Grüner wirtschaften: Mit der Ökobilanz bei Kunden punkten

Das Stichwort Nachhaltigkeit ist in aller Munde: Immer mehr Kunden interessieren sich für die Ökobilanz der von ihnen erworbenen Produkte. Im Gegenzug setzen inzwischen auch viele mittelständische Unternehmen das Thema Umweltschutz auf ihre Agenda. Wer sich auf diesem Feld verdient macht, kann die Erfolge auch nach außen kommunizieren.

Aufrichtiges Engagement statt Greenwashing

Engagement für den Umweltschutz – also eine positive Ökobilanz – kann sich positiv auf die Reputation von Unternehmen auswirken. Das hat auch die PR-Branche begriffen – das Stichwort "Nachhaltigkeit" spielt inzwischen bei vielen Image-Kampagnen eine wichtige Rolle. Entscheidend ist jedoch, dass die Behauptung, eine Firma arbeite sehr umweltbewusst, nicht einfach aus der Luft gegriffen ist: Sie muss immer auch konkrete Bemühungen des Betriebs widerspiegeln.

Ansonsten sehen sich Unternehmen schnell mit dem Vorwurf des Greenwashings konfrontiert: Hier wird Firmen unterstellt, dass sie sich in der Öffentlichkeit zwar als nachhaltig und umweltbewusst präsentieren, tatsächlich aber keinen wirklichen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Mit reinen PR-Kampagnen erweisen sich Unternehmen entsprechend einen Bärendienst und riskieren sogar einen Imageverlust. Wer seine Ökobilanz hingegen mit konkreten Maßnahmen verbessert, kann diese Erfolge mit gutem Gewissen in seine Öffentlichkeitsarbeit einfließen lassen.

Umweltmanagement für KMUs

Pauschale Maßnahmen für ein cleveres Umweltmanagement lassen sich nur schwer formulieren. Wer alle Potenziale seines Betriebs in puncto Nachhaltigkeit ausschöpfen möchte, kann ein umfassendes Konzept entwickeln und hierfür gegebenenfalls einen externen Berater konsultieren. Energie- und Ressourceneffizienz sind ein Bereich, in dem Arztpraxen, Maklerbüros oder Friseurstudios aber gleichermaßen ein paar simple Schritte ergreifen können. Senken Sie beispielsweise den Stromverbrauch Ihres Unternehmens, indem Sie kontinuierlich in sparsame Geräte und Beleuchtung investieren. Wenn Sie zudem Ihre Mitarbeiter für das Thema sensibilisieren und zum Beispiel anweisen, Arbeitsgeräte wie Bildschirme etc. nicht im Standby-Modus zu lassen, sondern ganz auszuschalten, kann der Betrieb wertvolle Energie sparen.

Papier ist eine Ressource, die in nahezu jedem Bürobetrieb in Hülle und Fülle verbraucht wird. Auch hier kann ein Umdenken bei Management und Mitarbeitern zu wertvollen Einsparungen führen. Unternehmen, die Produkte vertreiben, können mit umweltfreundlichen und sparsam eingesetzten Verpackungen ihre Ökobilanz optimieren.

Ökobilanz nach außen kommunizieren

"Tue Gutes und sprich darüber" – dieses Motto gilt auch beim Thema Nachhaltigkeit. Dennoch wissen viele KMUs nicht, wie sie ihre Errungenschaften am besten an die Außenwelt tragen. Eine Möglichkeit, auf das Engagement aufmerksam zu machen, ist die eigene Homepage. Hier ist sowohl ein Menüpunkt "Nachhaltigkeit" denkbar als auch eine Unterkategorie in einem Bereich wie "Über uns". Machen Sie dort auf Initiativen des Unternehmens aufmerksam, indem Sie beispielsweise vermerken, dass Sie Ökostrom beziehen oder eventuell sogar Ihren eigenen Strom mit einer Solaranlage produzieren. Auch strenge, ökologische Kriterien bei der Auswahl der Lieferanten verdienen eine Nennung. Malerbetriebe, die besonders umweltverträgliche Farben verwenden, oder Kosmetikstudios, die auf zertifizierte Naturkosmetik setzen, sollten diesen möglichen Wettbewerbsvorteil ebenfalls deutlich hervorheben. Haben Sie mit einem Bündel von Aktionen den Wasser- oder Energieverbrauch des Betriebs deutlich senken können? Erfolgserlebnisse dieser Art sind auch eine kleine Pressemitteilung für die lokalen Medien wert. Größere Unternehmen präsentieren ihre Ökobilanz zum Teil sogar in einem jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht. Wichtig ist bei jeder Art von "grüner" Kommunikation, dass KMUs auf gängige Phrasen verzichten und stattdessen Maßnahmen und Erfolge konkret benennen.