Weihnachtsgeschäft im Online-Handel

Für viele Verbraucher kommt der 24. Dezember jedes Jahr wieder ganz überraschend. Dann beginnt die hektische Jagd nach Geschenken im Netz. Doch E-Commerce-Händler sollten sich lange vorher auf den sprunghaften Ansturm vorbereiten. Schließlich machen sie etwa ein Drittel ihres Umsatzes in der Vorweihnachtszeit. Diese Tipps helfen, Webshops fit zu machen für das lukrative Geschäft.

Passen Sie Ihr Suchmaschinenmarketing an

Auch im Weihnachtsgeschäft spielt die Keywordauswahl eine wichtige Rolle. Und mit deren Optimierung könne man nicht früh genug beginnen, sagt Ali Mir Resalatpanahi, Gründer und Geschäftsführer von Findoo. „Die Thematik der Suchmaschinenoptimierung ist eine langfristige Frage.“ Am besten sei hier eine „klare, saisonal geplante und an Jahresereignisse angepasste Strategie“, so der Findoo-Chef, der sich auf die werbewirksame Umsetzung von Couponing-Kampagnen im Netz spezialisiert hat. Da man vor Weihnachten ja nicht alleine auf die Jagd um die Schlagwörter gehe, könne das ordentlich ins Budget gehen. Für kurzfristige Ergebnisse  empfiehlt der Spezialist deshalb Social Media Kanäle, durch die man relativ schnell eine Interaktion mit der Zielgruppe erreicht.

Erleichtern Sie mit Shoppinglisten den Einkauf

Wer vor Weihnachten noch keine Idee hat, wie er seine Liebsten beschenken soll, ist dankbar für jede Hilfe. Viele Nutzer sind begeistert von Geschenk-Ideen-Listen - sie schätzen diese Ratgeberfunktion und lassen sich beim Stöbern durch die unterschiedlichen Kategorien inspirieren. „Solche Listen im Shop helfen, wenn diese prominent platziert sind“, so der Geschäftsführer. 

Er empfiehlt viele verschiedene Listen aufzusetzen: Geschenke unter 50 Euro, Geschenke für die Schwiegermutter, Geschenke für Sportfreaks, Geschenke für den Hobbykoch und so weiter.

Punkten Sie mit Weihnachtspromotions

Internationale E-Commerce-Unternehmen haben es vorgemacht: Mit neuen Marketing-Tools wie Black Friday (24. November) und Cyber Monday (27. November) locken Amazon & Co. ihre Kunden mit unzähligen Spezialangeboten und satten Rabatten auf ihre Seiten. Eine im Auftrag des Technologieunternehmens Criteo durchgeführte EHI-Studie stellte 2016 fest, dass bereits 44 Prozent aller Kunden die Angebote des Black Friday entweder bereits nutzen oder nutzen wollen, beim Cyber Monday sind es zumindest schon 38 Prozent. Inzwischen sind viele deutsche Unternehmen auf diesen Zug aufgesprungen. Ebenfalls beliebt: Online-Adventskalender, die jeden Tag ein neues Schnäppchen bereithalten. Auch der Nikolaustag und die Adventssonntage schaffen mit besonderen Highlights Umsatz. „Rabatt-Aktionen ziehen oft und auch sehr erfolgreich über soziale Medien und beliebte Publisher“, sagt Resalatpanahi. Um sich in der Vorweihnachtszeit aus der Masse abzuheben, sollte man auf Influencer setzen. Kreative Social-Media-Aktionen punkten vor allem bei der jungen Zielgruppe.

Mit Extra-Services punkten

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft – das gilt auch für Webshop-Kunden. Wählen Sie die Zugabe je nach Höhe des Bestellwertes. So bilden Sie auch einen Anreiz für ein höheres Bestellvolumen. Außerdem können Sie Ihren Kunden in der Vorweihnachtszeit Arbeit abnehmen und Geschenke bereits verpackt verschicken. „Das löst bei mir eine gewisse Begeisterung aus und stimmt mich als Kunden positiv. Für weitere Bestellungen, werde ich diesen Nebeneffekt in Erinnerung haben“, sagt Resalatpanahi.

In der Vorweihnachtszeit sind Surfer und Systeme oft überlastet. Wie kann man für die nötige Hosting-Power sorgen? 

„Das ist zusammen mit der Frage des Budgets, Lagerbestand und Versand, definitiv einer der wichtigsten Punkte im Weihnachtsgeschäft!“, sagt der Internet-Spezialist. Er rät jedoch generell davon ab, im Vorfeld der umsatzstärksten Zeit „grundsätzliche Veränderungen auf Shop- & Serverseite vorzunehmen.“ Viel wichtiger sei es, Server und Systeme nachhaltig aufzubauen und bei solchen Begebenheiten wie Weihnachten & Co. immer skalieren und grundsätzlich auf Hosting-Anbieter mit Skaliermöglichkeiten und extrem kurzen Down-Zeiten zu setzen. Sein Appell: „NIE einen Relaunch vor dieser Zeit planen! Viel zu riskant!“ 

Online-Shopping mit Lust statt Frust

Die Netz-Shopper sind tendenziell ein untreues Volk. Sind sie genervt von einer Website, beispielsweise weil die Ladezeiten zu hoch sind, surfen sie auf die nächste Seite und kaufen dort. Dass sie irgendwann zurückkommen, ist eher unwahrscheinlich. Daher gilt es schon im Vorfeld, Bestellprozesse und Bezahlvorgänge zu vereinfachen und die User-Experience zu verbessern.

Resalatpanahi sagt: „Sollte dennoch was schief gehen, kann man es ja nächstes Jahr besser machen.“

Lisa Priller-Gebhardt

 ist freie Journalistin und schreibt über die deutsche Medienlandschaft, vorwiegend für das Fachmagazin Werben & Verkaufen, aber auch für Kontakter, Welt am Sonntag, SZ sowie den Blog der BLM. Themenschwerpunkte sind Fernsehen, Digitalwirtschaft sowie Printmedien. Nach einem Volontariat bei Hubert Burda Media und dem Besuch der Deutschen Journalistenschule in München arbeitete sie für Bunte, Bild, Freundin, Antenne Bayern und die Jugendbeilage der Süddeutschen Zeitung, Jetzt.

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