Geschäftsdaten auf dem Smartphone schützen: mit den neuen Hochsicherheits-Handys

Für Sicherheitsexperten ist es kein neues Problem: Doch erst der aktuelle Abhörskandal der NSA sowie der Lauschangriff auf das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel rückten das Thema Datenschutz in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. Betroffen sind allerdings nicht nur Politiker, sondern auch Manager und leitende Mitarbeiter, die herkömmliche Handys nutzen. Laut einer Studie von B2B International im Auftrag von Kaspersky Lab sehen Unternehmen in Cyber-Bedrohungen aktuell ihre dringlichsten Probleme. Neben den Cybergefahren geben vielfach auch Industriespionage und der Diebstahl geistigen Eigentums Grund zur Sorge. 41 Prozent der befragen IT-Verantwortlichen räumten ein, dass sie ihr Unternehmen gegen Cyber-Attacken als nicht hinreichend gerüstet sehen.

Gerade der Mittelstand rückt verstärkt ins Visier der Cyberkriminalität. Die Zahl der Cyberangriffe auf kleine und mittlere Unternehmen hat sich innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt – und auch die Zahl der Angriffe auf mobile Netzwerke nimmt dramatisch zu. Die Hacker gehen dabei zunehmend systematisch vor: Stehlen Daten, lesen gezielt Adressbücher aus oder laden Schadsoftware auf die mobilen Geräte.

SiMKo3 Smartphones als Geschäftshandy

Nicht nur Politiker, auch Manager und Unternehmen können sich neuerdings schützen: mit dem Sicherheits-Smartphone der Telekom SiMKo3. Auf Basis des Samsung Galaxy SIII entwickelte die Telekom ein Handy mit sicherem Bereich, aus dem man verschlüsselt und gesichert mailen und SMS versenden sowie abhörsicher telefonieren kann. Nach Prüfung durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erhält das „Hochsicherheits-Handy“ die offizielle Zulassung für die Geheimhaltungsstufe VS-NfD („Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch“). Dahinter steckt ein sogenannter L4-Mikrokern, der beim Einschalten die Kontrolle über das Smartphone übernimmt und nur sichere Vorgänge zulässt. Das zugrunde liegende Betriebssystem weist im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen einen überschaubaren Code auf und lässt damit keine Hintertüren für Cyberangriffe offen. Die verschlüsselten Daten sind auch bei Verlust oder Diebstahl des Smartphone sicher, der Inhalt lässt sich notfalls sogar aus der Ferne löschen. Die ausgeklügelte Technik ist nicht ganz günstig: Bei einer Vertragszeit von zwei Jahren muss man für das Smartphone derzeit mit mindestens 1.700 Euro rechnen.

Über die Navigation auf dem Touchscreen kann der SiMKo3-Nutzer vom Sicherheitsmodus in den offenen Modus wechseln. Dafür laufen auf dem Smartphone zwei getrennte Betriebssysteme. So kann der Nutzer im offenen Modus nach Belieben etwa Apps herunterladen oder uneingeschränkt im Internet surfen. Aber auch im sicheren Modus muss auf die Nutzung von Apps nicht verzichtet werden – dafür steht unter anderem der geschützte App-Store der Telekom zur Verfügung.

SecuSUITE: Sicherheit für den BlackBerry

Ein ähnliches System hat auch der Düsseldorfer Sicherheitsspezialist Secusmart auf Basis des BlackBerry 10 entwickelt, das ebenfalls einen verschlüsselten und einen unverschlüsselten Bereich in einem Gerät bietet. Hier schützt die gemeinsam mit Experten vom BSI entwickelte SecuSUITE E-Mails, SMS und Telefonate gegen Lauschangriffe.