Wie aus gezielten Tests Geschäftsmodelle werden

In den letzten Monaten ist viel über Bluetooth Low Energy (BLE) Beacons und Proximity Marketing, der App-basierten die Bereitstellung von Informationen über BLE Beacons, geschrieben worden. Viel ist anschließend nicht passiert und die Hoffnung, plötzlich den Handel durch Beacons zu revolutionieren, hat sich noch nicht erfüllt. Die Entwicklung von Mehrwertdiensten für das Proximity Marketing ist langwierig und bedarf der Geduld zu experimentieren, der Bereitschaft Fehler zu machen und viel zu analysieren.

Ohne Relevanz kann das Proximity Marketing leicht in die Spam-Falle tappen und vom Verbraucher schnell als nervig empfunden werden. Die Nutzer haben es buchstäblich in der Hand, die Ortung oder den Empfang von Push-Nachrichten zu unterbinden. Sie nach einer Deaktivierung wieder zur Erlaubnis zu bewegen, ist ein schwieriges Unterfangen.

Damit Kunden und App-Nutzer die standortbasierte Ansprache als nützlich ansehen, müssen die Botschaften für sie in diesem Moment relevant und nützlich sein. Um dies zu gewährleisten, sollten Dienste, Daten und Technologien intelligent miteinander verknüpft werden. 

Das Beispiel der Messe Düsseldorf zeigt, dass es sich lohnt, mit gezielten Tests zu beginnen, aus den Erfahrungen zu lernen und somit kluge Mehrwertdienste zu entwickeln: Sie wollen die Messe besuchen, kommen mit dem Flugzeug oder der Bahn an und erhalten am Flughafen beziehungsweise Bahnhof die aktuellen Informationen zu Ihrer Anfahrt zum Messegelände. Sei es der kürzeste Weg zum Taxistand oder der Echtzeit-Fahrplan der öffentlichen Verkehrsmittel. Auf der Messe werden Sie von Ihrem Smartphone zu den für Sie interessanten Messeständen geführt und auf für Sie relevante Veranstaltungen aufmerksam gemacht. Sie können sich somit vollkommen auf die Messe konzentrieren. Die App der Messe informiert Sie, wenn Sie sich in der Nähe eines Ausstellers befinden, über den Sie gerne mehr erfahren möchten. Sie müssen sich also nicht mehr kontinuierlich Informationen heraussuchen oder sich durch den Messekatalog wühlen. Diese Services kann zukünftig die App der Messe individuell für Sie übernehmen.

Durch die Verknüpfung von Location-based Services auf Basis von Geofences und BLE Beacons lassen sich solche persönlichen Services vollkommen automatisieren und trotzdem individuell auf den Kontext und die Bedürfnisse der Nutzer anpassen, um passende Informationen zur richtigen Zeit auszuspielen.

Live zu erleben ist ein solches Projekt beispielsweise auf der EuroShop, der weltweit größten Messe für Retailer und Technologien für Einzelhändler, vom 5. bis zum 9. März 2017 in Düsseldorf. Wie andere Messen auch, hat die EuroShop eine eigene App. Dank Location-based Services und Proximity-Marketing erhalten die Nutzer und Messebesucher die oben genannten Services.

Schon bei vergangenen EuroShop-Messen hat Bitplaces für diesen Service seine BLE-Beacon- und Geofence-Technologien zur Verfügung gestellt. Aus der engen und erfolgreichen Zusammenarbeit ist inzwischen ein eigenes Produkt entstanden, das die Messe Düsseldorf den Ausstellern der EuroShop in diesem Jahr zum ersten Mal anbietet: Über „EuroShop Interaktiv“ können Messebesucher gezielt auf ihrem Smartphone angesprochen werden, um sie über Messehighlights zu informieren und zum Besuch am Messestand einzuladen. Die Nutzer der EuroShop-Messe-App können die Schwerpunktthemen ihres Besuchs einstellen und erhalten so die für sie relevanten Informationen. An den Ständen der teilnehmenden Aussteller sind Beacons angebracht. Die kleinen Sender erkennen die Smartphones von Besuchern in der Nähe des Standes und schicken ihnen gezielt Nachrichten, wenn diese die entsprechende Kategorie freigegeben haben. Die gezielten Informationen können auch im Vorfeld oder im Nachgang ausgespielt werden.

Nützliche Szenarien für den Einsatz von wirklichen Location-based Services sind viele denkbar. Mit ihnen lässt sich die Akzeptanz für ortsbasierte Push-Nachrichten bei den Nutzern steigern und damit unterm Strich auch die Werbeerfolge.

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Dr. Behrend Freese

ist geschäftsführender Gesellschafter der Bitplaces GmbH in Berlin, die er zusammen mit zwei renommierten Wissenschaftlern im Jahr 2011 gründete. Behrend Freese bringt mehr als 16 Jahre Erfahrung im Technologie- und Unternehmensmanagement in das Unternehmen ein. In der Vergangenheit gründete er als Serial Entrepreneur erfolgreich fünf Unternehmen in Bereichen der Unternehmensberatung, Unternehmensfinanzierung sowie Unternehmenssoftware.

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