Der ultimative Rat: Was wann wie oft bei Social Media posten?
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Der ultimative Rat: Was wann wie oft bei Social Media posten?

Es gibt im Netz unendlich viele „Tipps und Tricks“, Listen und Grafiken, was man wie oft über Facebook oder Twitter teilen sollte, um seine Fans und Follower bestmöglich zu erreichen. Manchmal basieren sie auf Studien – und nicht selten widersprechen sie sich. Hier nun der ultimative Rat: Trauen Sie keiner solchen Liste! Sondern nur Ihrer eigenen Erfahrung. Denn wie die gesamte Digitalisierung ist der Umgang mit Social Media vor allem eins: Trial und Error.

It’s the algorithm, stupid!

Hinzu kommt: was gestern richtig war, kann heute schon falsch sein. Facebook beispielsweise passt seinen Algorithmus Edgerank regelmäßig an – und ändert damit immer wieder mal die Regeln, welche Posts bevorzugt gezeigt werden, und welche nicht. Obwohl der Algorithmus so geheim ist wie das Rezept von Coca-Cola, so weiß man doch, dass Facebook aktuelle Beiträge von beliebten Absendern bevorzugt. Und je mehr diese Beiträge angeschaut werden, desto häufiger werden sie gezeigt – Erfolg wird also verstärkt.

Ein paar Grundregeln

Aus meiner Erfahrung mit der Betreuung der Auftritte des BVMW auf Facebook und bei Twitter lassen sich einige Grundregeln ableiten, die Ihnen als Hinweise dienen können:

  • Videos sind vor allem dann erfolgreich, wenn man sie nicht als YouTube-Link einbindet, sondern direkt auf Facebook hochlädt (so genannte native Videos). Sie erzielen dann mindestens 10-mal mehr Aufrufe. Denn dank des „Autoplays“ fangen Videos sofort an zu spielen, wenn sie im Newsfeed angezeigt werden. Klicken muss nur der, der auch den Ton dazu hören möchte. Um hier die Zuschauer nicht gleich wieder zu verlieren, empfehle ich, gesprochene Texte mit Untertiteln zu versehen. Dann klicken Nutzer bei einem lautlos sprechenden Kopf eher rein.
  • Bilder funktionieren auf Facebook etwa zwei bis dreimal so gut wie reiner Text. Am besten sind Bilder, die direkt von Abendveranstaltungen gepostet werden. Die Nutzer haben dann das Gefühl, live dabei zu sein. Twitter hat den Vorteil, dass andere Gäste sehr leicht eigene Videos, Bilder und Kommentare beisteuern können, ohne das Profil des Veranstalters ausfindig machen zu müssen. Wichtig hier: Sinnvolle Hashtags verwenden! Warum und wie das geht, habe ich hier aufgeschrieben.
  • Live Streams werden seit 2015 bei Twitter und seit 2016 auf Facebook angeboten. Von der Möglichkeit der Liveübertragung eines Bewegtbilds machen immer mehr Nutzer Gebrauch. Follower bzw. Fans werden bei entsprechender Voreinstellung sofort informiert, wenn ein Livestream startet und können sich bei Bedarf direkt dazu schalten. Weiterer Vorteil: Es ist kinderleicht. Jeder mit einem aktuellen Smartphone (und genügend Datenvolumen bzw. WLAN-Zugang) kann von überall Videos streamen. Bei Twitter bleiben die Videos 24 Stunden erhalten, bei Facebook dauerhaft.
  • Texte sollten kurz und knackig sein, möglichst nicht länger als eine SMS (160 Zeichen, bei Twitter ist das Limit ohnehin bei 140 Zeichen) und nur EINE Botschaft enthalten. Das wichtigste Wort steht idealerweise am Anfang. Wer mehr zu sagen hat, dem seien mehrere Posts empfohlen. Bei Twitter gerne direkt hintereinander (hier kann man fast beliebig viel kommunizieren), nicht aber bei Facebook: Dort mindestens einen halben, besser einen ganzen Tag Pause lassen. Denn schon die zweite Meldung am selben Tag weist häufig deutliche geringere Kennzahlen auf wie Impressionen („Wahrnehmungen“) und Interaktionen („Likes“, „Teilen“, Kommentare).
  • Themen sollten ausschließlich danach ausgewählt werden, was die Zielgruppe interessiert. Daher sollte regelmäßig der Bereich „Statistiken“ bei Facebook konsultiert werden. Bei Twitter muss man das Analysetool über eine gesonderte Seite aufrufen: https://analytics.twitter.com. Gut sind Geschichten aus dem Unternehmeralltag, lustige Begebenheiten und Experten-Tipps aus dem eigenen Erfahrungsschatz. Eine Social-Media-Veröffentlichung sollte immer entweder emotionalisieren oder Nutzwert enthalten – am besten beides. Und folgende Regel gilt dann doch unumstößlich: Keine Marketing-Botschaften! Die interessieren wirklich niemanden. Punkt.
  • Uhrzeiten sind dagegen individuell, hier sollten Sie sich ausschließlich auf eigene Erfahrungen verlassen. Bei Facebook-Statistiken lässt sich leicht einsehen, wann die meisten Fans auf der Plattform sind. Der Wert liegt bei der BVMW-Seite übrigens seit Jahren konstant bei 21 Uhr. Deswegen posten wir fast ausschließlich am späten Nachmittag oder abends – entgegen allen Tipps, die man sonst so liest.
Niels

ist Leiter Online-Kommunikation beim Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW e.V.). Der Kommunikationsprofi hat 10 Jahre als Leiter Unternehmenskommunikation und Pressesprecher in Unternehmen der Digitalbranche, sechs Jahre als Berater in großen PR-Agenturen und mehrere Jahre als freier Journalist für Regionalzeitungen gearbeitet.

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