Gute Online PR beginnt mit der Corporate Website

Gesprächsthema Nummer eins auf Kommunikations- und Marketingveranstaltungen: Neueste Entwicklungen und Trends, wie beispielsweise der Einsatz von Virtual oder Augmented Reality für Werbemaßnahmen. Doch die Umsetzung kann kompliziert und kostspielig sein. 

Ja, die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden zu gewinnen wird immer schwieriger und gelingt manchmal nur mit einer ausgefallenen Kampagne. Aber was ist, wenn man ihre Aufmerksamkeit gewonnen hat und die potenziellen Kunden auf der Unternehmenswebsite nicht sofort das finden, was sie gesucht haben oder ihnen versprochen wurde? 

Genau an dieser Stelle fehlen vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) noch die Online-PR-Grundlagen. Diese sollte einige Grundlagen, technisch und konzeptionell, für Kampagnen und sonstige Aktivitäten bieten. 

In diesem Beitrag konzentriere ich mich auf die für KMU wichtigste Plattform: Die Corporate Website. Denn wenn es bereits an der eigenen Website hapert, sollte man von weiteren Online-PR-Aktivitäten vorerst absehen.

Corporate Website: Das digitale Aushängeschild eines Unternehmens

Wenn Sie auf folgende Aspekte achten, können Sie sicherstellen, dass Sie über eine solide Basis für Ihre künftigen Online PR-Aktivitäten verfügen. Denn früher oder später landen Journalisten und potenzielle Kunden auf Ihrer Website und wollen weitere Informationen.

Eigenschaften eines attraktiven Webauftritts

Folgende Tipps helfen, den eigenen Webauftritt attraktiv zu gestalten:

  • Eine übersichtliche Startseite:
 Die Startseite gehört zu den am häufigsten aufgerufenen Seiten eines Webauftritts. Die Startseite sollte als Wegweiser für Ihre Besucher fungieren. Die Kunst ist es, den Website-Besuchern auf der Startseite ein Abbild der gesamten Website zu vermitteln - ohne sie dabei mit Informationen zu überhäufen.
  • Eine klare Navigation, die den Namen Nutzerführung verdient: 
Die Startseite fungiert als Wegweiser, die Navigation bietet die Pfade, die ein Besucher nutzen kann, um zum gewünschten Inhalt zu gelangen. Zu viele Navigationspunkte und der Besucher verläuft sich. Zu wenige Navigationspunkte und der Besucher findet eventuell nicht die Inhalte, die er sucht. Verwenden Sie für die einzelnen Navigationspunkte klare und aussagekräftige Begriffe. Nutzen Sie Symbole, um auf einen Blick klarzustellen was sich hinter dem Punkt verbirgt. Vermeiden Sie mehr als drei Navigationsebenen. Desto schneller ein Besucher die gewünschte Information findet, desto höher ist die Chance, dass er auf Ihrer Seite bleibt.
  • Prägnante Texte in unterschiedlicher Tiefe: 
Texte werden nur gelesen, wenn sie relevante Informationen beinhalten. Durch die Aufbereitung von Textabschnitten mit unterschiedlichen Längen kommt man dem genannten Phänomen entgegen. Mit einem sogenannten Teaser - Kurzinformationen - geben Sie eine kurze und prägnante Inhaltsangabe des kompletten Inhalts wieder. Zwischenüberschriften im eigentlichen Text erleichtern Nutzern das schnelle Lesen.
  • Hohe Lesbarkeit und Benutzerfreundlichkeit - auch mobil
: Egal ob Ihre Website auf einem Smartphone oder auf einem Desktop PC betrachtet wird: Sie muss lesbar und benutzerfreundlich sein. Wählen Sie eine gut lesbare Schriftart und nutzen Sie einen ausreichenden Zeilenabstand. Das Seitenlayout sollte sich der Größe des Browserfensters problemlos anpassen. Achten Sie auf einen angemessenen Kontrast von Text und Hintergrund. Fotos und Grafiken sollten nicht nur thematisch zur Website passen, sondern auch für mobile Geräte optimiert sein.
  • Suchmechanismus auf dem eigenen Webauftritt
: Das Auffinden von Inhalten wird mit einem Suchmechanismus erheblich erleichtert. Mit dem gezielten Anlegen von Metainformationen - Metatags und Keywords - erleichtert man Suchmaschinen wie Google das Erfassen der Website und ihrer Inhalte.
  • Social Shareability aller Seiten des Webauftritts: 
Kunden müssen sich für die eigenen Inhalte begeistert werden, damit sie von ihnen auch, beispielsweise in den sozialen Medien, geteilt werden. Dabei spielt nicht nur der Inhalt an sich eine Rolle, sondern auch sein Aufbau und seine Struktur. Was sehen Seiten-Besucher, wenn sie die Social-Sharing-Buttons des Unternehmens nutzen? Tauchen die richtigen Vorschaubilder in den geteilten Beiträgen auf? Wird der gewünschte Vorschautext mitgeliefert? Achten Sie aber auch darauf, wie einzelne Seiten Ihres Webauftritts in den Suchmaschinen angezeigt werden: Wie sieht das (Google) Snippet einer Seite aus?

Technische Aspekte eines attraktiven Webauftritts

Um Online Kommunikation zu betreiben, müssen auch eine Reihe technischer Voraussetzungen beachtet werden.

  • Schnelle Ladezeiten: 
Achten Sie auf die Ladezeiten des gesamten Webauftritts. Grafiken mit geringer Dateigröße und Server mit schneller sowie kontinuierlicher Erreichbarkeit sind der erste Schritt, um Ladezeiten zu verkürzen. Den reibungslosen technischen Betrieb und die ständige Erreichbarkeit sichern Ihnen zuverlässige Dienstleister oder die eigene IT-Abteilung.
  • Kompatibilität mit unterschiedlichen Browsern - auch mobil
: Für einen qualitativ hochwertigen Webauftritt ist die Kompatibilität mit unterschiedlichen Browsern, diversen Betriebssystemen sowie mobilen Geräten ein Muss. Programmieren Sie Ihre Seite am besten W3C-Konform, entsprechend den Leitlinien des World Wide Web Konsortium, damit so viele Browser wie möglich die Website richtig darstellen. 
  • Kompatibilität mit Screenreadern
: Leser und Kunden werden im Lauf der Zeit älter. Das klingt logisch, führt aber auch dazu, dass die Sehkraft nachlässt. Zudem gibt es in fast jeder Zielgruppe Leser und Multiplikatoren mit Sinneseinschränkungen oder Sehbehinderungen. Für sie sind Screenreader, Programme, die den Bildschirminhalt vorlesen können, essentiell. Damit diese problemlos funktionieren, sollten Sie auf die technisch saubere Formatierung von Text und die klare Benennung aller Bildinhalte achten. 

Der Pressbereich: Der Hub für Journalisten

Für Journalisten ist der Pressebereich die zentrale Anlaufstelle. Für viele KMU ist er nach wie vor nicht selbstverständlich. Doch wer erfolgreich mit Journalisten kommunizieren will, kann mit einem Pressebereich Journalisten erste wichtige Informationen anbieten. Der Griff zum Telefonhörer wird dann erst nötig, wenn über die vorhandenen Informationen hinausgehende Auskünfte benötigt werden. Auch für Journalisten gilt: Zeit ist Geld. Machen Sie es ihnen so einfach wie möglich und es wird sich auszahlen.

Ein guter Pressebereich umfasst:

  • Aktuelle Pressemitteilungen und ein Archiv: 
Der Überblick über aktuelle und historische Entwicklungen des Unternehmens sollte in chronischer Reihenfolge dargestellt werden - aktuelle Ereignisse interessieren Journalisten schließlich am meisten. Eine Download- und eine Printfunktion sollten für jede einzelne Pressemitteilung vorhanden sein. In vielen Redaktionen wird nach wie vor mit Papier gearbeitet.  In einem Archiv können Sie Pressemitteilungen und weitere Veröffentlichungen nach Veröffentlichungsjahr sortieren.
  • Terminübersicht
: Pressekonferenzen, geplante Veröffentlichungen sowie weitere wichtige Termine sollten in einer Übersicht jederzeit ersichtlich sein. So sparen Sie Journalisten jede Menge Zeit bei der Recherche.
  • Kontaktdaten: 
Ich bekomme es immer wieder von Journalistenkontakten zu hören: Eine Unternehmenswebsite ohne Angabe des Pressekontakts interessiert keinen Journalisten. Hinterlegen Sie die E-Mail-Adresse und die Telefonnummer der verantwortlichen Ansprechpartner klar und sichtbar - am besten schon auf der Startseite oder auf der obersten Ebene des Pressebereichs. Denn Journalisten machen sich nicht nur gerne ein Bild von Ihrem Unternehmen, sondern auch von Personen. Ein Foto des Ansprechpartners schafft persönliche Nähe.
  • Wegbeschreibung
: Bieten Sie Kunden, Partnern und Journalisten eine klar verständliche Wegbeschreibung. Die Anreise zum Unternehmen wird so spürbar erleichtert.
  • Pressefotos, Grafiken und Tabellen: 
Bildmaterial sollte aufgrund der potenziell großen Datenmengen Pressemitteilungen nicht beigefügt werden. Journalisten hassen es, wenn man ihren Posteingang verstopft. Stattdessen sollten Sie das Bildmaterial in einem Downloadbereich zur Verfügung stellen. Innerhalb der Mitteilung können Sie dann mithilfe eines Links auf das jeweilige Material hinweisen. In Redaktionen ist Bildmaterial in hoher Qualität ein rares Gut. Bieten Sie Material in der Auflösung von 72 dpi für die Online-Nutzung und 300 dpi für die Printnutzung an. Legen Sie ein Archiv mit den wichtigsten Persönlichkeiten des Unternehmens an. Beschriften Sie Ihr Bildmaterial verständlich (Name der abgebildeten Person, Datum der Aufnahme, Fotograf. Hinweis auf die Bild- und Nutzungsrechte). 

Die Corporate Website: Der Grundstein für erfolgreiche Online PR

Die Corporate Website ist für Unternehmen die Visitenkarte. Ein gut gepflegter Pressebereich auf der Corporate Website ist die Grundlage für professionelle Online PR. Social Media und Online Kommunikation sind wichtig, doch ohne die Grundlage der eigenen Website nur bedingt erfolgreich. Mit einer gut strukturierten und benutzerfreundlichen Website tun Sie nicht nur Journalisten einen Gefallen, sondern auch potenziellen Kunden. Sie erleichtert die Suche nach weiteren Informationen zu Ihren Produkten und Dienstleistungen und die Kontaktaufnahme.