einer gesamtheitlichen Digitalstrategie. Denn digitale Präsenzen sind oft noch Insellösungen: hier ein Online-Gewinnspiel, da eine App und dort eine Marken- oder Produktwebsite – alles ohne strategische Verknüpfung. Hinzu kommen unflexible Strukturen und Abläufe innerhalb und zwischen den einzelnen Abteilungen und Geschäftsbereichen, die koordinierte Prozesse und Aktionen verhindern.

Aber was macht eine Digitalstrategie wirklich aus? Sie muss alle Aspekte des digitalen Auftritts Ihres Unternehmens oder Ihrer Marke definieren und diese im Gesamtmarketingkonzept verankern. Orientieren Sie sich an den folgenden Grundsätzen, kommen Sie einer ausgereiften Strategie ein großes Stück näher.

1. Alle Mann an Bord

Die digitale Strategie sollte immer von ‚oben’ getragen und gesteuert werden – sie ist absolute Chefsache. Denn es ist die Führungsriege eines Unternehmens, die die notwendigen Prozesse gestaltet und essenzielle Ressourcen sowie die erforderliche Manpower bereitstellen muss, um den Erfolg zu ermöglichen. Zudem ist es Ihre Aufgabe sicherzustellen, dass alle beteiligten Geschäftsbereiche und Mitarbeiter von Beginn an in die Konzeption einbezogen sind, um das Silodenken der Abteilungen abzubauen. Sonst drohen ‚Worst Case’-Szenarien: Wenn Außendienstler und Service-Mitarbeiter etwa die aktuelle Online-Kampagne oder die florierende Facebook-Seite des Unternehmens gar nicht kennen, gehen wertvolle Kommunikationspotenziale verloren.

2. Kennzahlen entwickeln – Ziele definieren

Wie in allen Bereichen des Geschäftsalltags ist es wichtig, die Messbarkeit und damit die Effizienz aller Tätigkeiten sicherzustellen. Dazu sollten Markenverantwortliche vom Start weg realistische Kennzahlen und KPIs definieren. Damit können Sie den Erfolg qualitativ sowie quantitativ nachweisen – und einzelne Maßnahmen optimieren. Auch hier gilt: Alle beteiligten Disziplinen und Abteilungen sind einzubeziehen – vom Sales-Team bis zum Community-Manager.

3. Markenbotschaften klar kommunizieren

Die Marken- und Kommunikationsstrategie Ihres Unternehmens sollte sich in sämtlichen Bereichen der Organisation wiederfinden. Also nicht nur im digitalen Auftritt, sondern auch im direkten Umgang mit den Kunden. Daher ist es wichtig, dass alle Mitarbeiter Strategie und Markenpositionierung kennen und mit einer Stimme sprechen. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Markenkern stringent und kontinuierlich nach innen kommuniziert wird. So werden die daraus abgeleiteten digitalen Markenbotschaften nicht verwässert und die Maßnahmen haben Aussicht auf Erfolg.

4. Den Kunden kennen

Um die Bedürfnisse der Kunden passgenau zu bedienen, sollten digitale Strategen fortlaufend deren Gewohnheiten, Vorlieben sowie Mediennutzungsverhalten analysieren und anhand der gewonnenen Insights konkrete Aktionen planen. Dann können Unternehmen dem User das bieten, was er wünscht.

5. Maßnahmen verzahnen

Ein potenzieller Kunde sucht auf Google nach Informationen zu einer Sales-Aktion, auf die ihn einer seiner Mitarbeiter aufmerksam gemacht hat, und findet ... NICHTS. Super-Gau! Marketer müssen genau darauf achten, dass alle kommunikativen Maßnahmen innerhalb der Digitalstrategie nahtlos verzahnt sind. Der Nutzer sollte immer ein ganzheitliches, digitales Markenerlebnis präsentiert bekommen – ohne Medienbrüche. Dafür ist es notwendig, jeden einzelnen Touchpoint zwischen Marke und Konsumenten zu kennen und sämtliche Kampagnen und Kanäle im Blick zu haben – vom Newsletter bis zum Twitter-Account. Zudem müssen alle Mitarbeiter ‚in the Loop’ sein und Kunden über die verschiedenen Kanäle informieren.

6. Pilotprojekte: Launch & Learn

Oftmals ist das Thema ‚Verzahnung’ gerade für größere Unternehmen eine kleine bis mittlere Herausforderung. Als Gründe für das langsame Voranschreiten einer vollen digitalen Integration werden häufig Befindlichkeiten und Kompetenzbereiche genannt – klassisches Silodenken eben. Daher ist es wichtig, den Mut zum ersten Schritt aufzubringen und einfach mit kleineren Integrationsprojekten anzufangen. Das bietet auch den Vorteil, dass Unternehmen langsam lernen und erkennen können, wie sich die nächste Maßnahme besser und effizienter umsetzen lässt. Es muss nicht immer der ‚Big Bang’ sein – ein Kind lernt auch erst Krabbeln, bevor es auf die Laufstrecke geht.

7. Strukturen und Prozesse schaffen

Einprägsame, digitale Erlebnisse können nur dann kreiert werden, wenn ausreichende Ressourcen zur Verfügung stehen. Schaffen Sie Prozesse und Kommunikationsplattformen, die einen offenen und effizienten Austausch zwischen allen Abteilungen fördern. Dazu müssen die notwendigen finanziellen und personellen Mittel zur Verfügung stehen. Ist das geschafft, können Sie die weit verbreitete Abschottung einzelner Bereiche überwinden und eine höhere Produktivität und Motivation der Mitarbeiter erreichen – Voraussetzung für jede digitale Strategie.

8. Externes Know-how nutzen

Eine Digitalstrategie zu entwickeln und umzusetzen, ist aufgrund interner Prozesse und einer Vielzahl von Stakeholdern höchst anspruchsvoll. Deshalb sollten Marketer frühzeitig überlegen, eine Digitalagentur mit ins Boot zu holen. Ein unverstellter Blick auf die Marke und interne Strukturen hilft, gedankliche Sackgassen zu umgehen und frische Ideen zu entwickeln und zu realisieren.

Beherzigen Sie die genannten acht Punkte beherzigen, werden Sie sehr schnell erste Erfolge verbuchen, die direkt auf Ihre Marke und letztlich auch auf den Umsatz einzahlen. Es bleibt nur eins zu tun: die digitale Strategie anzupacken und umzusetzen.

Profilbild von Sven Korhummel
Sven Korhummel

ist seit 20 Jahren einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter von cyperfection in Ludwigshafen. Das Team aus über 40 Mitarbeitern denkt und realisiert digitale Kommunikationslösungen unter anderem für führende Healthcare- und B2B-Unternehmen. Seine Erfahrung im Bereich der digitalen Kommunikation bringt Sven Korhummel durch vielfältige Projekte und als langjähriger Vorstand des IT Forums Rhein-Neckar ein.

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