Wie Snapchat die Art der Kommunikation revolutionierte

Zuerst kam Snapchat und war mit seinem Konzept allein auf weiter Flur. Eine neue Art der Kommunikation wurde 2011 geboren: Schnell, direkt, visuell, authentisch. Zu Beginn kommunizierte die Community nur untereinander, wie in einem klassischen Messenger. Es wurden schnelle „Snaps“ ausgetauscht. Später kam dann noch die Möglichkeit dazu, anderen zu folgen und seinen Followern öffentliche Stories zu präsentieren.

Nichts ist für die Ewigkeit

Ein großer Pluspunkt der App, gerade für die Jugendlichen: Die Nachrichten waren und sind vergänglich, einmal gelesen/gesehen sind sie wieder verschwunden; die Stories verschwinden nach 24 Stunden im Nirwana. Nichts für die Ewigkeit. In Zeiten der Informationsüberflutung ein Segen und für den Schulhof ein kleiner Schritt gegen das weitverbreitete Mobbing über Soziale Netzwerke – obwohl das natürlich (auch mit Snapchat) weiterhin möglich ist.

Drei Milliarden reichten nicht

Mark Zuckerberg wurde auf die App aufmerksam und hatte sich gedacht, er könne es so durchziehen, wie auch bei Instagram und Whatsapp: Ein paar Milliarden Dollar auf den Tisch legen und die App in das Facebook-Universum integrieren. Er hatte aber die Rechnung ohne die Gründer von Snapchat gemacht, die selbst sein nachgebessertes Angebot über drei Milliarden Dollar einfach ablehnten.

Der erste, kleine Angriff auf Snapchat

Mit dem Kauf von MSQRD kam der erste, kleine Angriff von Zuckerberg in Richtung der App mit dem kleinen Geist. Die Filter bzw. Lenses sind ein Punkt, die Snapchat bei Jugendlichen sehr populär machen. Ein logischer Schritt also, erst einmal einen Anbieter aufzukaufen, der auch so etwas leisten kann. MSQRD setzte sich allerdings nicht wirklich in der breiten Masse durch. Es gab einen kurzen Hype und das war es dann auch wieder.

Snapchat für Alte

Nun startete Facebook den Copycat-Modus und veröffentlichte zuerst Instagram Stories, dann Whatsapp Status und letzten Monat ging dann auch Facebook Stories weltweit live. Nachdem gerade Instagram auch eher ein Netzwerk für die Jüngeren ist, gibt es nun also mit der Facebook-Variante auch ein „Snapchat für Alte“.

Kommunikationswandel durch Snapchat & Co

Die Popularität der Dienste, egal ob Snapchat, Instagram Stories oder jetzt auch Facebook Stories, zeigt, wie sehr sich die Kommunikation wandelt. Personen/Gesichter werden immer wichtiger, es zählt das Hier und Jetzt und niemand erwartet die Kommunikation für die Ewigkeit. Natürlich sind die Nachrichten spätestens nach 24 Stunden wieder verschwunden, aber das macht auch nichts. Genauso wenig, wie Konsumenten auf Nachrichten von Unternehmen warten, denken sie, dass diese Nachrichten so wichtig sind, dass sie archiviert gehören.

Die Konsumenten abholen

Neben den Gesichtern wird auch ein weiterer Punkt immer wichtiger: Geschichten. Die Konsumenten wollen keine zusammenhanglose Staccato-Kommunikation, sondern Storytelling. Sie wollen abgeholt und mitgenommen werden. Dabei ist ihnen Hochglanz gar nicht so wichtig, wie die Authentizität und dieser „Was passiert gerade“-Moment.

Lernen Sie die neue Art der Kommunikation

Für welche App Sie sich letztendlich entscheiden, bleibt Ihnen selbst überlassen oder besser: bestimmt Ihre Zielgruppe. Sie sollten dort sein, wo Ihre Kunden sind! Aber die Art der Kommunikation ist bei allen gleich und diese Art sollten Sie lernen und anwenden, wenn Sie Ihre Kunden erreichen und den Anschluss nicht verpassen wollen.

Jochen Hencke

ist Content Konzeptioner bei d.Tales und in den Social Media zu Hause. Bevor es den gebürtigen Berliner nach München zog, studierte er Journalismus und Unternehmenskommunikation an der FH JOANNEUM in Graz und baute anschließend die Salzburger Privatbrauerei Stiegl zu einer der führenden "Social Media Brauereien" im deutschsprachigen Raum auf. Seine Arbeit bei der Stieglbrauerei führte zu einigen Preisen, unter anderem wurde er mit dem Titel "Onliner des Jahres 2014" ausgezeichnet.

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