Digitales Präsenzmanagement – die Basis für erfolgreiches Lokales Marketing – Folge 1

Präsenzmanagement – das kennen wir alle noch – vor 25 Jahren, als ich Abitur gemacht habe, war das für kleine und mittelständische Unternehmen noch einfach. Es gab ja noch kein Internet und kaum einer hatte ein Mobilfunkgerät. Und es gab im Prinzip nur drei Quellen von Relevanz in denen man präsent sein musste: Das Telefonbuch, DasÖrtliche und Gelbe Seiten im B2B-Sektor, noch den Katalog bzw. CD-ROM von Wer liefert was? und mit einem mehr oder minder werblichen Eintrag hatte man 95% der Bevölkerung erreicht. Egal, ob Du einen Schlüsseldienst, Anwalt oder Dachdecker gesucht hast.

Und heute? Fast wäre man geneigt zu sagen, heute ist das eigentlich genauso. Nur die eine relevante Quelle heißt jetzt Google und obwohl diese Quelle seit nun fast 20 Jahren am Markt und zumindest was das Suchvolumen betrifft, eine marktbeherrschende Stellung einnimmt war/ist sie für viele KMU immer noch ein Buch mit sieben Siegeln.

Also ist meine Rechnung doch ganz einfach: wenn ich meine Präsenz auf Google schaffe bzw. verbessere, dann erreiche ich meine Zielgruppe am besten. Blickt man hinter die Kulissen des Ökosystems Google scheint das Ganze dann noch nicht so leicht. (s. Darstellung – moz 2015 German Local Search System). Da übernimmt jeder von jedem Daten und speist diese wiederum zurück in andere branchenspezifische Portale oder Verticals, Kataloge und Verzeichnisse. Und jetzt kommen auch noch die ganzen frei übersetzt „pfiffigen Telefone“ (Smartphones) dazu, sowie eine immerzu wachsende Anzahl von Nutzern mobiler Karten- und Navigations-Systeme.

Was ist für Google relevant und was muss ich bei meiner digitalen und mobilen Präsenz beachten?

Einen Teil der Antwort gibt uns Google selbst: Wer gerade unterwegs ist und nach dem nächsten Drogeriemarkt sucht, wird dies in 4 von 5 Fällen über eine lokale Suche auf seinem Smartphone tun. Es wird eben schnell die nächste Karten-App oder der Browser geöffnet und die Suchmaschine spuckt mithilfe der Ortungsdienste des Smartphones alle relevanten Geschäfte der Umgebung aus. Sind dies alle Geschäfte, die Drogerieartikel führen? Und wird das nächste Geschäft mit Drogerieartikeln als erstes angezeigt? Nein. Es ist das Geschäft, das die Suchmaschine als relevant einstuft. Doch wie wird diese Relevanz festgelegt? Im Falle von Google gibt es vier essentielle Bestandteile, die das Ranking in lokalen Suchergebnissen beeinflussen. Wer sich mit diesen beschäftigt, kann sein Ranking einfach optimieren (Quelle):

  • ein verifiziertes Google My Business Profil,
  • einheitliche Daten in Verzeichnissen,
  • eine mobil optimierte Website,
  • Social Media Bewertungen (wie wichtig das ist, wurde bereits intensiv von Lucas Müller berichtet).

Beschäftigen wir uns in diesem Beitrag mit dem ersten Punkt: Google My Business

Informationen, die direkt an Google übermittelt werden, entgehen dem Risiko, über diverse Abgleiche und veraltete Bestandsdaten verwässert zu werden. Ein ausführlich gepflegtes und verifiziertes Google My Business Profil ist somit die beste Grundlage für ein gutes Ranking. Google bietet hier diverse Felder, die mit Informationen gespeist werden können. Je mehr Felder ausgefüllt werden, desto besser kann Google Produkte oder Dienstleistungen einschätzen und das entsprechende Unternehmen so zielsicher in relevanten Suchen platzieren.

Die Verifizierung, also die Echtheit der Unternehmensdaten, kann mittels eines 5-6-stelligen PIN Codes erfolgen, der kann entweder per Telefon oder über eine Postkarte (ja – Ihr habt richtig gehört) eingeholt werden. Manche Unternehmen haben bereits einen Google Account und können damit den Google-eigenen lokalen Container befüllen, der Grundlage u. a. für die mobile Suche von Google, Google Maps (Anm. des Autors: ein interessanter Artikel über das letzte Update kam dazu letzte Woche sogar im Feuilleton der FAZ) und dem Google eigenen sozialen Netzwerk Google+ ist.

Wenn aber diese Zugangsdaten nicht mehr bekannt sind, dann hilft es nur noch den Google Support anzurufen und das Konto wieder freizuschalten. Seit kurzem finden in den USA erste Tests statt, in denen nicht geclaimte GMB Profile von Google bekannten Unternehmen durch Crawling der Unternehmens-Website die E-Mail-Adresse z. B. aus dem Impressum herausfindet und dann an diese E-Mail-Adresse eine Möglichkeit der Verifizierung sendet (Quelle) Es bleibt abzuwarten, ob diese Entwicklung auch in Europa Einzug hält. Wenn man aber selbst miterlebt hat, wie häufig kleine und mittelständische Unternehmen den Posteingang von info@ihr-bester-dachdecker-vor-ort.de bearbeiten, sollte Google in Deutschland vielleicht lieber ein Fax senden.  

Viele Unternehmer scheuen schon allein das Anlegen eines Google Kontos und nicht nur deshalb gibt es viele Dienstleister, die Unternehmen helfen, ihr GMB Profil zu verifizieren und zu befüllen. Worauf muss ich hierbei achten? Neben den klassischen Adressinformationen kann ich eine Fülle von Attributen ausfüllen:

1. KontaktmöglichkeitenWie kann ich das Unternehmen erreichen, per Telefon klar, aber vielleicht gibt es evtl. eine Service Hotline, über die sämtliche Anfragen besser zugeordnet werden? Ich könnte auch eine ganz bestimmte Durchwahl angeben, die sonst nicht so häufig angerufen wird, damit ich ohne viel Tracking die Relevanz dieses Kanals für meine Zielgruppe messbar machen kann. Email, Faxnummer und natürlich die aktuelle und für Fußgänger und Autofahrer bestmöglich erreichbare Adresse sollte im vollständigen Profil nicht fehlen.

2. ÖffnungszeitenGanz wichtig für alle Unternehmen, die irgendwie Geschäft mit Besuchern in ihrem Laden, ihrem Shop, ihrem Restaurant machen, sind Öffnungszeiten, denn in ganz vielen Apps wird nicht nur nach dem Was und Wo gesucht, sondern auch immer mehr Wann – daher sehe ich auch in vielen Diensten z. B. in der mobilen Google Trefferliste solche Bezeichnungen wie: Schließt um 19:00 Uhr, Öffnet bald oder „Aktuell geschlossen“. Wer das nicht pflegt, ist selber schuld.

3. Bilder, Logos, VideosMindestens genauso wichtig sind Fotos vom Unternehmen idealerweise auch das Logo der Firma. Google macht hier recht klare Vorgaben, welche Bilder gesucht sind und wie groß diese sein dürfen. Unternehmensvideos im YouTube-Format sind auch immer willkommen.

4. Weitere InformationenZahlungsmöglichkeiten, Besondere Highlights, wie Mittagsmenü, aber auch wichtige Infos wie Barrierefreiheit sind wertvolle Informationen für den lokalen Google Datencontainer. Haben Sie eine Speisekarte verlinken Sie diese, ebenso sind Produkt- oder Preislisten von hohem Nutzen.

Wer all diese Punkte beherzigt, hat schon einen ersten, großen Schritt in Richtung relevanter Daten bei Google gemacht. Im nächsten Artikel beleuchten wir das Thema „Einheitliche Daten in Verzeichnissen“.

Joachim Helfer

arbeitet seit 2005 für die Unternehmensfamilie Müller Medien. Er hat unter anderem die Online Marketing Agentur advantago aufgebaut, die sich darauf spezialisiert hat, kleine und mittelständische Unternehmen mit einfach zu verstehenden Produkten bei Ihrem Weg in den Online-Bereich zu unterstützen. Dabei kommen neben Websites, Landingpages auch Social Media und Listingprodukte zum Einsatz.

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