Neuer Algorithmus: Wie Facebook jetzt gegen Clickbait vorgeht

Als "Clickbait" wird ein Posting genannt, das Sie durch reißerische Überschriften oder fehlenden Informationen zum Klicken auf einen Link animieren soll. Facebook geht jetzt gegen die Klicksammler vor.

Mit Clickbait auf User-Fang

"Warum Äpfel in Wirklichkeit Ihrer Gesundheit schaden". "Sie glauben nicht, was danach geschah." "Dieses Wundermittel sollten Sie unbedingt kennen." Mit solchen irreführenden oder dramatisierenden Überschriften locken Postings bei Facebook und Co. auf weiterführende Websites. "Clickbait" wird diese Art von Posting deshalb genannt, zu deutsch "Klickköder".

Klickt man dann – neugierig geworden – auf den Link, wird man häufig enttäuscht. Auf der Landingpage wird dann doch nur erläutert, dass Äpfel ungesund sind, wenn Sie zu viele von ihnen und das jeden Tag essen würden. Und die angeblich so verblüffende Geschichte, "was danach geschah", entpuppt sich in der Regel ebenfalls als weniger dramatisch als zunächst gedacht.

Der Seitenbetreiber hat jedoch sein Ziel erreicht: Er kann einen weiteren Klick verbuchen, wovon er bei den Werbeanzeigen und im Google-Ranking profitiert. Der User aber ist enttäuscht. Und diese negative Nutzererfahrung färbt auf Facebook und Co. ab.

Facebook schlägt zurück

Immer mehr Nutzer haben sich in der Vergangenheit bei Facebook über die ärgerliche Klickfischerei beschwert. Daraufhin kündigte das soziale Netzwerk an, verstärkt gegen Clickbait vorzugehen. Demnächst solle es nur noch "interessante und relevante" Nachrichten auf dem Portal geben. Schon zuvor hatte Facebook begonnen, diejenigen Posts herauszufiltern, bei denen die User nach dem Klick nur für eine sehr kurze Zeit auf der entsprechenden Website geblieben waren.

Mit einem neuen Algorithmus will Facebook die Maßnahmen gegen Clickbait ausweiten. Das Programm soll typische Clickbait-Formulierungen erkennen und aus dem Nachrichtenstrom herausfischen. Mehrere Tausend Überschriften, so das Unternehmen, hätten Mitarbeiter dafür ausgewertet und die Software damit gefüttert. Im Facebook-eigenen Ranking würden solche Nachrichten nun schlechter bewertet und nach unten rutschen. Die Verbreitung innerhalb des Netzwerkes sinkt.

Wenn sich die Unternehmen daraufhin entschieden, ihre Nachrichten ohne Clickbait-Maßnahmen zu verbreiten, würden sie im Ranking auch wieder steigen, erklärt Facebook seine Strategie.