War for Talents

Heute müssen Unternehmen an zwei Fronten kämpfen: Auf der einen Seite müssen sie sich am Markt mit Produkten und Dienstleistungen behaupten. Auf der anderen Seite ringen sie im „War of Talents“ um Fachkräfte mit ihren Konkurrenten. Dies erfordert von Unternehmern gerade im Mittelstand ein Umdenken in ihrer bisherigen Personalmarketingstrategie.

Employer Branding – was und warum?Employer Branding ist die von Recruiting-Experten zurecht empfohlene Formel, um dem drohenden Scheitern vieler althergebrachter Recruiting-Methoden mittelständischer Unternehmen entgegenzutreten. Es bedeutet die Verschmelzung der englischen Begriffe Employer (Arbeitgeber) und Branding (Markenbildung) und beschreibt den Prozess des Markenaufbaus eines Unternehmens als Arbeitgeber. Ist dieser Prozess erfolgreich, steht am Ende die eigene, hoffentlich starke Employer Brand, die sich am Fachkräftemarkt auch gegen Branchenriesen behaupten und punkten kann!

Rund zwei Drittel der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland haben heute Probleme bei der Besetzung ihrer Stellen. Prognosen für das Jahr 2020 gehen davon aus, dass zwischen 2 bis 4 Mio. Stellen in deutschen Unternehmen nicht durch entsprechende Fachkräfte besetzt werden können. Die Bundesagentur für Arbeit schätzt, dass im Jahr 2030 der Arbeitskräftemarkt um 3.6 Mio. Arbeitnehmer schrumpfen wird (Tendenz steigend). Probleme bei der Stellenbesetzung führen zu Innovationsstau, Lieferverzögerungen und Umsatzverlusten bei vielen Unternehmen, dies trifft insbesondere den Mittelstand hart. Die Lage wird sich noch weiter zuspitzen.

Nicht nur demographische Aspekte setzen Unternehmen. Der fortschreitende Wertewandel in der Gesellschaft und der wachsende Frauenanteil in Fach- und Führungspositionen erfordern neue Strategien der Personalentscheider. Familienorientierung, Work-Life-Balance und das an anderen Ansprüchen orientierte Kommunikationsverhalten der Generation Y und Z seien hier nur beispielhaft genannt. Eine starke Arbeitgebermarke kann diese Effekte auffangen und für sich in wirksame Recruiting-Mechanismen transponieren, um Personalrekrutierung erfolgreich zu gestalten und die Qualität der Bewerbungen zu steigern.

Eine starke Employer Brand schaffenWer sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren möchte, sollte die eigenen Qualitäten genau kennen, um sie im nächsten Schritt kommunizieren zu können. Um es klar zu sagen, es geht um einen Faktencheck und nicht um eine Wunschliste! Dazu gehören Antworten auf Fragen wie: Was ist der eigene Ruf als Arbeitgeber? Welche Werte vertritt das Unternehmen? Wie wird das Betriebsklima beurteilt? In dieser Phase ist es besonders wichtig, dass Mitarbeiter aller (Fach-)Abteilungen einbezogen werden und zu ihrer Meinung und Einschätzung befragt werden.

Wichtig ist auch zu bewerten, was das eigene Unternehmen Bewerbern und bestehenden Mitarbeitern bieten kann. Standortvorteile, Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten sowie Angebote im Bereich der Work-Life-Balance spielen hier beispielsweise eine Rolle.

Sind Werte und Qualitäten zusammengetragen, lassen sie sich in einem Nutzenversprechen an potentielle Mitarbeiter formulieren. Mit einer Kernbotschaft, die die Werte des Unternehmens trägt und einem passenden Claim ist eine starke Arbeitgebermarke gewachsen, die von innen nach außen kommuniziert werden kann.

Selbstbewusst nach außen auftretenKernbotschaft und Claim dienen nicht nur dazu, dass sich der bestehende Mitarbeiterstamm mit der Arbeitgebermarke identifiziert, sondern auch um neue Fachkräfte erfolgreich für das Unternehmen zu begeistern. Dazu gehören viele kleine Schritte, die je nach Budget und zeitlichen Ressourcen, nacheinander ausgeführt werden können.

Eine (optimierte) Karrierewebseite, die das Unternehmen als Arbeitgeber vorstellt und den Nutzen für neue Mitarbeiter herausstreicht, gehört unmissverständlich zu einem gelungenen Arbeitgeberauftritt. Ein Bewerber-Management-System hilft dabei, den Bewerbungsprozess zu optimieren und die Candidate Experience, auf die ein besonderes Augenmerk gelegt werden sollte, zu verbessern.

Eine Arbeitgeberbroschüre, ein Recruiting Video, Stellenanzeigen (online und ggf. print), Social Media sowie ein ansprechender Veranstaltungsauftritt sind der Zuckerguss auf der Torte mit dem der „War for Talents“ ohne Blutvergießen auch von Mittelständlern gewonnen werden kann.

FazitDie Entwicklung einer starken Arbeitgebermarke (Employer Brand) ist auch für mittelständische Unternehmen unabdingbar, möchten sie sich im „War for Talents“ nicht geschlagen geben. Demographischer Wandel und ein sich ständig verändernder gesellschaftlicher Wertekanon erfordern einen zeitgemäßen Auftritt der Unternehmen als Arbeitgeber. Authentizität und das Besinnen auf die eigenen Stärken zum Nutzen potentieller Fachkräfte sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Employer Brand.

Bei vielen Aktivitäten zur Entwicklung und Ausgestaltung einer starken Arbeitgebermarke können sich Unternehmer und Personalverantwortliche professionelle Unterstützung von Experten aus dem Bereich Employer Branding einholen. Von der initialen Beratung über die Erstellung einzelner Bausteine bis hin zur ganzheitlichen Betreuung stehen diese Unternehmern mit Rat und Tat zur Seite.