Virtual Reality: Schlüsselfertige Videos für KMUs

Bislang konnte sich das Marketingtool Virtual Reality noch nicht so stark durchsetzen, wie erhofft. Die Herstellung galt bislang als extrem aufwändig und teuer. Eine neue Plattform soll jetzt den Aufwand und die Kosten zur Erstellung von 360-Grad- und VR-Erlebnissen deutlich reduzieren. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen könnten davon profitieren.

Auf jeder Branchenveranstaltung zum Thema Marketing wird über Virtual Reality und deren Einsatzmöglichkeiten für Unternehmen und Marken diskutiert. Wie der Report „Content Marketing meets Virtual Reality“ von Yougov ergeben hat, ist bereits jeder sechste Deutsche im Besitz eines Virtual-Reality-Devices oder spielt mit dem Gedanken, innerhalb des nächsten Jahres eines zu erwerben. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig: Ein Rundgang durch den neuen Wellness-Bereich eines Hotels, eine Kamerafahrt durch die Skiregion, der Besuch einer Musterwohnung oder das Veranschaulichen von Produkten – das würden viele Unternehmen ihren Kunden gerne als virtuelles Erlebnis zur Verfügung stellen. Der virtuelle Blick ganz bequem vom eigenen Sofa aus würde die Attraktivität von Produkten und Dienstleistungen sicherlich fördern. Das gefühlte Eintauchen in die virtuelle Welt eröffnet ungeahnte Möglichkeiten im Bereich Storytelling, die Marken für sich nutzen möchten. Doch vor allem kleineren und mittelständischen Unternehmen war der finanzielle Aufwand bislang zu groß. Das bestätigt auch die Studie des Content Marketing Forums. Demnach sind die meist exorbitanten Budgets „die größte Hürde bei der Umsetzung von VR-Content“.

Doch ab sofort soll nun jeder, der eine handelsübliche 360-Grad-Kamera besitzt, diese Bilder in ein VR-Erlebnis umsetzen können. Möglich macht das die neue Plattform Viond. Mit ihrer Hilfe können Laien ohne spezielle VR-Programmierkenntnisse interaktive 360-Grad-Erlebnisse innerhalb kürzester Zeit kreieren und auch veröffentlichen, so das Versprechen des Plattformbetreibers. Sind die Inhalte fertig, können sie via Player-App veröffentlicht und auf VR-Plattformen und VR-kompatiblen Smartphones ausgespielt werden. Das funktioniert mit Hilfe des Viond Editors, der über Drag & Drop-Funktionen 360-Medieninhalte zu einer interaktiven Experience verknüpft. Laut Unternehmen unterstützt das System alle gängigen Plattformen wie Android, iOS, Samsung Gear VR, Oculus Go oder Google Cardboard. Das Geschäftsmodell ist als Software-as-a-Service Modell aufgebaut und kann über die Website viond.io genutzt werden.

Von dieser neuen Technik können vor allem auch KMU‘s profitieren, denn Viond verspricht, mit dem neuen Tool könnten 90 Prozent der bisherigen Kosten eingespart werden, da der manuelle Programmieraufwand entfällt. Während früher wochenlang Digitalexperten mit der Verarbeitung der Daten beschäftigt waren, kann jetzt jeder Kreative auch ohne Vorkenntnisse selbst VR-Videos erstellen, da das Tool intuitiv funktioniert. „Da sich der finanzielle Aufwand deutlich reduziert, bietet Viond eine günstigere Alternative zu teuren Spezialagenturen“, sagt Rolf Illenberger, CEO des gleichnamigen Unternehmens. Um das Produkt zur Marktreife zu bringen, hat Illenberger 200 Beta-Testpartnerschaften durchgeführt, unter anderem mit Porsche und Eon.

Bei der Entwicklung von VR-Anwendungen fallen keine Kosten an. Erst, wenn die Inhalte über die Plattform Viond veröffentlicht und über die App ausgespielt werden. Das Geschäftsmodell ist in drei Preisniveaus gestaffelt: Für das Basispaket sind 49 Euro im Monat fällig. Die Businessversion schlägt mit 299 Euro zu Buche. Für Unternehmen, die auch eigene Apps launchen wollen, werden 1000 Euro monatlich fällig. In diesem Markt gibt es bereits ein paar Player. Hauptwettbewerber sind InstaVR und WondaVR. „Viond verfügt über deutlich mehr Features“, sagt Illenberger. Außerdem bietet das neue Tool als einziger End-to-End-Lösungen vom Editor an. Das heißt, die Software erstellt die Videos sozusagen schlüsselfertig.

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Lisa Priller-Gebhardt

 ist freie Journalistin und schreibt über die deutsche Medienlandschaft, vorwiegend für das Fachmagazin Werben & Verkaufen, aber auch für Kontakter, Welt am Sonntag, SZ sowie den Blog der BLM. Themenschwerpunkte sind Fernsehen, Digitalwirtschaft sowie Printmedien. Nach einem Volontariat bei Hubert Burda Media und dem Besuch der Deutschen Journalistenschule in München arbeitete sie für Bunte, Bild, Freundin, Antenne Bayern und die Jugendbeilage der Süddeutschen Zeitung, Jetzt.

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