Pop-up-Store: Was steckt hinter dem kurzlebigen Marketingkonzept?

Pop-up-Stores "poppen" meist unangekündigt an ungewöhnlichen Orten auf, nur um kurz danach schon wieder zu verschwinden. Warum das kurzlebige Konzept auch für Unternehmen aus dem E-Commerce-Bereich sinnvoll ist und wie Sie es erfolgreich umsetzen können, erfahren Sie hier.

Pop-up-Store = Kurzzeitladen

Der Pop-up-Store als temporäre Ladeneinheit macht sich das Prinzip der künstlichen Verknappung zunutze. Comme des Garcons eröffnete 2004 beispielsweise deutschlandweit den ersten Pop-up-Store in einer ehemaligen Bücherei. Dass hier exklusive Kleidung eingekauft werden konnte, unterstrich das einzigartige Image des Modelabels.

Ein Pop-up-Store lässt sich durch die ungewöhnliche Platzierung (Location), die kreative Ausführung (Execution) und den kurzfristigen Zeitraum (Temporal) charakterisieren.

Ganz unabhängig von seiner Wirtschaftlichkeit schloss Comme des Garcons das Geschäft daher schon nach kurzer Zeit wieder. Die Modemarke setzte damit auf den Fakt, dass das, was besonders schwer zu kriegen ist, auch besonders begehrenswert ist.

Ein Pop-up-Store stärkt die Markenbindung

Ein Produkt, was nicht überall oder nur für begrenzte Zeit zu haben ist, lässt den Wert der Ware steigen (englisch "Scarcity"). Pop-up-Stores befriedigen daher unter anderem das Bedürfnis nach Abgrenzung. Kunden haben hier das Gefühl, etwas Besonderes zu erwerben, was sich von der Masse abhebt. Für Unternehmen lohnt es sich also, andere als die üblichen Distributionssysteme zu wählen und ihre Produkte einzigartig und kreativ zu inszenieren. Dadurch können Kunden an eine Marke gebunden und zum Wiederkauf motiviert werden.

Pop-up-Stores bieten auch jungen Unternehmen aus der Internetbranche die perfekte Gelegenheit, Kunden ihre Produkte in der realen Welt erleben zu lassen. Die innovative und kurzfristige Distributionsform bietet dabei die Möglichkeit, Kosten einzusparen. Auf der anderen Seite kann durch einen Pop-up-Store auch schon einmal getestet werden, ob der Standort nicht doch langfristig zum Unternehmen passen würde.

Den Pop-up-Store richtig in Szene setzen

Bevor Sie einen Shop "aufpoppen" lassen, sollten Sie genau überlegen, welche Marken-, Kommunikations- oder Absatzziele damit erreicht werden sollen. Danach sollten Sie die Rahmenbedingungen des Stores wie Lage, Einrichtung und die Gästeliste planen.

Unkonventionelle Locations wie Lagerhallen, Garagen oder Hangars sind nicht nur kostengünstiger als Geschäfte in der Innenstadt – sie unterstreichen auch ein kreatives Unternehmensimage. Die Einrichtung sollte von der gewohnten Ladeneinheit abweichen. Eine Fabrikhalle könnte beispielsweise nur rudimentär mit Flohmarktmöbeln bestückt werden. Denken Sie jedoch daran, dass Location und Gestaltung zu Ihrer Marke passen sollten.

Zu guter Letzt sollten Sie überlegen, ob Sie eine öffentliche oder nur eine persönliche Einladung aussprechen. Nutzen Sie zur Bekanntgabe der Store-Eröffnung Social Media-Netzwerke wie Facebook oder Instagram.