Wie der Hosenspezialist Alberto mit der neuen Sprachbox Alexa ganz geschickt Kunden und Mitarbeiter begeistert

Seit Anfang  Februar ist die neue Sprachbox Amazon Echo, genannt Alexa, erhältlich. Die digitale Box wird über die Stimme gesteuert und liefert über sogenannte Skills, die mit Apps vergleichbar sind, Antworten auf Fragen zum Wetter, zur Verkehrslage oder zum aktuellen Tagesgeschehen. Auf Wunsch dimmt sie das Licht im Haus, bestellt ein Taxi oder die Lieblings-Pizza.

Der Hosenspezialist Alberto war einer der ersten Händler, der den Nutzen von Alexa für sich entdeckt hat. In seinem Conceptstore in Mönchengladbach beantwortet die smarte Assistentin über den Befehl „Alexa, frag Alberto…“ Fragen zur aktuellen Kollektion und zu Styles, aber auch zu Stofflieferanten und zum Unternehmen. Und immer wenn Fragen nicht beantwortet werden können, werden neue Antworten im System hinterlegt. Über 50 sind es inzwischen. Marco Lanowy, teilhabender Geschäftsführer, erfährt so aus erster Hand, welche Wünsche seine Kunden haben und was verbesserungswürdig ist. Das Unternehmen, das bereits sehr früh verstanden hat, die Offline- mit der Online-Welt zu verbinden, hat sich auch noch andere Aufgaben für das Amazon-Tool ausgedacht. Alexa kann bei Alberto mehr, als nur Kundenfragen zu beantworten. Lanowy nutzt das Gerät auch für Mitarbeiterschulungen. In nicht allzu ferner Zukunft soll das Tool auch ins Warenwirtschaftssystem eingebunden werden. Damit kann man dann im Store Bestände abfragen. Außerdem arbeitet der Manager daran, Alexa für Kollektionsinformationen im Showroom fit zu machen.

Marco Lanowy zieht nach den ersten 100 Tagen mit Alexa Bilanz

- Herr Lanowy, Amazons Alexa steht seit Anfang Februar in Ihrem Concept-Store in Mönchengladbach. Wie wird das Tool von Kunden und Mitarbeitern angenommen?

Erwartungsgemäß neugierig. Unsere Kunden sind von Alexa begeistert, nicht nur weil wir damit überraschen und etwas Neues bieten. Sondern auch, weil das Tool höchst charmant kommuniziert. Alexa kann und soll dabei das persönliche Gespräch auf der Fläche nicht ersetzen. Vielmehr ist sie ein guter Gesprächs-Opener. Bei den Mitarbeiter-Schulungen bietet Alexa zudem den großen Vorteil, dass sie sich nach dem Mitarbeiter richtet – wenn er Bedarf und Zeit für eine Schulung hat, dann hat Alexa die Zeit auch. Ganz sicher. Und das wird als sehr smart empfunden.

- Wie viele und welche Fragen und Befehle versteht Alexa?

Das sprachgesteuerte Interaktionssystem beantwortet rund 50 Fragen rund um Alberto und gibt Auskunft zur aktuellen Kollektion, zu Styles, zu Passformen oder zur Firmengeschichte. Ein hochaktuelles Gimmick, das Begehrlichkeiten wecken wird. Auf jeden Fall schafft es Emotionen und damit ein besonderes und nachhaltiges Einkaufserlebnis. Wobei Alexa Wert auf gewisse Umgangsformen legt. Vor allem will sie stets mit „Alexa frag Alberto“ angesprochen werden.

- Gab es Anlaufschwierigkeiten?

Ganz klar: nein! Das Einzige, was Alexa in Schwierigkeiten bringen kann ist, dass es nach wie vor Flächen ohne Wlan gibt. Wenn wir unser Power-Tool also zu Schulungszwecken auf Tour schicken, bieten wir zwar smarte Intelligenz, brauchen dafür aber zumindest Internet auf der Fläche.

- Hat Alexa dazugelernt - und Sie auch?

Wir lernen - wie in einer guten Partnerschaft üblich - beide voneinander. Alexa zeigt sich als äußert wissbegierig und wir entdecken die Möglichkeiten von Alexa. Eine Story mit Potenzial!

- Hat sich die Investition für Ihr Haus gelohnt?

Erstens war die Investition überschaubar. Und wir befinden uns erst am Anfang, eine Vielzahl an Möglichkeiten wartet ja noch. Beispielsweise die Einbindung ins Warenwirtschaftssystem. Wenn wir so weit sind, dann kann ich Alexa im Store Bestände abrufen lassen und weiß sofort, ob die gewünschte Hose in der entsprechenden Größe und Farbe vorrätig ist.

- In der ersten Mitteilung sprachen Sie von weiteren Möglichkeiten. Beispielsweise davon, Alexa auch im Showroom einzusetzen, wo sie Kunden Info zur neuen Kollektion gibt. Oder für Schulungszwecke. Konnten Sie das bereits umsetzen?

Alexa als inspirierende, digitale Assistentin setzen wir derzeit schon erfolgreich bei Schulungen ein und arbeiten aktuell daran, sie künftig für Kollektionsinformationen fit zu machen.

- Inzwischen gibt es auch das Tool Echo Look, das eine Kamera eingebaut hat und als digitaler Styleberater fungiert. Nutzen Sie das?

Das würden wir gerne! Und werden wir auch. Nur ist das Tool derzeit nur in den Vereinigten Staaten und dort auch nur sehr limitiert verfügbar. Aber wir können es kaum abwarten, bis wir das neue Tool kennenlernen und einsetzen können.

Profilbild von Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

 ist freie Journalistin und schreibt über die deutsche Medienlandschaft, vorwiegend für das Fachmagazin Werben & Verkaufen, aber auch für Kontakter, Welt am Sonntag, SZ sowie den Blog der BLM. Themenschwerpunkte sind Fernsehen, Digitalwirtschaft sowie Printmedien. Nach einem Volontariat bei Hubert Burda Media und dem Besuch der Deutschen Journalistenschule in München arbeitete sie für Bunte, Bild, Freundin, Antenne Bayern und die Jugendbeilage der Süddeutschen Zeitung, Jetzt.

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