Smarthome-Technologie schafft den Durchbruch

Waschmaschine, Lampen oder Jalousien von unterwegs mit dem Smartphone bedienen oder das eigene Heim mit Überwachungssensorik sichern – die Smart Home Technologie wird in immer mehr Haushalten genutzt. Die aktuelle Bitkom-Studie zeigt, dass sie in 25 Prozent der deutschen Haushalte bereits in Anwendung ist. Tendenz weiter steigend. Davon profitieren auch Baubetriebe, denn viele Menschen greifen bei der Installation auf die Hilfe von Fachleuten zurück

Unter Smart Home versteht man die Vernetzung von Haushaltsgeräten oder Haushaltstechnik, etwa zur besseren Energienutzung oder Erhöhung des Komforts. Jeder vierte Deutsche hat laut einer Umfrage des IT-Verbandes Bitkom mindestens eine Smart-Home-Anwendung im Haushalt installiert. Hoch im Kurs stehen vor allem intelligente Beleuchtungssysteme (17 Prozent). Beliebt sind aber auch solche Produkte, die mehr Sicherheit ins Haus bringen, wie beispielsweise Anwendungen zur Video-Überwachung (14 Prozent). Ebenfalls sehr gefragt sind Sprachassistenten (13 Prozent), teilte der Verband mit, der die repräsentative Studie in Auftrag gegeben hat.

Damit haben diese Smart-Home-Anwendungen den Durchbruch in Deutschland geschafft: Laut Studie haben 70 Prozent der Befragten bereits von dem Begriff Smart Home gehört, weitere 70 Prozent von ihnen können erklären, was gemeint ist. "Smart Home Anwendungen erobern den Massenmarkt", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg in der vergangenen Woche zur Präsentation der Erhebung. "Künftig werden sie in deutschen Haushalten so selbstverständlich sein, wie Strom, Licht und fließendes Wasser."

Bitkom sieht großes Potenzial

Der steigende Bekanntheitsgrad dürfte sich auch auf die weitere Entwicklung in diesem Bereich auswirken. Vor allem die Mund-zu-Mund-Propaganda dürfte sich hier auswirken. Achim Berg meinte, dass sich das System wie ein Schneeballsystem verbreite: Was beim Bekannten funktioniert, hält auch später Einzug im eigenen Haus, sowie bei Freunden und Verwandten. So planen 37 Prozent der Befragten laut Umfrage, innerhalb der nächsten zwölf Monate ein Smart-Home-Gerät anzuschaffen.

Mehr Sicherheit durch Smart Home

Auf die Frage nach den Beweggründen, die zu einem Kauf von Smart Home Produkten führte, gab jeder Zweite an, er wollte die Sicherheit im eigenen Zuhause erhöhen (56 Prozent) oder zusätzlichen Komfort und Lebensqualität gewinnen (54 Prozent). Mehr als ein Drittel wollte Geld sparen (38 Prozent) oder energieeffizienter leben (36 Prozent). Bei den Kaufgründen zeigen sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während Männer vor allem Sicherheit (63 Prozent), Sparen (41 Prozent) und Spaß an der Technik (12 Prozent) angaben, führten bei Frauen eher die Gründe Komfort und Lebensqualität (59 Prozent) und Energieeffizienz (42 Prozent) zum Kauf.

Neue Chancen für Baubetriebe

Es ist ein großer Markt, der sich hier für das Baugewerbe auftut, denn ein Großteil der Nutzer holt sich für die Installation professionelle Hilfe. „Ein Drittel der Bürger wünscht sich bei der Installation Rat von den Experten“, sagte Berg. Davon sind 59 Prozent bereit, auch für diese Dienstleistung zu bezahlen. Demgegenüber haben rund 23 Prozent die Hilfe von Freunden und Bekannten in Anspruch genommen. Nur neun Prozent haben die Anlagen selbst installiert.

Daten werden in der Cloud gespeichert

Es gibt allerdings auch Menschen, die der neuen Technologie skeptisch gegenüber stehen. Diejenigen, die bislang noch keine Smart-Home-Anwendungen gekauft haben, machen sich Gedanken über die Sicherheit: So fürchtet etwa jeder Vierte Hackerangriffe (26 Prozent), hat Angst um seine Privatsphäre (24 Prozent) oder vor einem Missbrauch der persönlichen Daten (22 Prozent). Berg betonte dabei, dass das wichtigste bei der Technik die Sicherheit und der Schutz der Daten sind, denn alle Daten wandern in die Cloud. Verbraucher sollten deshalb die Sicherheits-Features beachten.

Profilbild von Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

 ist freie Journalistin und schreibt über die deutsche Medienlandschaft, vorwiegend für das Fachmagazin Werben & Verkaufen, aber auch für Kontakter, Welt am Sonntag, SZ sowie den Blog der BLM. Themenschwerpunkte sind Fernsehen, Digitalwirtschaft sowie Printmedien. Nach einem Volontariat bei Hubert Burda Media und dem Besuch der Deutschen Journalistenschule in München arbeitete sie für Bunte, Bild, Freundin, Antenne Bayern und die Jugendbeilage der Süddeutschen Zeitung, Jetzt.

Mehr