Hyperlocal Marketing: Richtige Strategie legt den Grundstein

In meinem letzten Beitrag habe ich bereits angedeutet, dass man mit Hyperlocal Marketing nachhaltige Erfolge erzielen kann, dafür jedoch eine konkrete Strategie ausarbeiten muss. Wer sich in die strategische Planung begeben möchte, sollte die folgendenden drei Punkte im Hinterkopf behalten:

1. Grundlagen müssen stimmen

Egal in welcher Disziplin: Wenn die Grundlagen bereits falsch bzw. fehlerhaft sind, ist das Risiko, dass die eigene Kampagne scheitert, besonders hoch. Die Grundlagen von Hyperlocal Marketing liegen im Local SEO und sollten daher von Beginn an berücksichtigt werden. Das heißt: Unternehmen müssen dafür sorgen, dass ihre Standortdaten plattformübergreifend auffindbar und aktuell gehalten werden. Egal ob im Google MyBusiness-Eintrag oder in entsprechenden Branchenverzeichnissen, die Daten sollten überall auf dem neuesten Stand sein.

Was bedeutet das?

Unternehmen sollten ihre Einträge wie Firmenname, Öffnungszeiten, Kontakt- und Adressdaten regelmäßig überprüfen. Fehlerhafte Daten wie falsche Uhrzeiten vergraulen potenzielle Kunden und können daher zu Stolperfallen für die einzelnen Schritte in der Hyperlocal Marketing Kampagne werden. Zudem sollten alle Standortdaten über sämtliche Plattformen (Google Maps, Facebook, Yelp, etc.) konsistent sein. Diese Maßnahme kann das Ranking in den Suchergebnissen unterstützen.

Warum ist das wichtig?

Betrachtet man die aktuellen Trends, sieht man einen Wandel in der Nutzung des Internets. Mobile Endgeräte werden mittlerweile am häufigsten verwendet, um im Internet zu surfen. Hinzu kommen immer mehr Voice-Assistenten, wie Alexa, Siri oder Googles Sprachassistent. In beiden Fällen greifen Suchmaschinen auf Branchen- bzw. Maps-Einträge zurück, wenn Nutzer nach bestimmten Unternehmen oder Dienstleistungen suchen. Der lokale Faktor spielt also bei der Suche eine wichtige Rolle. Eine Platzierung auf den vordersten Plätzen der Suchergebnisse sorgt dann für deutlich mehr Traffic und gipfelt im besten Fall auch in mehr Umsatz.

2. Personas erarbeiten

Nicht nur die Grundlagen müssen stimmen, sondern auch die Annahmen, die getroffen werden müssen, um eine Kampagne zu konzipieren. Daher spielen Personas, die nah an der Customer Journey erstellt werden sollten, für das Hyperlocal Marketing eine wichtige Rolle. Für eine hyperlokale Kampagne ist es entscheidend, zu wissen, an welchem Ort sich der Nutzer zu einem bestimmten Zeitpunkt befindet, um diesen mit der richtigen Informationen anzusprechen.

Was bedeutet das?

Bereits vorhandene Daten von Kunden sollten analysiert und ausgewertet werden, um entsprechende Insights für passende Personas zu erhalten. Außerdem sollten in die Erstellung auch Bewegungsprofile, Social Media-Profile und weitere technische Daten einfließen. Mithilfe dieser Informationen fällt es leichter, sich in die Zielgruppe genauestens hineinzuversetzen und zu überlegen, wo sich womöglich der zukünftige Kunde aktuell befindet.  

Warum ist das wichtig?

Um die potenziellen Kunden im richtigen Moment mit der richtigen Information anzusprechen, benötigt es eine konkrete Vorstellung über den Nutzer. Anhand der Personas lassen sich Zeitpunkte und Orte abstrahieren. Hört er während seiner Pendlertour Podcasts? Dann lohnt sich vielleicht Podcast-Werbung. Liest er beim Warten auf den Bus die neuesten Nachrichten? Dann sollten die Anzeigen vor allem in der Nähe von Haltestellen ausgespielt werden.

3. Handwerkzeug verstehen

Das bringt uns zum dritten Punkt. Das Wissen, wie und wann Nutzer heutzutage recherchieren, legt einen sehr wichtigen Grundstein für jede erfolgreiche Kampagne. Eine comScore Studie zeigt: 50 Prozent der mobilen Suchanfragen haben einen lokalen Bezug und 76 Prozent dieser lokalen Suchanfragen führen zum Besuch eines Geschäftes. Mit diesem Wissen im Hinterkopf sollte das eigene Handwerkszeug hinterfragt werden.

Was bedeutet das?

Alle Websites, die in der Kampagne eingesetzt werden, sollten mobil optimiert sein. Ein positives Nutzungserlebnis kann aus einem Interessenten nicht nur einen neuen Kunden machen, sondern diesen auch langfristig an die Marke binden. Wird hingegen der Nutzer mit einer schlechten User Experience konfrontiert, kommt es schnell zu Seitenabsprüngen. Dabei bedeutet mobil optimiert nicht nur, dass alle wichtigen Inhalte in einer angenehmen Form auf einem kleinen Display dargestellt werden, sondern auch, dass die Ladezeiten entsprechend optimiert sind. Nutzer, die an der U-Bahn-Haltestelle stehen, möchten nicht ewig warten, bis die Seite geladen ist. Je kürzer die Ladezeit und übersichtlicher die mobile Landingpage aufgebaut ist, desto besser stehen die Chancen auf eine gute Conversion-Rate.

Auch die genutzten Werbeplattformen sollten mit der “Local”-Brille betrachtet werden. Bieten die geplanten Werbepartner die Möglichkeit des Geotargeting? Der Standort eines Nutzers, der aktuell auf der Suche nach einer Information ist, ist Gold wert. Mit einer ansprechenden Anzeige am richtigen Ort kann die Aufmerksamkeit der Nutzer auf die eigene Marke bzw. auf das entsprechende Angebot gelenkt werden.

Warum ist das wichtig?

Im Hyperlocal Marketing geht es darum, das richtige Angebot zur richtigen Zeit am passenden Ort zu bewerben. Sucht ein Nutzer in der Fußgängerzone mit seinem Smartphone nach einem Reisebüro, sollte im besten Fall die eigene Werbeanzeige den Suchenden nicht nur ansprechen, sondern gleich in das Reisebüro um die Ecke führen. Dies funktioniert nur mit einem genauen Geotargeting und einer mobilen Website.

Fazit

Wie beim Hausbau, gilt es auch beim Bau einer Hyperlocal Marketing-Kampagne: Ist das Fundament solide gelegt, kann der Rahmen einer Idee schnell umgesetzt werden. Dafür benötigt es natürlich passende Inhalte, die sich auf Basis der vorhandenen Daten erarbeiten lassen. Wichtig ist: Das Angebot sollte zum richtigen Ort und der richtigen Zeit passen. Nichts ist schlimmer, als den Nutzer zwar im richtigen Moment zu erwischen, dann aber mit einer fehlerhaften oder langweiligen Anzeige abzuschrecken. Wer in Hyperlocal Marketing investiert, hat die Chance darauf, sehr qualifiziertes Kundenklientel zu erreichen, welches nicht nur einmalig kauft, sondern der Marke bzw. dem Unternehmen gegenüber loyal bleibt.

Profilbild von Daniel  Richter
Daniel Richter

ist Geschäftsführer der DAC Group Deutschland und seit 1999 im Online Marketing tätig. Er berät Unternehmen in der Strategie und Konzeption von Maßnahmen im Suchmaschinenmarketing, Business Listings sowie im Performance Display Marketing.

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