Social-Media-Kanäle: Die Qual der Wahl?

Social Media entwickelt sich schnell. Sehr schnell! Was heute gilt, kann in einem halben Jahr schon als überholt gelten. Plattformen verändern ihre Funktionen oder tauchen plötzlich aus dem Nichts auf und alle Welt redet von ihnen. Die Frage, die sich viele Unternehmen stellen ist: „Welche Plattform ist denn eigentlich relevant für mich und muss ich überall präsent sein?“

Die Antwort ist relativ kurz: Nein, Sie müssen nicht überall präsent sein. Fokus ist das A und O im Social Media. Lieber man fokussiert sich auf weniger Kanäle, entwickelt dort eine lebhafte Community und versorgt sie dort mit relevanten Inhalten.

Die Frage ist eher, welcher Kanal ist denn überhaupt relevant? Die Relevanz bestimmt sich nach dem Ziel der Maßnahmen, der Zielgruppe und dem Produkt. Jede Plattform funktioniert anders, hat teilweise eine andere Nutzergruppe und ist auch nicht für jedes Produkt geeignet.

Social Media Plattformen im Überblick

Facebook

Facebook sei auf dem absteigenden Ast und gerade für die jüngere Zielgruppe nicht mehr interessant. Quatsch sage ich! Wir haben viele Kunden mit einer jüngeren Zielgruppe. Diese ist auf deren Accounts noch genau so aktiv und zahlreich vorhanden, wie in den Jahren zuvor. Dies kann man leicht aus den Statistiken herauslesen.

Facebook ist so etwas wie die Allzweckwaffe im Social Media. Ich habe so gut wie alle Möglichkeiten, jede Zielgruppe und es passt für jedes Produkt. Wichtig zu wissen ist, dass Social Media Marketing auf Facebook in zwei Teilbereichen unterteilt werden kann. Zum einen die Redaktion, also das Absetzen von Posts mit dem Ziel, die User zu inspirieren, Sichtbarkeit für die Marke zu schaffen, oder sie mit Links zu informieren. Der andere Teil hat einen Performance Fokus und wird über eine Vielzahl an Anzeigenformaten gesteuert. Egal, ob man Klicks für einen Onlineshop generieren, ein Event bewerben, App-Downloads erzielen, Produkte verkaufen oder möglichst viele Views auf ein Video erzielen möchte. Für jeden Zweck bietet Facebook eine eigene Werbeform.

Zielgruppe: Auf Facebook ist nahezu jede Zielgruppe allen Altersklassen erreichbar. Egal ob B2B oder B2C. Sie finden fast jeden, vom Geschäftsführer bis zur modeaffinen Veganerin.

Inhalte: Die Plattform lebt von der Variation an Inhalten. Im Gegensatz zu vielen anderen Plattformen kann man auf Facebook zwischen Bild-Post oder Bilderalben, Video-Posts oder Link-Posts wählen. Der Mix macht es für die Fans interessant.

Relevanz: Relevant für alle Branchen und Produkte. Wichtig wie bei allen Kanälen ist, dass man seine Produkte optisch gut inszeniert und für Social Media passendes Material veröffentlicht.

Empfehlung: Für jedes Unternehmen und Produkt geeignet. Gilt daher als gesetzt!

Instagram

Instagram ist eine Plattform die von einer besonderen Ästhetik lebt. Es geht immer um Inspiration. Links auf andere Seiten können in den Posts nicht gesetzt werden. Zudem hat Instagram eine „Story“ Funktion, über die die User und Unternehmen kurze Videos veröffentlichen können, die sich nach 24 Stunden wieder von selbst löschen.

Hervorzuheben ist, dass Instagram die gleichen Werbemöglichkeiten wie Facebook bietet, da die Plattform zum gleichen Unternehmen gehören.

Zielgruppe: Im Vergleich zu Facebook ist die Zielgruppe etwas jünger, in den Alterklassen zwischen 13 und 30 aber gut besetzt.

Inhalte: Auf Instagram werden authentische Fotos geteilt, die meist ein hohes ästhetisches zeigen. Die User spielen mit Perspektiven und Winkeln, wodurch Instagram über eine ganz eigene Ästhetik verfügt.

Relevanz: Unternehmen, die sich mit emotionalen Themen und Produkten befassen, die sich gut inszenieren lassen, sind hier genau richtig. Sport, Mode, Lifestyle, etc. sind die dominierenden Themen auf dieser Plattform.

Empfehlung: Nach Facebook ist diese Plattform für die Unternehmen aus den oben genannten Segmenten eine feste Bank, solange sie geeignetes Bildmaterial verfügen.

Snapchat

Das Besondere an dieser Plattform ist, dass sich die Inhalte (mit der App erstellte Bilder und Videos) nach 24 Stunden wieder löschen. Hierdurch entsteht zum einen der Druck ständig neue Inhalte zu veröffentlichen, jedoch aber ein wesentlich höheres Niveau von Nähe zum Unternehmen oder Produkt als bei den anderen Plattformen.

Zielgruppe: Jünger als bei Instagram und Facebook. Viele jüngere Nutzer verwenden die App, um mit ihren Freunden Inhalte zu teilen, die ihre Eltern nicht zu Gesicht bekommen sollen.

Inhalte: Private Videos aus dem Leben, aufgenommen im jeweiligen Moment. Unternehmen zeigen entsprechen auch Inhalte, die just erstellt wurden. Dies bedingt, es aber auch jemanden geben muss, der diese Inhalte erstellt und sich auch als Moderator vor der Kamera zeigen möchte.

Relevanz: Junge Zielgruppe und Unternehmen muss was erzählen können.

Empfehlung: Nur für Unternehmen, die sich an eine junge Zielgruppe wenden und auch in der Lage sind pro Tag 10 relevante Snaps zu erstellen.

Twitter

Twitter ist eine Plattform, die eine ganz eine Fangemeinde hat. Auch in Deutschland hat sie eine hohe Relevanz. Jedoch muss das Produkt und das strategische Ziel der Maßnahmen stimmen. Twitter eignet sich, wenn die Maßnahmen einen Diskussions-Ansatz oder einen News-Ansatz verfolgen.

Zielgruppe: Thematisch breit gefächert und auch von der Altersstruktur ähnlich wie bei Facebook.

Inhalte: Auf Twitter wird diskutiert. Die Plattform ist schnell und Nachrichten werden schnell verbreitet.

Relevanz: 100% abhängig von der strategischen Zielsetzung. Soll diskutiert werden oder News schnell verbreitet werden, so ist man hier richtig.

Empfehlung: Nur wenn es zur strategischen Zielsetzung passt. Allgemein meist aber Priorität Nummer 2.

YouTube

YouTube ist die weltgrößte Videoplattform. Von vielen Unternehmen missverstanden, bedeutet YouTube-Marketing nicht, dass man sich ein Profil anlegt und im weiteren Verlauf ein Video hoch lädt. YouTube verlangt nach ganz eigenem Content. Videos werden speziell für YouTube erstellt. Schnelle Schnitte und ein unterhaltsamer Aufbau sind charakteristisch für die Plattform. Da die Erstellung sehr ressourcenintensiv ist, eignet sich YouTube Marketing meist nur für größere Unternehmen. Es spricht jedoch nichts dagegen, die eigenen Videos hoch zu laden und die Plattform als Videoplayer zu nutzen. Nur sollte man sich keine Explosion der Views versprechen.

Zielgruppe: YouTube bedient alle Altersklassen. Die größte Zielgruppe liegt im Alter von 16 - 44 Jahren.

Inhalte: YouTube ist eine Video-Plattform, die alles Mögliche an Inhalten bietet. Für Unternehmen ist die Aufbereitung alles. Schnitt und ein unterhaltsamer Aufbau der Videos entscheiden über den Erfolg.

Relevanz: Für die meisten KMU ist YouTube eine weniger relevante Plattform, da die Erstellung der Inhalte mit einem hohen Aufwand verbunden ist. Von der Zielgruppe und der Intensität, mit der die konsumiert werden, jedoch sehr reizvoll.

Empfehlung: Vom Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag kann YouTube mit Facebook nicht mithalten.

Xing und LinkedIn

Zwei Business-Netzwerke, die zwar leicht unterschiedlich aufgebaut sind, aber von der Funktionsweise ähnlich sind. Es geht um geschäftliche Kontakte. Nutzer können über Werbeanzeigen anhand ihrer Profilangaben präzise angesteuert werden. Nicht nur zur Bewerbung eigener Produkte, sondern auch für das Recruitement sind die Plattformen äußerst attraktiv.

Zielgruppe: Business-to-Business. Xing ist auf die DACH-Region fokussiert, LinkedIn weltweit. Die Plattformen sind sehr beliebt und man hat die Möglichkeit alleine im deutschsprachigen Raum deutlich über 9 Mio. Nutzer zu erreichen.

Inhalte: Alles was im geschäftlichen Kontext relevant ist.

Relevanz: Für B2B Unternehmen sicher zwei sehr wichtige Plattformen und mit Facebook gleichzusetzen.

Empfehlung: Für B2B-Unternehmen ein Muss.

Profilbild von Helge Ruff
Helge Ruff

ist Gründer und Geschäftsführer der Social Media Agentur 1-2-social aus München. Gemeinsam mit seinem Team betreut er Unternehmen wie KFC Deutschland, Redbull, NBCUniversal, RTL2 YOU oder Constantin Film, sowie Versicherungskonzerne, Energieerzeuger oder Automobilmarken. Die Agentur bietet Unternehmen nicht nur strategische Unterstützung in Social Media, sondern übernimmt unter anderem die Content-Erstellung, Community Management, Kampagnen-Konzeption, sowie die Schaltung von Social Ads.Im Bereich Social Media ist Helge Ruff zu Hause und nutzt diese Form der Kommunikation für Unternehmen bereits seit dem Facebook die Unternehmensseiten eingeführt hat.

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