Buzzword-Bingo: warum Content Marketing und Content Strategie wirklich nicht dasselbe sind

Content Marketing ist Trendwort, Laufrichtung und eine der großen „Entdeckungen“ im Marketing der letzten Jahre. Geradezu inflationär benutzt, begegnet es uns auf so ziemlich jeder Konferenz, die sich Themen aus der Branche auf die Fahne geschrieben hat, jedem zweiten Fachartikel und in so manchem Kundenmeeting.

Nur leider nicht immer auch im richtigen Kontext. Denn Content Marketing scheint das Hüllwort für all jene Bestrebungen geworden zu sein, die auch nur im entferntesten dem Zweck dienen, Produkte und Dienstleistungen durch Geschichten zu verkaufen. An sich ja eine schöne Entwicklung, die in übersättigten Märkten und einem veränderten Informations- und Konsumverhalten der Nutzer ihren Ursprung hat. Wäre da nicht das Bedürfnis der Branche, den Begriff selbst wieder zur Vermarktung der eigenen Dienste zu nutzen.

In der Praxis führt das nicht selten zu Missverständnissen: denn wer Content Marketing sagt, meint oft „nur“ die redaktionelle Erstellung von Inhalten oder einzelne Maßnahmen zu deren Vermarktung. Auf der anderen Seite beinhaltet der Begriff oft tiefergehende strategische Überlegungen und damit den Unterbau eines jeden guten Content Marketing-Ansatzes.

Also was fällt nun eigentlich unter Content Marketing und in welchem Verhältnis steht es zur Strategie?

Content Marketing ist gleich Content Strategie? Nein.

Stellen wir uns das Verhältnis der beiden Bereiche als modernen Buchladen vor, dann haben wir in der Content Strategie den Businessplan und die Gegend, in der er sich befindet, das Einrichtungskonzept und die Vorstellung davon, welche Produkte an wen verkauft werden sollen und wer als Lieferant in Frage kommt. Sie stellt also das Fundament und die Basis dar, an die alle weiteren Überlegungen anknüpfen. In Form eines langfristigen Plans bildet die Content Strategie die Grundlage für alle Inhalte, die in Zukunft verbreitet und verwaltet werden sollen und klärt zudem präzise die Verantwortlichkeiten und Rollen in der Content-Produktion. Dabei immer im Zentrum: der Nutzer mit all seinen Wünschen und Erwartungen. Ausführliche Zielgruppen-Analysen sind daher Bestandteil einer jeden fundierten Content Strategie.

Zudem beinhaltet diese auch stets eine Ausrichtung auf konkrete Business Ziele, die sie zu unterstützen sucht.

Im Bild des Buchladens beinhaltet das Content Marketing dann all jene Maßnahmen, die dazu dienen, das Geschäft erfolgreich zu machen und dadurch die gesteckten Ziele zu erreichen – sei es in Form von Radiowerbung oder durch eine regionale Social Media-Kampagne. Am Ende geht es darum, die in der Strategie zugrunde gelegten Zielgruppen planvoll auf den richtigen Kanälen und zur richtigen Zeit mit den richten Inhalten anzusprechen und dabei ganz konkrete Marketing-Ziele zu erreichen. Im Fokus steht dabei immer, den Kunde – sei es im Buchladen oder im Online-Shop – zu „profitablen Aktionen“ zu bewegen, also Ladenbesuchen, Einkäufen oder eben Conversions. Einzelne Maßnahmen aus dem Content Marketing dienen hier dazu, eine Bindung zum Kunden aufzubauen und diese zugunsten messbare KPIs umzuwandeln.

Finger weg von Content Marketing ohne Fundament!

Wer also keine teure Kampagne für einen Buchladen in der falschen Stadt und für eine Zielgruppe starten möchte, die Bücher längst nicht mehr in Läden kauft, der ist mit fundierten strategischen Grundüberlegungen gut beraten. Nur so stellen Sie sicher, auf den richtigen (Content-)Zug aufzuspringen.

Profilbild von Maria Maier
Maria Maier

ist Digital Strategin bei Ray Sono. Auf der Schwelle zwischen Unternehmensberatung und Marketing identifiziert sie Kundenanforderungen und Potenziale, entwickelt Strategien und implementiert diese in den Unternehmen. Hier schreibt Maria regelmäßig über aktuelle Trends aus der Branche und ihr Herzensthema, das Tourismus-Marketing.

Mehr