E-Commerce: Google, Facebook und Co. testen Buy-Button

Online-Shopping auf Facebook? Das könnte tatsächlich die Zukunft von E-Commerce sein. Neben Google testen auch zahlreiche soziale Medien wie Instagram, Snapchat und Facebook die sogenannten Buy-Buttons. Was bedeutet das für Unternehmen?

E-Commerce: Schneller Shoppen per Buy-Button

Wer im Internet einen Artikel wie zum Beispiel ein paar Autoreifen sucht, gibt häufig einen Suchbegriff bei Google ein und findet dann unter den Treffern eine Reihe von Onlineshops. Von diesen wählt der Kunde beim klassischen E-Commerce anschließend einen aus und tätigt dort seinen Einkauf. Künftig kann der Kunde sich diesen Zwischenschritt aber womöglich sparen und schon bei Google auf "Kaufen" klicken. Ebenso müssen User, die auf Facebook, Snapchat oder Instagram eine Designer-Bluse oder die neusten Trend-Sneaker entdecken, bald nicht mehr erst in den zugehörigen Online-Shop wechseln, sondern können ihr Fundstück direkt in den sozialen Netzwerken erwerben. Das zumindest ist der Plan der Internetriesen, die an der Entwicklung eines Buy-Buttons für ihre Plattformen feilen.

Vorteile für Kunden und Händler

Der Buy-Button soll nicht nur Kunden den Einkauf erleichtern, er könnte auch für Online-Händler eine gewinnbringende Neuerung im E-Commerce darstellen. Schließlich verbringen viele Menschen immer mehr Zeit in sozialen Netzwerken – entsprechend sinnvoll ist es, sie dort auch direkt abzuholen. Das geschieht bislang vor allem über Anzeigen. Allerdings locken diese nicht jeden Kaufwilligen auch wirklich in den Online-Store, um dort einzukaufen. Ein Buy-Button verkürzt den Weg zum Kauf deutlich und könnte so die Absprungrate von Interessenten senken und die Verkaufszahlen entsprechend verbessern. Die Verkürzung des Einkaufprozesses ist aber nicht nur in sozialen Netzwerken, sondern auch direkt auf Google von Vorteil, da User dank der schnellen Kaufabwicklung nach einer Suche eher einen Impulskauf tätigen.

Was Online-Händler jetzt wissen müssen

So verlockend dieser neue Weg des E-Commerce auch klingt – vorerst müssen deutsche Online-Händler ihr Konzept noch nicht auf den Social-Commerce umstellen. Der Buy-Button befindet sich noch in der Prüfphase. Wichtige Fragen zur Abwicklung des Kaufs wie Zahlungsart und Übermittlung der Lieferadresse sowie Meldung des Kaufs im Warenlager sind noch offen. Hier verfolgen die großen Plattformen bislang zudem unterschiedliche Lösungsansätze. Auch rechtliche Herausforderungen wie der Hinweis auf wichtige Verbraucherinformationen beim Einkauf per Schnellklick stehen noch im Raum. Weitermachen wie bisher sollte nun allerdings auch nicht die Devise von Shopbetreibern sein. Für sie ist es ratsam, den Markt nun aufmerksam zu beobachten, um auf die Neuerungen zu reagieren, sobald diese sich bewährt haben. Schon der Test des Buy-Buttons bei Google, Facebook und Co. zeigt zudem einmal mehr, dass Handelstreibende sich längst nicht mehr nur auf einen Vertriebs- und Marketingkanal beschränken sollten.