So finden Sie die wichtigsten digitalen Informationsquellen für Ihre Branche

Nur wenige Führungskräfte können die zunehmende Zahl an Informationsquellen heute noch managen. Laut Statista hat sich das Datenvolumen von 2012 auf 2015 bereits verdreifacht. Bis 2020 rechnen Marktforscher damit, dass sich das Volumen noch einmal vervierfacht.

Ein wesentlicher Grund besteht in der wachsenden Zahl an sozialen Medien und an der Einfachheit der Datenproduktion. Schon heute kann jeder Internetnutzer ohne Programmierkenntnisse seinen eigenen Blog eröffnen oder mit YouTube seinen digitalen Fernsehsender starten. Menschen werden aufgrund der veränderten Kommunikation selbst zu Medien, die ihre eigenen Einschaltquoten in Form von Followern und Abonnenten sammeln. Doch wo bleibt der Filter? Wer unterstützt die Manager dabei, Wichtigem von Unwichtigem zu unterscheiden? Im Folgenden zeigt der Autor einen Weg auf, wie er für jedes Thema die wichtigsten Informationsquellen im Internet zusammenstellen kann.

Die Recherche

Bei meiner Ministudie „Die TOP 100 Quellen für Content Marketing“ habe ich bereits gezeigt, dass die Sammlung relevanter Informationsquellen funktioniert. Nachdem das Thema festgelegt wurde, muss im ersten Schritt ein Themenbaum erstellt werden, der die wichtigsten Unterthemen berücksichtigt. Der gesamte Themenbaum wird dann in Form eines Such-Queries in ein Social Media Monitoring Tool eingesetzt. Dazu können unterschiedliche Tools eingesetzt werden. Soweit das Thema in das System eingegeben wurde, beginnen Suchroboter analog zu Google, das Netz zu durchforsten. Im Ergebnis findet das Monitoring Tool viele Erwähnungen auf unterschiedlichsten Quellen. Die Daten werden verdichtet und aggregiert, so dass schnell die Liste der Quellen mit der Anzahl an Treffern zusammengestellt werden kann.

Die redaktionelle Prüfung

Die gesamte Liste hat zu Beginn meistens noch ein paar Fehler. Zum Beispiel gibt es viele Presseportale, die keine eigenen Inhalte erstellen, sondern nur reproduzieren. Diese müssen aus der Quellenliste entfernt werden. Aus diesem Grund müssen die Quellenergebnisse händisch überprüft werden, bis die Gesamtliste nur noch sinnvolle Quellen berücksichtigt.

Die digitale Zeitung

Die Gesamtliste der Quellen kann nun in ein digitales Leseformat überführt werden. Dazu bieten sich beispielsweise Tools wie Flipboard oder feedly an, die Inhalte aus verschiedenen Quellen aggregieren. Ein täglicher Blick auf Flipboard zeigt schnell auf, was es in der Branche an Neuigkeiten gibt. Es gilt aber darauf zu achten, dass möglichst nur Nischenmagazine in feedly integriert werden. Es nützt nicht viel, wenn Sie die Zeit online abonnieren, weil diese sich mit sehr vielen Themen auseinandersetzt. Eine Möglichkeit könnte aber darin bestehen, eine Unterseite per RSS zu abonnieren, soweit die Quelle das anbietet.

Die Vernetzung

Stellen Sie sich vor, Sie befreunden sich mit den wichtigsten 100 digitalen Influencern Ihrer Branche. Eine Besonderheit der Quellen-Analyse besteht nämlich in der Möglichkeit, die Autoren hinter den Quellen zu recherchieren und sich mit diesen zu vernetzen. In der Tat finden sich darunter in der Regel einige Branchen- und Themen-Influencer, die für die eigene Positionierung eine wichtige Rolle spielen können. Aus diesem Grund sollte man sich die Zeit nehmen, die Menschen hinter den Quellen zu recherchieren und anschließend auf den sozialen Netzwerken – vor allem auf Facebook, Twitter, XING und LinkedIn zu kontakten. Je nach Branche kommen weitere Soziale Medien wie zum Beispiel Instagram oder Pinterest hinzu.

Achten Sie bei der Kontaktanfrage darauf, den Mehrwert des Kontakts darzustellen. Soweit Sie die Liste der Topquellen selbst publizieren wollen, können Sie darauf verweisen.

Vergangenheitsgerichtete Quellen versus Echtzeit-Quellen

Man darf sich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die bisherige Liste der Quellen vergangenheitsorientiert ist. Im konkreten Fall der 100 Content Marketing Quellen wurde eine Recherche über die letzten drei Monate durchgeführt. Sicherlich werden dort einige Quellen gefunden, die auch in Zukunft das Thema „Content Marketing“ beleuchten. Um aber in Echtzeit über alle Quellen informiert zu werden, muss man auf ein Social Media Monitoring Tool setzen. Dabei rate ich dazu, vorab einen Softwareauswahlprozess anzustreben, der für die Branche und  das Unternehmen das beste Social Media Monitoring Tool findet.

Information ist die Basis für gute Entscheidungen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer eigenen Top-Quellen-Liste!

Frank Mühlenbeck

Eine zweistellige Zahl an Unternehmensgründungen in drei Ländern, acht eigene Bücher über Digitales Marketing und zahlreiche Beratungsprojekte bei mittelständischen und großen Firmen machen Mühlenbeck zu einem gefragten Referenten und Experten für digitale Geschäftsmodelle und Online-Marketing mit tiefgreifendem technischen und betriebswirtschaftlichen Verständnis. Schwerpunkte setzt Mühlenbeck bei den Themen Content Marketing und Digitale Transformation. Dazu betreibt er das Digitalmagazin www.transformieren.com.

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