Green Marketing versus Greenwashing

Unter Green Marketing versteht man Marketingkonzepte und -maßnahmen, die auf das Umweltbewusstsein der Kunden eingehen. Dabei sollen vor allem die Produkteigenschaften und Prozesse hervorgehoben werden, die im Sinne des Ökosystems sinnvoll sind.

Das Angebot an umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen wächst rasant: Bio-Kleidung oder ökologische WC-Reiniger – ja sogar Bahn-Fahren ist neuerdings mit Ökostrom möglich. Denn wirtschaftlich agierende Unternehmen setzen zunehmend auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit und steigen ins sogenannte „Green Marketing“ ein.

Wettbewerbsvorteile durch „Grünes Marketing“

Auslöser sind jedoch nicht immer moralische Aspekte. Vielmehr versprechen die grünen Geschäftsmodelle häufig einen Wettbewerbsvorteil. Das Interesse der Verbraucher an unbelasteten und nachhaltig produzierten Produkten ist hoch. Das verdeutlicht auch eine aktuelle Statista-Umfrage: Danach gaben in den Jahren 2010 bis 2013 rund 9 Millionen Deutsche an, dass es ihnen beim Kauf von Produkten wichtig sei, dass das jeweilige Unternehmen sozial und ökologisch verantwortlich handelt. Bei weiteren 26 Millionen der Befragten trifft dies immerhin „meist“ zu.

Bei Greenwashing sehen Kunden Rot

Ist Green Marketing also ein Erfolgsfaktor? Nicht zwangsläufig! Etabliert ein Unternehmen Grünes Marketing allein aus Gründen größeren Profits oder besseren Images, ist es über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt. Dann spricht man nicht mehr von Green Marketing, sondern von Greenwashing.

Beim Greenwashing wird mit einer umweltfreundlichen Darstellung eines Produktes oder einer Dienstleistung geworben, die nicht der Realität entspricht. Wer nicht wirklich hinter der grünen Philosophie steht, falsche Behauptungen aufstellt und Kunden hinters Licht führt, riskiert einen folgenschweren PR-Gau.

Erfolgsfaktoren für Green Marketing

Noch mehr als bei anderen Vermarktungsstrategien gilt es daher besonders beim Green Marketing, wichtige Grundregeln zu beachten:

  1. Transparenz: Anbieter müssen Ihre Maßnahmen in Punkto Nachhaltigkeit für Konsumenten nachvollziehbar machen, also beispielsweise Infos über Materialien, Produktionsstätten, Preiskalkulationen etc. veröffentlichen.
  2. Fachwissen: Ein Unternehmen muss wissen, wovon es redet, statt leere Floskeln anzubieten. Deshalb gilt: Setzten Sie sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Ökologie in Ihrem Unternehmen genau auseinander. Kennen Sie z.B. jeden einzelnen Schritt in der umweltfreundlichen Herstellung Ihres Produkts? Nur wer das Thema selbst verinnerlicht hat, kann den Mehrwert auch für Kunden deutlich machen. Für die Kommunikation des Wissens eigenen sich dann beispielsweise entsprechende Aufsteller, Booklets oder Postkarten.
  3. Aufmerksamkeit: Ist ein transparentes, auf Fachwissen basierendes grünes Angebot kreiert, muss dieses mithilfe entsprechender Kampagnen öffentlichkeitswirksam vermarktet werden.

Ein Green-Marketing-Beispiel: Die Schweizer Textilmarke Switcher macht vor, wie Transparenz hergestellt wird: Jeder Textil-Artikel verfügt über einen sogenannten „Respect-Code“. Wer den Barcode im Internet eingibt, erhält Infos über den Produktionsprozess vom Rohstoff über die Produktionsstätte bis hin zur Lieferung in die Schweiz.

Grünes Marketing versus „Geiz-ist-geil“

Dem Öko-Skeptiker steht der grüne Konsument gegenüber. Während der Skeptiker im Zweifelsfall erst gar nicht zu grün gefärbten Produkten greift, da er von den grünen Verkaufsargumenten abgeschreckt ist. ist der „grüne Konsument“ bereit mehr Geld für diese Produkte auszugeben: zum Beispiel für Bio-Äpfel aus der Region.

Wer einen grünen Lebensstil etabliert hat, prüft Märkte, Produkte und den eigenen ökologischen Fußabdruck genau, nicht zuletzt um das Preis-Leistungs-Verhältnis abzuwägen.

Fazit: Professionelles Green Marketing kann Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, sofern es der Philosophie und den Prozessen des Unternehmens entspricht. Wer hingegen Greenwashing betreibt, setzt aufs Spiel treue Kunden zu verlieren und das Ansehen seiner Marke zu gefährden.