Reichweite oder Glaubwürdigkeit? 4 Faktoren, die bei der Kooperation mit Bloggern wirklich zählen

Eins steht fest, die Beziehung zwischen Bloggern und Unternehmen ist für beide Seiten kein Selbstzweck. Denn viel mehr als in klassischen Media Relations, geht es um Zahlen und messbare Erfolge – im besten Fall eine Win-win Situation.

Doch was ist Unternehmen derzeit besonders wichtig, wenn sie über Blogger Relations nachdenken? Und was überwiegt im Kampf um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe: der perfekte Themen-Fit, Authentizität oder doch am Ende nur die nackte Reichweite?

Eine Branche, die besonders bei ihren Kooperationspartnern in den vergangenen Jahren sehr stark auf Hochglanz gesetzt und dadurch auch Glaubwürdigkeit eingebüßt hat, ist der Tourismus. Heute dürften nur wenige Rezipienten noch an die Unabhängigkeit der großen Reiseblogger glauben.

Der Auslöser für eine Trendwende? Vielleicht.

Ich habe mich bei kleinen Tourismusverbänden und großen Reiseunternehmen umgehört – und die wichtigsten Faktoren für die Auswahl und Zusammenarbeit mit Bloggern gesammelt.

1.       Abkehr vom Hochglanz in Serie

Schluss mit Hochglanz- viele Leser suchen nach unverfälschten Reiseerlebnissen im Netz

Welche Faktoren wie stark ins Gewicht fallen, muss sicherlich jede Branche und jedes Unternehmen für sich beantworten. Wirft man jedoch einen Blick auf den Tourismus, dann ist für mich in letzter Zeit eine leichte Abkehr vom Dauersponsoring der hauptberuflichen Weltenbummler zu erkennen – zumindest für kleine Verbände und Brands, die auf Glaubwürdigkeit statt Reichweite setzen. Und so reihen sich auch die befragten Unternehmen immer weniger bereitwillig in das Hopping zwischen Destinationen, Hotels und Erlebnissen ein – sponsored by wer immer einlädt.

Für mich eine positive Trendwende, denn nur die wenigsten Leser dürften heute noch an die Authentizität von Hochglanz-Reisezielen in Serie glauben.

2.       Kontakt statt Kosten

Negative Erfahrungen dieser Art sind mit ein Grund, warum Unternehmen im Tourismus zunehmend auf bestehende oder neue Kontakte durch Netzwerktreffen setzen.

Hier wird gezielt Risikominimierung betrieben, besonders wenn es um kleinere Kooperationen geht, die noch ohne Agentur zustande kommen. Ein fester Stamm an Partnern soll verhindern, dass Arbeitsweise und Endergebnis letztendlich nicht zum Unternehmen passen. Dafür heißt es dann auch immer öfter Barcamp statt Booking – keine schlechte Strategie.

3.       Fakten, Fakten, Fakten

Reichweite bis Interaktion – harte Fakten sind weiter unter den Top Auswahl-Faktoren

Dennoch: Er ist da, der Zwang zur Wirtschaftlichkeit. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Auswahlkriterien, die den Unternehmen in dieser Hinsicht einen quantifizierbaren Nutzen versprechen, besonders wichtig sind.

Denn eine größere Reichweite bedeutet schlicht mehr erreichte, potenzielle Kunden und dürfte zudem ein Kriterium sein, das viele noch aus den klassischen Medien-Kooperationen kennen.

4.       Das „Ich will dort auch hin“-Gefühl

Ein weiterer starker Faktor: Inspirationskraft

Doch was verkauft, ist im Tourismusmarketing wohl mehr als überall sonst auch ein Gefühl, nämlich Fernweh. Die befragten Unternehmen sind sich einig: Blogger müssen die Sehnsucht nach dem wecken, was uns im Alltag oft fehlt und so zur nächsten Buchung motivieren.

Zum Griff in die Sponsoring-Kasse bewegt neben harten Fakten und gutem Fit also immer öfter auch die Inspirationskraft eines Blogs und persönlicher Kontakt. Gut für kleine Blogs und echte Weltenbummler.

Profilbild von Maria Maier
Maria Maier

ist Digital Strategin bei Ray Sono. Auf der Schwelle zwischen Unternehmensberatung und Marketing identifiziert sie Kundenanforderungen und Potenziale, entwickelt Strategien und implementiert diese in den Unternehmen. Hier schreibt Maria regelmäßig über aktuelle Trends aus der Branche und ihr Herzensthema, das Tourismus-Marketing.

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