Location-based Services sind mehr als nur Werbenachrichten

Viele denken bei dem Stichwort Location-based Services nur an Mobile Marketing und Werbung oder vielleicht noch an die Bereitstellung von Informationen in der Umgebung. Inzwischen passiert aber viel auf einem höheren Servicelevel, denn das Smartphone ist nicht nur zu unserem ständigen Begleiter geworden, sondern Apps können in Verbindung mit LBS viele spannende neue Möglichkeiten schaffen, die keine direkte Werbung sind, trotzdem aber Marketingziele unterstützen: 

Händler verbinden Online mit Offline zu neuen Services

Multichannel-Händler können App-Nutzern, die online eingekauft haben und offline die Ware abholen wollen, personenbezogen am oder schon vor dem Point of Sale mobil ansprechen und beispielsweise zum Geschäft und zur Warenausgabe lotsen, damit sie ihre Ware schneller erhalten. Gleichzeitig lässt sich darauf eine Mehrwertkommunikation aufbauen, wobei der Kunde noch eine passende Empfehlung zu seinem erhaltenen Einkauf bekommt. Online-Marketing lässt grüßen. Verbraucher verbringen so vielleicht doch noch etwas mehr Zeit im Geschäft.

Services in Wartebereichen

Location-based Services sind wunderbar geeignet für die Bereitstellung von Informationen an Orten wie zum Beispiel Wartezimmern, Bahnhöfen oder Flughäfen. Orte, an denen wir viel Zeit im “Leerlauf" verbringen und uns über nützlichen und weniger nützlichen Content freuen. Warum nicht den Wartenden eBooks, eMagazine oder Musik zum Ausprobieren auf ihren Smartphones zur Verfügung stellen? Das kann Nutzer dazu motivieren, eine Zeitschrift, ein Buch oder ein Musikalbum zu kaufen, um es zu Hause oder im Café weiter zu lesen oder zu hören. Wer hat nicht schon in der Arztpraxis mit mulmigen Gedanken ein abgegriffenes Magazin in die Hand genommen, mit dem Gefühl, sich die nächste Krankheit einzufangen? Wie viel schöner wäre es, wenn die Arztpraxis kostenlose und ungefährliche Proben der digitalen Inhalte auf meinem Smartphone oder Tablet zur Verfügung stellen könnte… So werden Orte erschlossen, die bisher mediale Brachen waren.

Integrierte Services

Denkbar sind viele Services, die Nutzern das Leben leichter machen, trotzdem aber im Kontext des Produktes oder der Dienstleistung des Anbieters bleiben und eher auf Aufmerksamkeit und Kundenbindung zielen, als auf schnellen Abverkauf. Ich zum Beispiel würde gern ein passendes Rezept für die Zutaten auf meiner Einkaufsliste erhalten, wenn ich einen Supermarkt betrete und eben nicht nur die Werbung für Produkte. Auch würde ich mich über das automatische Erscheinen einer Speisekarte auf meinem Smartphone freuen, wenn ich ein Restaurant betrete. Wenn ich die Bestellung dann gleich noch direkt über mein Handy aufgeben kann, ist das ein großer Mehrwert für mich und auch das Restaurant. Im Schnellrestaurant ist solch ein Service besonders hilfreich, weil es hier auf das Tempo ankommt. Bei einer “Fastlane-Bestellung", die ich über meine App bequem auf dem Weg ins Restaurant aufgeben kann, kann ich mein Essen direkt beim Betreten entgegennehmen, ohne lange Wartezeiten. Solche relevanten Dienste binden Kunden und Nutzer an die Anbieter und sorgen langfristig für mehr Kundschaft und Umsatz, ohne direkt als Werbung wahrgenommen zu werden.

Es bleibt nicht beim Smartphone

Noch denken wir bei Apps und Location-based Services meistens an das Smartphone. Aber auch das wird sich durch Internet of Things und zunehmende Vernetzung auf alle Geräte ausweiten, die eine Ortung und Interaktion zulassen. Google experimentiert bereits mit der Bestellung eines Kaffees aus dem Auto heraus. Wenn sich das Fahrzeug samt Fahrer in einer bestimmten Entfernung zu einem Starbucks-Café befindet, wird die Bestellung automatisch ausgelöst. Dabei wird die benötigte Fahrtzeit so bemessen, dass der Kaffee frisch und heiß entgegengenommen werden kann. Leider vergessen wohl viele Nutzer anschließend das Abholen des Kaffees. Aber die Zukunft kommt immer näher und solche Services werden bald nahtlos in unseren Alltag einfließen.

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Dr. Behrend Freese

ist geschäftsführender Gesellschafter der Bitplaces GmbH in Berlin, die er zusammen mit zwei renommierten Wissenschaftlern im Jahr 2011 gründete. Behrend Freese bringt mehr als 16 Jahre Erfahrung im Technologie- und Unternehmensmanagement in das Unternehmen ein. In der Vergangenheit gründete er als Serial Entrepreneur erfolgreich fünf Unternehmen in Bereichen der Unternehmensberatung, Unternehmensfinanzierung sowie Unternehmenssoftware.

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