Social Media Portale – Welches Portal eignet sich für meine Firma?

„Und dann machen wir Facebook und noch ein bisschen Snapchat.“ Haben Sie so einen ähnlichen Satz auch schon einmal gehört? Social Media Portale werden mittlerweile oft als Schlagwort oder quasi Synonym für eine bestimmte Art von Kommunikation benutzt. Das Bild, das dabei entsteht, ist für die Kenner aus der Branche oft irgendwie klar. Bei vielen, die diese Art der Interaktionen für Ihre Firma nur nebenbei betreiben, entsteht ein mehr oder minder schwammiges Bild von dem, was getan werden kann, könnte, müsste ...

Durch Hörensagen und Ausprobieren sind die ein oder anderen Möglichkeiten bekannt. Vielleicht haben Sie schon selbst eine Facebook Seite angelegt, bei Ihren Verwandten ein Snapchat-Video gesehen oder die Schnelligkeit mit der sich Nachrichten durch Twitter verbreiten erlebt.

Nur, was genau der Sinn und Zweck für Ihre Kundenkommunikation zu sein soll, dass erschließt sich daraus nicht? Zuerst sei dazu gesagt: In erster Linie soll es zu Ihnen, zu Ihrer Firma passen und vor allem zu Ihrer Zielgruppe passen. Und nicht alles, was geht, muss gemacht werden. Das Setzen von Schwerpunkten ist in den meisten Fällen sogar sehr wichtig; denn was bringt es dem Kunden, wenn er alle Nachrichten doppelt erhält oder so unterschiedliche Botschaften bekommt, dass er nicht mehr weiß, wie er die Summe der Infos zusammenbringen kann?

Einen kleinen Überblick über mögliche Portale erhalten Sie hier:

Facebook

  •  Verbessert die Auffindbarkeit im Internet, da auch Suchmaschinen die Fanpage finden können.
  •  Schnelle, bequeme „Alternative“ zum Blog.
  •  Moderner Kommunikationskanal, der teilweise auch die Kommunikation per Email ergänzen kann.
  •  Beratungsbedarf im Internet auffangen (direkter Kundenkontakt!)!
  •  Live-Funktion bietet die Möglichkeit, live Bewegtbilder auf der Fanpage zu zeigen, z. B. für einen Einblick auf Messen, Vorträgen und von anderen beliebigen Arbeitsorten.
  •  Das Durchschnittsalter (momentan 38 Jahre) wächst stetig und damit die Zielgruppenrelevanz.

Beachten Sie: Der Wert einer Facebook-Seite misst sich nicht (nur) an der Anzahl der Fans; sondern sehr an der Qualität der Interaktion der Beiträge. Nur Fans, die tatsächlich interessierte Nutzer sind, können wertbringend an Ihre Firma gebunden werden.

Twitter

  • Mikrobloggingdienst, auf dem kurze Beiträge, so genannten Tweets, bis 140 Zeichen inkl. relevanter Links veröffentlicht werden.
  • Sehr aktuell für wichtige News: virale Effekte (z. B. schnelle Verbreitung von Informationen) fördern und Markenwahrnehmung von Firmen, Produkten oder Diensten stärken.
  • Schlageworte und Links verbessern die Auffindbarkeit im Internet.

Beachten Sie: Die Relevanz von Twitter ist stark branchenabhängig. Lassen Sie sich ggf. beraten.

Instagram

  • Plattform zum Veröffentlichen und Teilen von Bildern und Videos, die stark wächst und an Bedeutung gewinnt.
  • Hashtag-Funktion vereinfacht das Filtern von ganz speziellen Beiträgen: sehr zielgruppengenau.
  • Ohne Kosten für professionelle Fotografen können sehr gute Bilder mit Hilfe der App gestaltet werden.
  • Auffindbarkeit in Suchmaschinen wird zusätzlich besonders in der Google-Bildersuche optimiert.
  • Gut geeignet für so genannten Storytelling: Kundenbindung für Stärkung persönlicher Einblicke und Inspiration.

Beachten Sie: Auch wenn die „Kommunikation“ über Bilder bisher nicht besonders in Ihrem Fokus lag – mit ein bisschen Kreativität lassen sich in vielen Branchen tolle Einsatzmöglichkeiten finden.

Pinterest

  • Sehr interaktives Portal zum „Pinnen“ von eigenen Inhalten und Inhalten von Kunden: Sie erstellen Linksammlungen zu selbst gewählten Themen-Pinnwänden.
  • Gut kombinierbar mit einem regelmäßig gepflegten Blog.
  • Geeignet zur Inspiration und für Kaufempfehlungen.

Beachten Sie: Ein Portal, das lange unterschätzt wurde und nicht als Marketingkanal erkannt wurde. Leichtes Erstellen eigener neuer Infos, die gepinnt werden können und Ihre Website oder Blog unterstützen.

Snapchat

  • Sehr moderne, kurzweilige, mobile Interaktionsform.
  • Geeignet für punktuelle Einblicke in Ihre Arbeit und Ihre Angebote: z. B. „saisonal“ berichten von „Unterwegs“ in Echt-Zeit: Messen, Kongresse, Baustellen, Branchenevents, Werkstatt usw.
  • Geeignet für Recruiting von neuen Azubis oder jüngeren Mitarbeitern.

Beachten Sie: Die Konkurrenz ist oft noch nicht da. Hier können Sie in Ihrer Branche Vorreiter und Platzhirsch werden.

Blog (Wordpress, Tumblr, Blogsport)

  • Gute Möglichkeit für Firmen mit hohem Beratungsbedarf: ein regelmäßig aktualisierter Blog zeigt gesammelt ihre Kompetenzen und fängt einen Teil Beratungsbedarf auf.
  • Für Firmen mit komplexem Angebot oder persönlichen Anliegen wie Nachhaltigkeit, einer bestimmten Firmenphilosophie, Aufklärung über lokalen Handel, Information über Rohstoffbezug und -einsatz, Herstellung u. ä.

Beachten Sie: Der Aufwand für einen Blog lohnt sich, da viel Beratungsbedarf digital stattfinden kann. Beim Formulieren von Fachthemen vor allem für Laien sollte Sicherheit bestehen.

Das Feingefühl für die Auswahl geeigneter Portale entsteht mit der Zeit. Doch viele Firmen und Dienstleister haben auch schon Erfahrungen, die sie gerne teilen. Halten Sie Ausschau nach Meet-ups wie „KMU Digital“ oder Beratern, die fachkundig, angemessen und ressourcenorientiert bei der Modernisierung Ihres digitalen Auftritts helfen können.

Katja Raasch

ist Beraterin, Strategin und Trainerin für Social Media Marketing und klassisches Online Marketing. Ihre Zielgruppe sind kleine und mittelständische Unternehmen, die im Arbeitsalltag ebenso durchdachtes wie zielgerichtetes und gleichermaßen individuelles Online- und Social Media Marketing betreiben wollen - das darüber hinaus zu den Ressourcen des Arbeitsalltags passt. Als gelernte Verlagskauffrau hat Sie mehr als 20 Jahre Berufserfahrung in den schnelllebigen Bereichen des Marketings.

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