Marketingtipp: So erreichen Sie den Wachstumsmarkt 50plus

Jahrzehntelang drehte sich Vieles um die werberelevante Zielgruppe der 20 bis 49-Jährigen.  Dann haben zwei gesellschaftliche Revolutionen die Landschaft für Marketing & Kommunikation auf den Kopf gestellt: Der demografische Wandel und die Digitalisierung. Das eröffnet gerade für kleine und mittelständische Unternehmen deutlich mehr Chancen als Risiken. Wenn man ein paar Tipps beherzigt. Thomas Bily, Geschäftsführer der größten deutschen BestAger-Plattform Wize.life, gibt Einblicke ins Marketing für die Zielgruppe 50plus.

Fokus auf die fetten Jagdgründe

Auch wenn es manchmal verlockend erscheint, müssen Sie nicht nach jungen Zielgruppen schielen. Der Wachstumsmarkt in Deutschland heißt "50plus". Schon heute sind 36 Millionen und damit satte 44 Prozent der Deutschen in dieser Lebensphase. Nie war ihr finanzieller Spielraum größer. Das Institut für Trend- und Zukunftsforschung nennt sie die "Neue Premium-Zielgruppe".

Klare Werte und Bedürfnisse

Mit Botox oder schmal geschnittenen Jeans können wir dem Altern nur äußerlich entgegenwirken. Die inneren Werte und Bedürfnisse verändern sich. Gesundheit, Wellness, sanfte Sportarten, Sicherheit, ein schönes Zuhause, Reisen und Unternehmungen, Qualität bei Essen, Trinken und Wohnen, Vorsorge und Geldanlage, gutes Aussehen, Kultur und Nachhaltigkeit gewinnen an Bedeutung. Unternehmen, die sich in diesen Produktbereichen bewegen, wissen, dass 50plus ihre wichtigste Kundschaft ist.

Werbung für Ältere ist nicht beige

Viele haben Angst, dass ihr Produkt alt aussieht, wenn sie ältere Zielgruppen bewerben. Zur Erinnerung: Sie sprechen mit Leuten, die in den 70ern und 80ern aufgewachsen sind, die Rockmusik lieben, politisch engagiert sind und ein schönes Stück Leben und Erfahrung gesammelt haben. Sie haben ihre Helden, Vorbilder, Ideale, ihre Erinnerungen und Grundsätze. Wenn Sie diese adressieren, öffnen Sie Ohren, Herzen und Geldbeutel.  Und dann müssen Sie die Werbung nur in den richtigen Kanälen ausspielen, wo sie Aufmerksamkeit findet.

Beispiele

  • Ein Beispiel für gelungene Positionierung und Werbung im Wachstumsmarkt 50plus ist Marc OPolo mit Testimonials wie Jeff Bridges und Kleidung, die bequem, natürlich - und hochpreisig ist.
  • Oder schauen Sie, wer auf Berghütten oder Wanderungen die meisten und teuersten Ausrüstungsgegenstände und Klamotten trägt.
  • Der Trend zum SUV kommt nicht daher, weil wir immer mehr geländeartige Straßen hätten, sondern weil die Mehrheit der Neuwagenkäufer Ü50 ist und einfach bequem höher sitzen will.

Wie erreiche ich diese Premium-Zielgruppe?

Sinnvoll dosierte TV- und Printkampagnen fordern schnell ein sattes Budget. Parallel sinken Auflagen und TV-Quoten. Die Online-Nutzung dagegen steigt täglich. Es gibt heute 22 Millionen Onliner 50plus. Das ist ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Fangen Sie an, Online als Medium zu nutzen. Brechen Sie auf in die digitale Welt.

Online Werbung ist nicht kompliziert

Online Werbung ist so schwer wie Autofahren. Sie brauchen etwas Übung, aber jeder kann es lernen. Sie müssen das Auto ja nicht selbst bauen; nicht einmal erklären, warum es fährt. Sie müssen es nur bedienen. Und wenn Sie keine Zeit oder Lust haben, beauftragen Sie einen Dienstleister. Was Sie nicht tun sollten: Das Thema Online ignorieren oder auf die lange Bank schieben. Dann werden Sie links und rechts überholt. Gnadenlos.

Was ist die richtige Werbeform und Ansprache?

Wenn man öfter als 50 mal seinen Geburtstag erleben durfte, hat man in einem reichen Land wie Deutschland alles, was man braucht. Deshalb gewinnt man BestAger nur selten mit lauter Markenwerbung. Besser ist es, Geschichten zu erzählen, Problemlösungen anzubieten oder Neugier zu wecken über interessante Themen. Das klappt mit Formaten wie Content Marketing und Native Advertising ausgezeichnet, ist für jedes Budget geeeignet und kann auch regional oder lokal eingesetzt werden. Das funktioniert beispielsweise über unser Netzwerk. Wir bieten Full Service und garantieren Leistung. Oder nutzen Sie Plattformen wie Facebook und Google; man kann lernen, sie selbst zu bedienen.

Seien Sie Unternehmer mit Mut!

Das Problem, das viele mit Veränderungen haben, ist, dass sie mehr ihren Erfahrungen vertrauen als sicheren Vorhersagen. Oder wie Konfuzius meint: "Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben." In Zeiten des Wandels braucht man etwas Mut und Entschlossenheit für die Zukunft.

Profilbild von Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

 ist freie Journalistin und schreibt über die deutsche Medienlandschaft, vorwiegend für das Fachmagazin Werben & Verkaufen, aber auch für Kontakter, Welt am Sonntag, SZ sowie den Blog der BLM. Themenschwerpunkte sind Fernsehen, Digitalwirtschaft sowie Printmedien. Nach einem Volontariat bei Hubert Burda Media und dem Besuch der Deutschen Journalistenschule in München arbeitete sie für Bunte, Bild, Freundin, Antenne Bayern und die Jugendbeilage der Süddeutschen Zeitung, Jetzt.

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