Den Kunden dort abholen, wo er ist

Eine Shopping-Tour kann eine hektische Angelegenheit sein. Mit vielen Ideen und Wünschen im Kopf startet man in Richtung Ladenmeile. Vor Ort angelangt, gilt es im Tumult den Weg zum richtigen Geschäft zu finden. Kaum dort angekommen, beginnt im Gewirr aus Gängen, Ständen, und Angeboten die Odyssee aufs Neue. Wo finde ich, was ich suche? Wer hat das günstigste Schnäppchen? In der Flut aus Schautafeln und Auslagen den Überblick zu behalten, fällt schwer. Umso dankbarer ist der Kunde für jede Hilfe, die sich bietet. Dies haben auch Einzelhändler erkannt und stellen ihren Kunden zunehmend spezielle Apps zur Seite, die Informationen und Angebote direkt an die Smartphones der Nutzer übermitteln.

Service macht den Unterschied

Allzu oft sind die den App-Nutzern zugestellten Inhalte bisher jedoch kaum mehr als im Massenversand verschickte digitale Wurfpost, die den individuellen Interessen der einzelnen Kunden vor Ort in keiner Weise Rechnung trägt. Anstatt eine für ihn sinnvolle Orientierungshilfe zu bieten, wird der Kunde so lediglich auf einem weiteren Kanal mit unspezifischen Informationen überhäuft. Zu Recht erwarten Nutzer heutzutage eine gezielte und relevante Ansprache, die ihnen einen reellen Mehrwert bietet. Dies bedeutet in erster Linie, Informationen erst dann aktiv zu verschicken, wenn er sie wirklich gebraucht wird: Beim Einkauf vor Ort.

Der Zeitpunkt und Nutzen macht´s

Will man als Händler wahrgenommen werden, ist der aktuelle Aufenthaltsort des Nutzers beim Empfang von Botschaften folglich von entscheidender Bedeutung. Die optimale Wirkung entfaltet eine Ansprache schließlich genau dann, wenn sie den Kunden nicht zu einem willkürlichen Zeitpunkt zu erreicht, sondern wenn er sich tatsächlich am Point of Sale aufhält oder in der Nähe des Point of Sales,um dort hingeführt zu werden. Wenn sich das Geschäft in einer Nebenstraße befindet, kann es potentielle Kunden an der Hauptstraße ansprechen. Dank moderner App-Technologie ist das mittlerweile absolut möglich. Über Mobile Location-based Messaging können Nachrichten gezielt dann versendet werden, wenn der Empfänger sich an einem bestimmten Ort aufhält. Versand und Inhalte lassen sich zusätzlich nach Uhrzeit, Aufenthaltsdauer oder Bewegungsmustern angepasst werden.

In der Anwendung sind der Fantasie dabei kaum Grenzen gesetzt. Wichtig ist, dass die pro-aktive Ansprache von App-Nutzern mehr sein kann als nur eine Werbebotschaft. Die App, die seinen Nutzer an den Einkauf erinnert, wenn das passende Geschäft in der Nähe ist oder basierend auf den Interessen des App-Nutzers, nur die Angebote ausspielt, die eine Relevanz haben, schafft den Mehrwert, den sich viele Nutzer wünschen.Beim Vorübergehen am Geschäft lässt sich etwa dann auf das aktuelle Sonderangeboteoder zuvor versendete Gutscheine hinweisen, das ein Nutzer zuvor in der App gespeichert hatte. Je nach Uhrzeit können Restaurants Passanten über Frühstücks- oder Mittagsangebote informieren, wenn der Nutzer angegeben hat, dass er hungrig ist und nach einem passenden Restaurant sucht. Beim längeren Aufenthalt in der Herrenabteilung in einem größeren Kaufhaus kann z. B. gezielt auf Angebote hingewiesen werden oder gefragt werden, ob eine individuelle Beratung gewünscht wird und dann auf den Verkäufer in der Nähe verwiesen werden. Sie können einem Kunden aber auch schlicht ein kurzes „Auf Wiedersehen mit einer kurze Umfrage“ auf den Weg geben, wenn er die Filiale verlässt, um zu erfahren, ob der Einkauf zufriedenstellend gewesen ist.

Digital trifft Real

Für Händler ist ein solcher Brückenschlag zwischen digitaler und realer Welt von unschätzbarem Wert, erlaubt er Ihnen doch ihre größte Stärke optimal auszuspielen: die reale Präsenz vor Ort. Auch die speziellen Software-Tools für eine am Nutzerstandort orientierte Ansprache haben inzwischen Marktreife erreicht und lassen sich problemlos in bestehende Apps integrieren. Damit ist ein grundlegender Wandel in der digitalen Kundenkommunikation eingeläutet.

Und für den Einzelhandel stellt sich damit vor allem eine Frage: Wie kann ich eine intelligente standortbasierte Ansprache am besten in mein Geschäftsmodell integrieren?

Profilbild von Dr. Behrend Freese
Dr. Behrend Freese

ist geschäftsführender Gesellschafter der Bitplaces GmbH in Berlin, die er zusammen mit zwei renommierten Wissenschaftlern im Jahr 2011 gründete. Behrend Freese bringt mehr als 16 Jahre Erfahrung im Technologie- und Unternehmensmanagement in das Unternehmen ein. In der Vergangenheit gründete er als Serial Entrepreneur erfolgreich fünf Unternehmen in Bereichen der Unternehmensberatung, Unternehmensfinanzierung sowie Unternehmenssoftware.

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