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Die 5 Trends im Influencermarketing

Influencermarketing ist längst fester Bestandteil im Marketingmix und entwickelt sich ständig weiter. Inzwischen sind auch Nanoinfluencer, also solche mit einer eher geringen Followerschaft, stark gefragt. Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen ist jetzt ein guter Zeitpunkt, sich das Thema mal genauer anzusehen, denn Influencer Marketing kann einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringen. Philipp John, COO von Reachhero und Gründungsmitglied im Bundesverband Influencer Marketing, erklärt, auf welche Trends sich Unternehmen 2019 einstellen sollten

Trend 1: Nanoinfluencer sind stark im Kommen

Nach den Microinfluencern folgen nun die Nanos: Sie haben weniger als 10.000 Fans und sind an ihrer Zielgruppe besonders nah dran. Sie überzeugen mit einem hohen Anteil an ihnen bekannten Folllowern, die sich teils untereinander kennen und sich auch verstehen. Der große Vorteil: Die Community ist nicht anonym, sondern eher wie ein großer Freundeskreis. „Außerdem kann man bei kleinen Influencern oft erkennen, wie sehr sie sich beim Content Mühe geben“ sagt Philipp John. Und wenn der sogenannte Audience Fit passt, also Alter und Geschlecht der Zielgruppe, dann kommen die  Botschaften genau da an, wo sie hin sollen. „Interessant sind Nanoinfluencer vor allem für nischige Themen, wie beispielsweise aus dem Bereich Handwerken und Do-it-yourself oder auch Hobbies wie Grillen“, so John.

Trend 2: Mehr und mehr Influencer

Die Influencer-Zahlen sind über die vergangenen drei bis vier Jahre ständig angestiegen. Unternehmen können heute aus tausenden Influencern die passenden Personenmarken aussuchen. Bei der Auswahl gilt es, zunächst einmal die wichtigsten Kriterien wie Geschlecht, Alter, Region anzusetzen. „Man sollte sich im Vorfeld aktiv mit dem Follower beschäftigen, nur so bekommt man ein Gefühl dafür, ob Marke und Mensch wirklich zusammenpassen“, sagt Philipp John. Mit Hilfe von Trainingsdaten hat ReachHero ein Machine Leaning Modell aufgesetzt, das auch herausfindet, wie aktiv und qualitativ die Follower tatsächlich sind.

Trend 3: Instagram bleibt Nummer eins

Instagram ist 2018 rasant gewachsen und ein Ende ist laut Beobachtern nicht abzusehen. Das Erfolgsgeheimnis ist simpel: Gute Kampagnen-Ergebnisse durch eine engagierte Community, die den visuellen Inhalt konsumiert. Künftig sollten die Marketer neben Instagram auch die Social-Gaming-Plattform Twitch im Auge behalten. „Außerdem gewinnt die Teenie-App Tik Tok, früher bekannt unter dem Namen Musical.ly, in den jungen Zielgruppen stark an Bedeutung“, so der Experte. Dem Argument, der Erfolg sei nicht messbar widerspricht John. Es gibt entsprechende Tools und Software, die dabei helfen, den ROI anhand von unterschiedlichen Kriterien wie der Anzahl der erreichten Nutzer, Likes, Hashtags und Kommentare zu bestimmen, so der Experte.

Trend 4: Authentisch bleiben

Stockfotos und traditionelle Werbeanzeigen haben ausgedient, Marken müssen sich 2019 transparent und authentisch zeigen. „Menschen verbinden sich vertrauensvoll mit Influencern, weil diese genau das sind beziehungsweise zu sein scheinen. Eine Marke kann dasselbe Vertrauen nicht erreichen, egal, wie sehr sie sich anstrengt“, sagt John. Als positives Beispiel nennt er den Influcencer und ReachHero Mitgründer Aaron Troschke, der beispielsweise mit Volkswagen zusammenarbeitet. Für die Berliner Polizei hat Troschke ein Praktikum absolviert und die Videos hochgeladen. Die Influencer-Recruiting-Kampagne hat viele junge Menschen erreicht. Um sich das Vertrauen nicht zu verscherzen, sollten Unternehmen genau darauf achten, die rechtlichen Vorschriften für die Kennzeichnung von Werbe-Content zu beachten. Die Abwahnwelle dürfte bereits 2018 ihren Höhepunkt erreicht haben. Nach Aufsehen erregenden Fällen mit prominenten Influencerinnen wie Vreni Frost und Cathy Hummels werde laut Experte „eher übergekennzeichnet“.

Trend 5: Storytelling mit Bewegtbild

Influencer erzählen Geschichten rund um Produkte und Unternehmen. Nur wenn der Inhalt unterhaltend und fesselnd ist, bleiben die Menschen dran. Das funktioniert am besten mit Bewegtbild. „Clips und Streams schlagen textbasierte Werbeformate“, sagt John. Unboxing-Videos, Promotion von Destinationen, Behind-the-Scenes-Clips sowie Sponsoring ist bestens dafür geeignet, die Follower zu unterhalten. „Snackable Content lässt sich gut auf Instagram Stories hochladen oder in Youtube-Videos einbauen“, sagt John. Diese Kurz-Inhalte können auch dazu dienen, den sogenannten Core Video Inhalt, also das komplette Video, anzuteasern und die Highlights vorzustellen. So macht der Snack Hunger auf mehr.

Lisa

 

ist freie Journalistin und schreibt über die deutsche Medienlandschaft, vorwiegend für das Fachmagazin Werben & Verkaufen, aber auch für Kontakter, Welt am Sonntag, SZ sowie den Blog der BLM. Themenschwerpunkte sind Fernsehen, Digitalwirtschaft sowie Printmedien. Nach einem Volontariat bei Hubert Burda Media und dem Besuch der Deutschen Journalistenschule in München arbeitete sie für Bunte, Bild, Freundin, Antenne Bayern und die Jugendbeilage der Süddeutschen Zeitung, Jetzt.

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