Job Report: Online Marketing Manager

Der Arbeitsmarkt für Online Marketing Manager boomt im Moment. Kim Brillert arbeitet in diesem Beruf bei der Agentur Netzeffekt in München, die Teil der  Jung- von- Matt-Gruppe ist und die Digitalaktivitäten ihrer Kunden optimiert. Die Spezialistin Brillert erklärt, was hinter der Berufsbezeichnung Online Marketing Manager eigentlich steckt

Frau Brillert, können Sie Ihren Beruf in ein paar kurzen Sätzen beschreiben?

Ich organisiere und plane alle Tätigkeiten, die im Bereich Marketing anfallen, allerdings nicht im klassischen Marketing, sondern im Online-Bereich. Ich bin Schnittstelle und Anlaufpunkt für sämtliche Abteilungen im Haus. Ich untersuche das Verhalten der Nutzer im Internet und entwickle auf dieser Grundlage Strategien. Unter anderem befasse ich mich dazu auch mit Werbemöglichkeiten auf Google oder Facebook sowie auf allen Social Media Kanälen.

Was sind Ihre täglichen Aufgaben?

Ich beschäftige mich viel mit Zahlenwerten, weil diese im Online Marketing sehr wichtig sind. Unsere Kunden wollen wissen, wie viele Nutzer tatsächlich ihre Werbeanzeige geklickt haben. Dazu gibt es bei Google und auch bei Facebook viele Tools zur Analyse. Das Zahlenmaterial bereite ich auf und packe es in Excel Tabellen. Das ist der etwas trockenere Teil meiner Arbeit. Spannender ist für mich beispielsweise das Affiliate Marketing. Das bedeutet in meinem Fall, dass ich mir verschiedene Webseiten anschaue und überlege, ob und wo man eine Werbeanzeige unseres Kunden platzieren könnte, damit der Nutzer darauf klickt und der Kunde sowie der Website-Betreiber dann Geld verdient. Außerdem bin ich viel mit Dokumentation beschäftigt. Ich bewerte, wie eine Seite performed, nehme leichte Änderungen vor und dokumentiere dann, ob und wie der Verkauf auf der Seite angestiegen ist.

Im Online Marketing ist nichts so beständig wie der Wandel. Wie bleiben Sie da am Ball?

 Zum einen recherchiere ich sehr viel zum Thema Online Marketing, schaue mir regelmäßig Marketingblogs an, um die neuesten Trends zu verfolgen. Und natürlich besuche ich wichtige Branchenveranstaltungen und Messen wie beispielsweise die Dmexco. Außerdem bieten wir in der Agentur die Reihe „Wissen ist Macht“ an, in der Kollegen regelmäßig Vorträge und Workshops zu aktuellen Themen, wie beispielsweise „Werbung auf Snapchat“ oder „Die neuesten Datenschutzrichtlinien“ halten.

Welche persönlichen Voraussetzungen braucht es für den Job?

Die Fähigkeit, mit den unterschiedlichsten Menschen zu kommunizieren ist unabdingbar. Ich bin ja Bindeglied zu den unterschiedlichsten Abteilungen im Haus, beispielsweise zum Einkauf, zur  IT oder zum Web-Design. Da braucht man auch ein bisschen diplomatisches Geschick, damit alle am gleichen Strang ziehen. Analytisches Denken und ein gewisses Verständnis für Zahlen sind sehr von Vorteil. Und die Lust quer zu denken oder über den Tellerrand hinaus,  hilft ungemein.

Wie wird man eigentlich Online Marketing Manager?

    Da führen viele Wege zum Ziel: Ich habe studiert und einen Master in Marketing, Vertrieb und Medien abgeschlossen. Man kann aber auch nach dem Realschulabschluss eine Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation absolvieren. Es gibt inzwischen wirklich viele Marketingausbildungsberufe und eine nicht mehr zu überblickende Menge an Jobtiteln. 

Worin liegt für Sie der Reiz an diesem Beruf?

Durch die ständigen Neuerungen lerne ich stetig dazu – das finde ich toll. Dieser Beruf ist einfach wahnsinnig abwechslungsreich und nie langweilig. Zwischendurch gibt es zwar schon immer wieder mal ein bisschen Fließbandarbeit, aber das ist auch gut so.

Wie bewerten Sie die Jobaussichten in Ihrem Beruf?

Sehr gut! Noch nicht jedes Unternehmen ist auf diesen Zug aufgesprungen und wer sich dazu entschließt, das Online Marketing fest zu verankern, braucht Fachleute, die das können und eine Unit  aufbauen. Leider haben wir es in dem Bereich mit einer verwirrenden Titelflut zu tun. Da gibt es viele Bezeichnungen, die schick klingen und doch wenig aussagen. Doch generell gilt: Erst steht das Junior im Titel, dann der Titel allein und später kommt der Senior dazu. Der nächste große Schritt ist dann eine Führungsposition. Ich denke, es ist sicher hilfreich, sich zu spezialisieren, um aus der Masse herauszustechen. Dann dürfte einem Aufstieg nichts mehr im Wege stehen.

Profilbild von Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

 ist freie Journalistin und schreibt über die deutsche Medienlandschaft, vorwiegend für das Fachmagazin Werben & Verkaufen, aber auch für Kontakter, Welt am Sonntag, SZ sowie den Blog der BLM. Themenschwerpunkte sind Fernsehen, Digitalwirtschaft sowie Printmedien. Nach einem Volontariat bei Hubert Burda Media und dem Besuch der Deutschen Journalistenschule in München arbeitete sie für Bunte, Bild, Freundin, Antenne Bayern und die Jugendbeilage der Süddeutschen Zeitung, Jetzt.

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