Hashtag: Was ist das eigentlich und dazu ist das gut?
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Hashtag: Was ist das eigentlich und wozu ist er gut?

Erfunden wurde der Hashtag 2007, als Twitter populär und damit unübersichtlich wurde. Um verschiedene Unterhaltungen und Nachrichten zum gleichen Thema für alle Nutzer auffindbar zu machen, einigte man sich auf die Möglichkeit, den entsprechenden Schlagwörtern (engl. „tags“) eine Raute (engl. „hash“) ohne Leerzeichen voranzustellen.

Wäre Twitter ein Buch, wären die Hashtags das Schlagwortverzeichnis


Der Clou daran ist, dass alle „Rauten-Wörter“ automatisch mit einem Link versehen werden, der zu allen anderen Einträgen führt, die den gleichlautenden Hashtag enthalten. Es entsteht so ein elektronisches Schlagwortverzeichnis, das sich in Echtzeit aktualisiert, sobald ein bestehendes oder neues Hashtag verwendet wird.


Twitter: Dank Hashtags der schnellste Nachrichtenkanal der Welt


Die zehn meistgenutzten Hashtags bei Twitter sind jederzeit für alle Nutzer in den Trends sichtbar. Das macht Twitter als Nachrichtenkanal so mächtig: Nirgendwo erfährt man schneller, was gerade in der Welt los ist. Das berühmteste Beispiel ist die Tötung Osama bin Ladens, die zuerst auf Twitter gemeldet wurde.


#Aufschrei: Deutschlands berühmtester Hashtag


Das Monopol professioneller Medien gibt es nicht mehr, auch weil jeder Mensch mit Hashtags Debatten anstoßen kann, die Millionen Menschen erreichen. Ein Bericht des Stern über eine anzügliche Bemerkung des FDP-Politikers Rainer Brüderle wurde 2013 deutschlandweit diskutiert, weil eine bis dahin unbekannte Twitter-Nutzerin den Hashtag #Aufschrei erfand. Er wurde zum Inbegriff tausender Frauen, die sich gegen Sexismus im Alltag wehren. 


Tipps für Unternehmen: Wie nutze ich Hashtags?


Was bedeutet das für Unternehmen? Sie können auf Twitter ohne viel Aufwand Aufmerksamkeit erzielen, wenn sie vor jedem Tweet nach populären Hashtags zum eigenen Thema suchen und diese verwenden. So erreichen sie mehr Nutzer als nur die eigenen Follower oder Fans. Es empfiehlt sich auch, regelmäßig die Twitter Trends im Auge zu behalten und bei passenden Themen mitzudiskutieren – und sich so einen Namen zu machen. In Tweets erwähnte Orte sollten immer mit einem Hashtag versehen werden – schließlich denken die meisten Menschen lokal.


Wie mache ich meinen eigenen Hashtag populär?


Im Idealfall kann man eigene Schlagworte oder Themen setzen – insbesondere bei selbst ausgerichteten Veranstaltungen. Am besten wird vorab ein passender Hashtag an alle Teilnehmer kommuniziert, damit diese live mitkommentieren können. Die Chance, dass der eigene Hashtag während der Veranstaltung in den Twitter Trends erscheint, ist übrigens relativ groß. Denn in Deutschland ist die Zahl aktiver Twitter-Nutzer immer noch verhältnismäßig gering. Gesehen wird man so aber auch von den vielen inaktiven Nutzern auf Twitter, die das Geschehen nur beobachten – dazu zählen auch viele Journalisten. Angst vor negativen Kommentaren sollte man nicht haben – wie man damit umgeht, erfährt man hier. 


Der Hashtag als Symbol für digitale Kommunikation


Mit #Hashtag hat nicht nur ein neues Wort Einzug in unsere Sprache gehalten, sondern gleichzeitig ein Phänomen, das aus dem heutigen Internet nicht mehr wegzudenken ist. Aufgrund seiner Popularität wird der Hashtag häufig zweckentfremdet und einfach nur dazu benutzt, um bestimmte Schlüsselwörter hervorzuheben, auch wenn eine Verlinkung wenig Sinn macht. Die Raute dient gleichsam als Symbol für moderne, digitale Kommunikation. Auf Instagram, wo hauptsächlich mit Bildern kommuniziert wird, besteht die verbale (Begleit)Kommunikation mittlerweile fast ausschließlich aus Hashtags – und hier sind sie überaus nützlich, da alle Bilder verschlagwortet und damit für jeden Interessierten auffindbar sind. 


Ist die Nutzung von Hashtags auch bei Facebook sinnvoll?


Seit 2013 versieht auch Facebook Hashtags automatisch mit einem Link, durchgesetzt haben sie sich bisher nicht. Ob Hashtags auf Facebook sinnvoll sind, ist umstritten. Das Analyse-Tool LikeAlyzer wertet ihre Nutzung beispielsweise positiv, während eine Auswertung von einer Milliarde Posts auf Facebook ergeben hat, dass Facebook-Inhalte mit Hashtags weniger beachtet werden. 


Was also tun? Hier greift die wichtigste Social Media Grundregel: Ausprobieren, analysieren und selbst rausfinden, was das Richtige ist.


 

Niels

ist Leiter Online-Kommunikation beim Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW e.V.). Der Kommunikationsprofi hat 10 Jahre als Leiter Unternehmenskommunikation und Pressesprecher in Unternehmen der Digitalbranche, sechs Jahre als Berater in großen PR-Agenturen und mehrere Jahre als freier Journalist für Regionalzeitungen gearbeitet.

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