So vernetzen Sie sich richtig

Netzwerken ist eine Kunst für sich. Doch nicht die Anzahl der gesammelten Visitenkarten oder Facebook-Freunde sind ausschlaggebend, sondern die Qualität der Kontakte. Christiane Wolff hat vor 15 Jahren das „Nettwerk“ gegründet. Sie gibt zehn Tipps für nachhaltiges Networking:

1. Was will ich. Wo finde ich die Menschen, die ich treffen will? Gezielt Events, Konferenzen, Netzwerke und Branchenveranstaltungen ansteuern. Klasse statt Masse. Machen Sie sich im Vorfeld einen Plan und halten Sie möglichst daran fest, sonst verzetteln Sie sich am Ende nur.

2. Gästeliste anfragen. Ob sich der Besuch einer Veranstaltung lohnt, hängt oft auch davon ab, wer teilnimmt. Fragen Sie ruhig im Vorfeld nach der Gästeliste. "Mehr als nein sagen, kann der Veranstalter nicht", meint Wolff.

3. Gesprächspartner googeln. Anhand der Gästeliste schon mal die Personen auswählen, die für einen wichtig sein könnten. Gegebenenfalls empfiehlt sich auch eine kurze Recherche im Netz zu den für Sie interessantesten Teilnehmern. Loten Sie berufliche Interessensgebiete aus und schon haben Sie einen guten Aufhänger. Prägen Sie sich das Foto ein, damit Sie den Gesprächspartner auch identifizieren können.

4. Planung ist die halbe Miete. Sich vorher schon überlegen, wie viele Personen man treffen möchte. Es sollten allerdings maximal fünf bis sechs sein. Planen Sie für jedes Gespräch mindestens 10 Minuten ein. In jedem Fall gilt: Klasse statt Masse.

5. Mentoren finden. Die besten Türöffner sind andere Menschen. Ein Mentor kann nicht nur Karrieremöglichkeiten eröffnen und wertvolle Ratschläge geben. "Über Mentoren kann man am schnellsten neue Kontakte knüpfen", meint Christiane Wolff.

6. Frühzeitig anreisen. Es empfiehlt sich, unter den ersten Gästen zu sein, da haben alle noch genügend Zeit und Muse für eine Unterhaltung. Im besten Falle sollte man auch vorher schon gegessen haben und satt sein. "Man kann schlecht gleichzeitig essen und Fragen stellen", sagt die Netzwerk-Spezialistin.

7. Neugierig sein. Das A&O: Zeigen Sie Interesse, stellen Sie Fragen. Wer Fragen stellt, signalisiert Interesse und Offenheit. Zum einen wird Ihr Gegenüber interessierte und intelligente Rückfragen schätzen. Zum anderen erfahren Sie Dinge über Ihren Gesprächspartner, die bei weiteren Treffen als Gesprächsaufhänger dienen können.

8. Visitenkarten nicht vergessen. Passiert öfter, als man meint. Die Visitenkarten, die man selbst eingesammelt hat, sollte man nicht in der Schublade verschwinden lassen, sondern gleich „verarbeiten“ – sofern Sie weiterhin Kontakt halten möchten. Vernetzen Sie sich bei online Business-Portalen wie Xing und LinkedIn.

9.Erst geben, dann nehmen. Nach dem Event nochmal den Faden aufnehmen und eine Mail schicken. Falls man einen interessanten Beitrag zu einem Thema findet, über das gesprochen wurde, einfach den Link weitergeben. Das verstärkt beim Gegenüber den positiven Eindruck. Ebenfalls hilfreich: Empfehlen Sie Ihre neuen Kontakte weiter. Das wirkt souverän und Sie haben bei Ihrem Gesprächspartner „einen gut“.

10. Die wichtigste Regel lautet: Frühzeitig mit dem Netzwerken starten. Es ist ein Fehler, erst dann ein Netzwerk aufzubauen, wenn man es braucht, beziehungsweise ein Problem hat. Dann ist es meist zu spät. Wer Kontakte zu Neukunden oder Geschäftspartnern braucht, sollte auf ein belastbares Netzwerk zurückgreifen können.

Lisa Priller-Gebhardt

 ist freie Journalistin und schreibt über die deutsche Medienlandschaft, vorwiegend für das Fachmagazin Werben & Verkaufen, aber auch für Kontakter, Welt am Sonntag, SZ sowie den Blog der BLM. Themenschwerpunkte sind Fernsehen, Digitalwirtschaft sowie Printmedien. Nach einem Volontariat bei Hubert Burda Media und dem Besuch der Deutschen Journalistenschule in München arbeitete sie für Bunte, Bild, Freundin, Antenne Bayern und die Jugendbeilage der Süddeutschen Zeitung, Jetzt.

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