Bonusprogramme im Mittelstand: Die klassische Stempelkarte entwickelt sich weiter

Zehn Mal Kaffee trinken, das elfte Heißgetränk ist gratis: Wer sich jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit beim selben Anbieter einen Kaffee holt, profitiert schnell von der Teilnahme an einem derartigen Bonusprogramm des Anbieters. Einer TNS Emnid Studie zufolge haben die Verbraucher sehr klare Vorstellungen davon, welche Vorteile Ihnen Bonus- und Rabattprogramme bieten sollen. 60 Prozent der Befragten vertreten die Meinung erfolgreiche Rabattprogramme müssen in mehreren Unternehmen gleichzeitig einsetzbar sein. Zudem wünschen Sie sich beim Einkauf direkte Ersparnisse. Durchschnittlich tragen die Deutschen zwischen zwei und fünf Karten im Geldbeutel, 4 Prozent sogar elf bis fünfzehn Stück. Diese Zahlen zeigen deutlich: Bonusprogramme kommen an.

Vorteile bieten Rabatt- und Bonusprogramme jedoch nicht nur für Konsumenten, sondern auch für Anbieter. Egal ob Thai-Restaurant oder Bioladen, Kino oder Hundefriseur: Indem die Betriebe eine möglichst attraktive Belohnung (Sachprämie bzw. Dienstleistung) für die Treue in Aussicht stellen, wollen die Betriebe Kunden zu Stammkunden machen, oder auch:

  • Kunden am Abwandern hindern
  • Kunden von Wettbewerbern abwerben
  • zusätzliche Umsätze generieren

Marketingexperten haben außerdem eine Art „Beschleunigungseffekt“ nachgewiesen: Je näher die Belohnung bei einem bestimmten Anbieter rückt, umso häufiger konsumieren die Kunden dort. Diesen Effekt können sich Unternehmen durch ein passendes Bonusprogramm zunutze machen.

Was Anbieter beachten sollten

Kleine und mittelständische Unternehmen, die ihren Kunden ein Bonussystem anbieten möchten, sollten ein paar grundlegende Dinge beachten. Erstens: Das System sollte einfach und überschaubar sein. Außerdem sollte die Belohnung möglichst attraktiv sein, damit sich die Teilnahme „lohnt“. Idealerweise werden diejenigen Kunden, die am meisten zum Umsatz beitragen, am stärksten belohnt – und damit auch gebunden. Das heißt: Der Bonus sollte mit der Höhe der Ausgaben steigen. Beachten Anbieter diese und weitere Experten-Tipps für erfolgreiche Bonusprogramme, binden Sie viele ihrer Kunden dauerhaft an das Unternehmen.

Bonusprogramme als App

Bonusprogramme für kleine Unternehmen funktionieren inzwischen nicht mehr nur über herkömmliche Stempelkarten, sondern auch in Form von Smartphone-Apps. Ein Beispiel für ein regionales Bonusprogramm ist dabei Punktehelden aus Hannover. Über die kostenlose App können Kunden die Bonusprogramme unterschiedlicher Anbieter nutzen. Das virtuelle Punktesystem funktioniert denkbar einfach. Ein Beispiel: Wer im „Treibhaus“ in Hannover zehn Mal Burger-Essen oder Cocktail-Trinken war, erhält den elften Burger bzw. Cocktail gratis. Dazu muss er lediglich nach jedem Bezahlen den Code per Smartphone einscannen, wodurch der Bonus über Punktehelden gutgeschrieben wird. Ist die virtuelle Punktekarte voll, winkt das Gratis-Essen oder -Getränk.