Aller Anfang ist leicht: 7 Schritte für die ersten Facebook-Fans

Der Anfang ist gemacht – Sie haben sich im Rahmen Ihrer Social Media-Strategieplanung für ein Engagement auf Facebook entschieden und auch schon eine Fanpage angelegt. Die wichtigsten Felder sind ausgefüllt, Profil- und Titelbild sind hochgeladen, Impressum ebenfalls eingetragen oder verlinkt. Nun sitzen Sie vor dem Rechner – und jetzt? Wie kommen Sie denn nun an Fans?

Die Frage „Wie kommen wir ganz am Anfang an Fans“ wird so häufig gestellt, dass dazu ein Artikel dringend notwendig ist. Falls Sie sich also in der oben beschriebenen Situation befinden oder diese Situation noch vor sich haben, finden Sie hier 7 Tipps um einen ersten Stamm an Facebook-Fans aufzubauen.

Doch vorab drei Hinweise: Facebook-Fans zu haben ist gut und wichtig, aber die Fananzahl ist nicht das Maß aller Dinge. Langfristig bringen Ihnen 1.000 echte, aktive Fans mehr als 20.000, die eigentlich gar kein Interesse an Ihrer Seite haben. Und zweitens: Facebook-Fans sind freiwillig dabei. Sie werden Fan in der Erwartung, dass sie von Ihnen etwas bekommen. Das kann reiner Unterhaltungswert sein, aber auch Know-how, Tipps & Tricks, Rabatte und Aktionen, Insider-Infos oder anderes. Eine der wichtigsten Fragen lautet daher: „Warum sollte jemand unser Facebook-Fan werden?“ Bieten Sie entsprechende Mehrwerte und die Fans werden langfristig von selbst kommen. Und schließlich: Sie sollten bereits einige Beiträge veröffentlicht haben, bevor Sie aktiv auf „Fanjagd“ gehen. Niemand will Fan einer leeren Seite werden. Eine Handvoll Beiträge sollten bereits veröffentlicht sein, dann klappt es auch besser mit dem Fanaufbau.

1. Freunde einladen

Facebook hat eine eigene „Freunde einladen“-Funktion. Diese ist extrem umstritten, denn eine „kalte“ Einladung an den gesamten Freundeskreis wird bei vielen auf Unverständnis stoßen und Verärgerung produzieren.

Trotzdem sind die engeren Freunde eine gute Möglichkeit, die ersten Fans zu gewinnen. Laden Sie gezielt Personen ein, die Sie gut kennen und die ein Interesse daran haben, dass Ihre Fanpage ein Erfolg wird. Dazu können der engere Freundeskreis, die Familie oder auch der engste Kundenstamm gehören.

Auch die Mitarbeiter sollten nach Möglichkeit Fan des Unternehmens werden. Alle werden Sie in der Regel nicht bekommen, aber je nach Unternehmensgröße haben Sie so schon die ersten 10-100 Fans generiert.

2. Kundenstamm informieren

Informieren Sie Ihre Kunden darüber, dass Sie auf Facebook aktiv sind und welcher Nutzen dort von Ihnen zu erwarten ist. Dafür kann sich ein Rundmailing lohnen oder ein Zusatz beim nächsten Printmailing. Außerdem natürlich ein Zusatz in der E-Mail-Signatur und im Briefpapier sowie an allen anderen Touchpoints, die Sie mit Ihren Kunden so haben. Lidl hat beispielsweise in der Anfangsphase regelmäßig Plakate mit Hinweis auf die Fanpage in den Märkten ausgehängt, versehen mit Link und QR-Code. Andere Unternehmen nutzen Aufsteller, Flyer oder ähnliche Materialien, um ihre Kunden auf Facebook hinzuweisen.

3. Weitere Kanäle nutzen

Vielleicht haben Sie ja bereits Profile und Accounts in anderen Kanälen wie Twitter, XING oder LinkedIn. Auch dort können und sollten Sie auf Ihre Facebook-Fanpage hinweisen. In der Fachsprache nennt sich dieses Vorgehen „Crosspromotion“ und funktioniert meist zugegebenermaßen besser andersherum, also von Facebook aus auf weitere Kanäle hinweisen. Aber auch in der hier vorgeschlagenen Version können einige neue Fans für Sie herauskommen.

4. Kooperationen

Besonders effektiv ist es, wenn andere Fanpages auf Sie hinweisen. Vielleicht haben ja einige Ihrer Kooperationspartner eine größere Fanbase und können ein so genanntes „Shoutout“ machen, also ihre Fans über den neuen Kanal Ihres Unternehmens informieren. Sie können aber auch bezahlte Postings auf anderen Fanpages buchen. Wichtig ist, dass diese als Werbung gekennzeichnet sind, sonst handelt es sich um wettbewerbswidrige Schleichwerbung.

Solche Kooperationen lassen sich auch hervorragend mit weiteren Aktionen wie Gewinnspielen, Charity-Aktionen oder Rabattaktionen verknüpfen, um den Anreiz und die Reichweite nochmal zu erhöhen.

5. Liker einladen

Ein umstrittenes, aber oft wirksames Verfahren ist das Einladen von Likern. Wenn Ihre Beiträge bereits etwas Reichweite (organisch oder bezahlt) und Likes erzielt haben, besteht die Möglichkeit, die Personen, die den Beitrag geliked haben, aber noch nicht Fan der Seite sind, einladen, Fan zu werden. Den entsprechenden Button dafür sehen Sie, wenn Sie als Admin am Desktop Ihre Fanpage aufrufen und unter einem Beitrag auf die Anzahl der Likes klicken. Die Personen erhalten dann von der Fanpage eine Benachrichtigung über die Einladung, also nicht ausgehend vom privaten Profil des Admins.

Umstritten ist diese Funktion deshalb, weil sie von manchen Experten als spammy oder zu aufdringlich wahrgenommen wird. Praktisch empfinden längst nicht alle Nutzer das jedoch so, manche freuen sich sogar über einen derartigen Hinweis auf die Seite, deren Beiträge sie ja bereits geliked haben. Hier gehen die Meinungen stark auseinander.

Kritischer ist dagegen, dass eine solche Einladung als Werbung ohne Einwilligung und damit als ein Verstoß gegen §7 UWG eingestuft wird. Die Funktion ist damit in Deutschland rechtswidrig. Das Risiko einer Abmahnung dürfte gering ausfallen, über die potenzielle Gefahr sollte man sich jedoch im Klaren sein.

Und schließlich wird bei Personen, die bereits Fan sind, ihre Like-Angaben aber auf privat und nicht auf öffentlich gestellt haben, der Einladen-Button ebenfalls angezeigt. Diese Personen können also eingeladen werden, obwohl sie bereits Fan sind, was durchaus nervig sein kann.

Setzen Sie diese Funktion also, wenn überhaupt, sehr sparsam und mit Bedacht ein. Und immer sehr zeitnah, denn wer nach einer Woche erst eingeladen wird, hat schon längst vergessen, dass er einen entsprechenden Beitrag geliked hat und der Effekt, dass bereits eine gewisse Beziehung zur Fanpage besteht, entfällt.

6. Anzeigen schalten

Eine der effektivsten und am besten skalierbaren Möglichkeiten ist das Schalten von Anzeigenwerbung zur Fangenerierung. Es gibt extra ein eigenes Anzeigenziel für diesen Zweck. Die Anzeigen werden dann gezielt so ausgespielt, dass sie Nicht-Fans ansprechen und zum Fanwerden einladen.

Wichtig dabei: Gehen Sie unbedingt über den Anzeigenmanager, den Business Manager oder den Power Editor, nicht über den blauen Button unter jedem Beitrag, den Facebook Ihnen zum „Hervorheben“ des Beitrags anbietet. Dieser Button löst zwar ebenfalls Anzeigenschaltungen aus, ist aber bekannt dafür, große Lücken im Targeting zu haben und Likes von seltsamen Profilen (überwiegend leere Accounts mit arabischen Namen, die überhaupt keinen Bezug zur Seite haben) zu generieren. Das Problem ist im Anzeigenmanager weitgehen ausgeschaltet.

Wie genau Sie Anzeigen schalten, können Sie in der Schritt-für-Schritt-Anleitung für Facebook-Werbung nachlesen.

7. Gewinnspiel

Zu guter Letzt eignet sich auch ein Gewinnspiel gut, um zu Anfang neue Fans aufzubauen. Damit Sie jedoch die richtigen Personen ansprechen und nicht bloß reine Gewinnspieljäger, verlosen Sie etwas, das für Ihre Zielgruppe, nicht aber für die allgemeine Öffentlichkeit interessant ist. Also zum Beispiel eher ein Jahresabo für die Branchenzeitschrift als ein iPhone, eher eine Einladung zu einem exklusiven Event als Kinogutscheine, eher ein Jahresvorrat Ihrer Produkte als einen Amazon-Gutschein. Sie werden damit zwar weniger Fans generieren, dafür aber die richtigen.

Warum ist es so wichtig, die richtigen Fans zu haben statt einfach nur viele?

Der Reiz, den Fokus auf eine möglichst große Anzahl an Fans zu legen, ist groß. Schließlich will man ja bei der nächsten Messe vor der Konkurrenz oder auch vor dem eigenen Chef gut dastehen und mit großen Zahlen glänzen können. Manche Unternehmen kaufen daher zu Beginn auch Fans, um möglichst schnell eine signifikante Fanzahl vorweisen zu können.

Langfristig schießt man sich damit jedoch ins Bein. Zum einen werden dadurch sämtliche Statistiken dauerhaft unbrauchbar, denn Zahlen wie Interaktionsraten, Like-Zahlen etc. werden komplett verwässert und taugen nicht mehr als Erfolgsmesser.

Schlimmer ist jedoch, dass Facebook die Reichweite von Beiträgen unter anderem anhand der Interaktionsrate berechnet. Und da gekaufte (Fake-)Fans nie interagieren, fällt diese Rate entsprechend gering aus und damit auch Ihre Reichweite. Fankäufer schaden also Ihrer Reichweite langfristig und nachhaltig – das sollte einem ein kurzfristiger Egoboost durch die hohe Fanzahl nicht wert sein.

Setzen Sie also auf spannende, interessante, lustige oder hilfreiche Inhalte, eine persönliche und fanzentrierte Kommunikation, gelegentliche Aktionen und ein gutes Anzeigen-Targeting, dann kommen die echten Fans ganz von allein zu Ihnen.