Markenbotschafter: Nehmen Sie Ihre Mitarbeiter an die Hand

Nachdem die Influencer bereits erfolgreich durchs Social-Media-Dorf getrieben wurden, ist jetzt gefühlt die nächste Gruppe dran: Markenbotschafter.

Was sind das überhaupt? Können Influencer nicht auch eine Art Markenbotschafter sein? Schließlich arbeiten sie ja für die Marke, wenn sie Events besuchen oder zum Beispiel Produkte testen oder in die Kamera halten?

Influencer sind maximal Markenbotschafter auf Zeit

Sicher. Doch sollte man hier eine Trennlinie ziehen. Gerade weil es sonst schwierig wird, die verschiedenen Begriffe auseinanderzuhalten. Influencer verdienen Geld mit ihrem Einfluss und halten oft ihren Namen für die verschiedensten Produkte oder Marken gleichzeitig hin. Sie sind Markenbotschafter auf Zeit.

Sprechen wir von Markenbotschaftern, sollte es aber um etwas Nachhaltiges gehen. Und um Botschafter, die eher indirekt dafür bezahlt werden, mit ihrem Namen für die „eigene“ Marke zu stehen, zu brennen: Mitarbeiter.

Eigene Mitarbeiter, die die Fahne des Unternehmens im Social Web hochhalten sollen. Deren Erfahrung und Vernetzung auf den Arbeitgeber abfärben und somit natürlich auch die Sichtbarkeit erhöht werden soll.

Müssen Markenbotschafter Influencer sein?

Stellen wir uns die Frage vom Anfang einmal umgekehrt: Sind Markenbotschafter gleich Influencer? Oder muss man Mitarbeiter zu Influencern „ausbilden“, damit sie erfolgreiche Markenbotschafter sein können? Ist so eine Ausbildung überhaupt möglich?

Gleichsetzen kann man beide Begriffe nicht. Ein Markenbotschafter muss nicht gleich ein Influencer sein – zumindest nicht in der Definition, wie sie gerne benutzt wird: hohe Reichweite, extrem gut vernetzt usw. Vielleicht eher in Richtung Micro-Influencer, aber auch das ist schon etwas hoch gegriffen, gibt es hier doch auch schon Aussagen, dass Micro-Influencer mindestens 10.000 Follower haben müssten.

Unternehmen müssen Voraussetzungen schaffen

Wichtig ist für alle Unternehmen/Marken, dass sie die entsprechenden Voraussetzungen schaffen. Es fängt damit an, seinen Mitarbeitern soweit zu vertrauen, dass sie öffentlich „richtig“ kommunizieren. Bei der Durchdringung von Facebook und Co sollte das eigentlich heute schon Grundvoraussetzung sein. Denn verhindern lässt es sich nicht mehr. Die Mitarbeiter kommunizieren in sozialen Netzwerken, manche mehr, manche weniger öffentlich.

Nicht nur, wenn das Vertrauen fehlt, sollten sich die Verantwortlichen so schnell wie möglich daranmachen, ihre Mitarbeiter (regelmäßig) zu schulen. Auch Guidelines können eine Hilfestellung für die Mitarbeiter sein. Dabei sollte es weniger darum gehen, was die Angestellten nicht dürfen, sondern sie sollten vielmehr an die Hand genommen werden. Ihnen sollte damit z.B. gezeigt werden, wie es richtig funktioniert, welche Netzwerke für welche Art der Kommunikation geeignet sind, wer Ansprechpartner im Unternehmen sind usw.

Auch Mitarbeiter kommunizieren nach außen – nicht nur die Pressestelle

Vorgesetzte sollten sich schon längst von dem Gedanken verabschiedet haben, dass nur die Pressestelle und die Geschäftsführung nach außen kommuniziert. Mitarbeiter tun es auch – ob nun gewollt oder ungewollt. Und bevor Unternehmen Mitarbeiter sanktionieren, weil sie „verbotener Weise“ etwas über das eigene Unternehmen im Social Web veröffentlicht haben – und sei es nur ein Kommentar –, sollten sie sie lieber vorher schulen und sich somit selbst etwas mehr Sicherheit zurückholen.

Jochen Hencke

Jochen Hencke ist bei d.Tales für Content & Marketing Konzeption zuständig und in den Social Media zu Hause. Bevor es den gebürtigen Berliner nach München zog, studierte er Journalismus und Unternehmenskommunikation an der FH JOANNEUM in Graz und baute anschließend die Salzburger Privatbrauerei Stiegl zu einer der führenden "Social Media Brauereien" im deutschsprachigen Raum auf. Seine Arbeit bei der Stieglbrauerei führte zu einigen Preisen, unter anderem wurde er mit dem Titel "Onliner des Jahres 2014" ausgezeichnet.

Mehr