Corporate Blog schlägt Facebook: Die Vorteile im Überblick

Der Corporate Blog fristet in Deutschland bislang ein Nischendasein. Viele Unternehmen beschränken sich in der Außendarstellung auf ein Facebook-Profil. Dabei hat der eigene Webblog einer Social-Media-Fanseite einiges voraus.

Facebook, die preiswerte Alternative?

Ein Unternehmensprofil bei Facebook kostet wenig Zeit und Geld, soweit zumindest die Theorie. Der Corporate Blog als Instrument für die Unternehmenskommunikation wirkt auf viele KMUs deutlich aufwendiger. Da verwundert es kaum, dass nach Angaben von "Statista" 38 Prozent der deutschen Unternehmen auf Social-Media-Kanälen aktiv sind. Auf Corporate Blogs präsentieren sie sich dem Anschein nach eher selten – und das, obwohl Online-Marketing-Experten diese als wichtiges Instrument in der Reichweitengewinnung werten.

Die Nachteile von externen Kanälen

Die Vorteile von Facebook aber auch Twitter und Co. sind unbestreitbar, doch ebenso liegen auch die Nachteile dieser Plattformen auf der Hand: Unternehmen müssen sich wie andere User auch an die von Facebook erstellten Spielregeln halten und begeben sich so in ein Abhängigkeitsverhältnis. Drittanbieter wie Social-Media-Plattformen können ihre Nutzungsbedingungen immer wieder ändern und bieten so nur wenig Sicherheit. Darüber hinaus treten Sie als Nutzer einen Großteil Ihrer Rechte an Bildern, Videos und Texten ab, sobald Sie diese über Facebook verbreiten, und erlauben dem Internetriesen damit, über sich und Ihre Kunden Daten zu sammeln. Bei einem Blog bleiben Sie hingegen selbst Herr der Inhalte und haben alles unter Kontrolle.

Ein weiterer Nachteil von Facebook: Mit der Zeit rutscht ein Beitrag im Profil immer weiter nach unten und verschwindet so in der Versenkung. Dabei ist das Thema womöglich auch Wochen nach der Veröffentlichung noch relevant. Auf einem Unternehmensblog können Sie Ihre Artikel dort platzieren, wo Sie es für richtig halten. Ob thematisch, chronologisch oder nach Beliebtheit geordnet – die Sortierung bleibt den Seitenbetreibern überlassen. Über eine Suchfunktion können Leser ältere Artikel zudem einfacher wiederfinden als bei Facebook.

Mehr Selbstbestimmung, mehr Möglichkeiten

Tatsächlich ist die Erstellung eines Corporate Blogs insbesondere in der Anfangsphase aufwendiger als die Betreuung eines Facebook-Channels. Dafür sind Ihnen bei der Gestaltung kaum Grenzen gesetzt. Unternehmensprofile bei Facebook schauen alle relativ ähnlich aus, schließlich gibt die Social-Media-Plattform das Design vor. Lediglich die Bilder wählt der Channel-Betreiber selbst aus. Den eigenen Blog können Sie optisch hingegen an Ihr Corporate Design anpassen und/oder ganz neue Wege gehen und sich mit einer kreativen Aufmachung von anderen Wettbewerbern abheben. Zusätzlich verspricht der Unternehmensblog nicht nur in Sachen Optik, sondern auch bei der Textform mehr Selbstbestimmung. Für gut recherchierte und damit längere Texte ist bei Facebook kein Platz: Die maximale Zeichenzahl sowie die Gestaltung der Seite setzen Autoren hier Grenzen. Sie können zwar per Link auf längere Beiträge verweisen, publizieren müssen Sie diese jedoch an andere Stelle, zum Beispiel auf einem Corporate Blog.

Corporate Blogs verbessern das Google-Ranking

Ihre Unternehmenswebsite schafft es bei Suchanfragen, die zu Ihrem Geschäftsfeld passen, bislang nur auf eine der hinteren Googleseiten? Das liegt womöglich daran, dass die Seite statisch ist, d.h. kaum aktualisiert wird. Ein Corporate Blog auf Ihrer Homepage ermöglicht es Ihnen, regelmäßig neue Beiträge zu veröffentlichen. Welche Taktung wirklich sinnvoll und realistisch durchzuführen ist, sollten Sie aber möglichst schon im Voraus überlegen, denn nur tatsächlich gepflegte Unternehmensblogs sprechen sowohl Suchmaschinen als auch Leser an.

Neben dem Aktualisierungseffekt kann Ihnen der Blog aber auch einfach durch seinen Inhalt selbst beim Google-Ranking Vorteile verschaffen. Die Suchmaschine honoriert hochwertige Beiträge mit ausreichend Keywords. So können Ihnen die Blog-Artikel womöglich eine gute Platzierung bei Google und damit mehr Reichweite verschaffen.

Mehr Aufmerksamkeit: Der Blog als "Slow Food"

Was McDonald's für die Gastronomie ist, verkörpern Facebook, Twitter und Konsorten für die Medienwelt: Sie liefern kurze Beiträge, die als Fast Food konsumiert und dann ebenso schnell wieder vergessen werden. Wer sich einen ganzen Artikel beziehungsweise Blogbeitrag durchliest, ist meist etwas aufmerksamer. Nutzen Sie daher die Chance, mit hochwertigem Content mehr als nur einen News-Quickie zu bieten und so nachhaltig im Gedächtnis Ihrer Zielgruppe zu bleiben.

Ersetzt der Corporate Blog einen Facebook-Channel?

Die Antwort auf diese Frage lautet ganz klar nein: Wer einen Unternehmensblog initiiert, soll sich deswegen nicht von seiner Facebook-Seite verabschieden. Auch wenn die Kommunikation über Social-Media-Kanäle einige Nachteile mit sich bringt und nicht die einzige Online-Aktivität Ihres Unternehmens darstellen sollte, ist sie eine sinnvolle Ergänzung Ihrer Netz-Strategie. Über Facebook können Sie beispielsweise auch Inhalte des Blogs verbreiten und der Seite so zu mehr Bekanntheit verhelfen. Im besten Fall nutzen Sie also mehrere Plattformen im Internet, um Ihr Unternehmen zu positionieren.

Die Strategie zum Erfolg

Text schreiben und online stellen – so schnell ist der Corporate Blog leider doch nicht in die Tat umgesetzt. Damit das Unterfangen auch ein Erfolg wird, ist es unabdingbar, sich vorher genaue Gedanken über Zielgruppe, Zweck und Art des Unternehmensblogs zu machen. Möchten Sie in den Beiträgen Ihre Produkte näher beleuchten oder sich mit Fachwissen als Experte für einen Themenbereich etablieren? Oder wollen Sie in dem Blog aus dem Arbeitsalltag Ihrer Firma berichten und so Nähe zu den Kunden aufbauen? Was könnte potenzielle Leser interessieren? Welche Keywords sind relevant? Und wozu lässt sich tatsächlich regelmäßig hochwertiger und spannender Content produzieren? Diese Fragen sollten im Zentrum der Strategiefindung stehen. Sie sind sich unsicher, wie Sie den Blog technisch umsetzen sollen? Die Gelbe Seiten Verlage stehen Ihnen hier gerne mit ihrem Know-how zur Seite.

Profilbild von Klaus Eck
Klaus Eck

Klaus Eck ist Geschäftsführer und Gründer der Content-Marketing-Agentur d.Tales. Der Berater und Keynotespeaker unterstützt seit mehr als 20 Jahren Marken bei der Digitalisierung ihrer Unternehmens-, Marketing- und Kommunikationsprozesse. Er hat vier Fachbücher und zahlreiche Publikationen in Zeitschriften über Content-Marketing und Reputation Management veröffentlicht.

Mehr