Twitter im lokalen Tourismusmarketing – mehr als #Hashtags

Es ist Montag, 20 Uhr. Zeit für hunderte von Fernwehgeplagten, gänzlich unbeeindruckt vom trüben Münchner Abendhimmel, die virtuellen Backpacks anzulegen. Oder Wanderstiefel – wie an diesem Montag. Das Ziel: Twitter.

Hier fällt auf den Kanälen des organisierenden Blogger-Kollektives (u. a. @kaffeeersatz) schließlich pünktlich der Startschuss mit sechs Fragen an die Community im Stil von: „F6: Und nun würden wir gerne wissen: Was ist dein nächstes Wandertraumziel? a) in der Heimat oder b) in der Ferne ‪#RN8“. Wer antworten will, muss nichts tun außer sich mit einem A vor dem Tweet und dem Hashtag #RN8 auf die entsprechende Frage beziehen – zu wöchentlich wechselnden Themen von Reisebuch bis Roadtrip.

Besonders interessant ist, nicht nur Globetrotter beteiligt sich an diesem beliebten Twitter-Talk. Unter den Kurznachrichten findet sich alles, von kreativen Gewinnspielen bis zur persönlichen Grenzerfahrung – auch von Unternehmen. Denn ob Outdoor-Blogger, Wanderliebhaber oder Tourimus-Marketing Brandenburg, mitreden darf und soll jeder. Der Clou daran? Die Zielgruppen-Ansprache könnte kaum präziser sein und Brandenburgs 66-Seen-Wanderweg findet sicherlich selten mehr Gehör als unter #RN8.

Denkt man also an regionales Tourismusmarketing, müssen es nicht immer die ganz großen Geschütze sein. Geschickt platzierte Inhalte an der richtigen Stelle für das richtige Publikum verfehlen selten ihre Wirkung – und sollten daher nicht per se an mangelnden Ressourcen oder „nicht noch ein Social Media Kanal“-Überlegungen scheitern.

In der Reisenacht stehen unter #RNB mehrere Fragen zur Diskussion

Ein kurzes Plädoyer für lokale Twitter-Kanäle:

#Hashtags

Die Basis jeder Twitter-Ordnung und Dreh- und Angelpunkt der meisten Tweets: Hashtags #. Mit Bedacht eingesetzt, helfen sie dabei, Informationen zu bündeln, zu verknüpfen oder Aktionen auszuwerten. Sie haben die letzte Reisenacht verpasst? Am Wochenende ist Wanderwetter? Einfach nachlesen unter #RN8. 

Braucht denn nun jede Destination, Aktion oder Region einen eigenen Hashtag? Theoretisch nein. Entsprechend beworben und konsequent benutzt, kann es aber durchaus Sinn machen. Knapp, klar und einprägsam sollte hier der Maßstab sein.

#Planung

Ja, Twitter lebt von Interaktion. Und Montagabends 20 Uhr, kann kein Tool dieser Welt Ersatz sein für zwischenmenschliche Kommunikation, Leidenschaft und kreativen #-Einsatz. Geht es allerdings um gut Planbares wie Events oder Angebote, können Plattformen wie Hootsuite oder Tweetdeck helfen, im Voraus Inhalte zu erstellen. Das nimmt den Druck von personellen und zeitlichen Ressourcen. Eher abzuraten ist hingegen von Tools, die beispielsweise aus Facebook-Posts Tweets generieren. Hier stimmen meist weder Form, noch Aufbereitung der Inhalte.

#Positionierung

Immer beliebter auf User-Seite werden auch offenen Fragen zu Travel-Themen oder direkte Ansprache von Tourismus-Accounts. Wer hier zeitnah und kompetent reagiert, kann sich auch als lokales oder regionales Unternehmen als Experte positionieren.

#FF

Sie haben tolle Partneraccounts oder -destinationen? Das örtliche Museum ist auf Twitter aktiv? Dann ist es an der Zeit für eine weitere schöne Twitter-Tradition: den FollowFriday. Unter #FF finden sich jeden Freitag Empfehlungen oder Danksagungen an andere Kanäle. Der Sinn? Liefert man den eigenen Followern die passende Begründung gleich mit, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie auch dem empfohlenen „@“ folgen – ein Gewinn für die eigene Sichtbarkeit und Vernetzung.

Eine Mischung aus Know-how und Leidenschaft können also durchaus eine solide Basis für den eigenen Twitter-Kanal sein. Ist der Grundstein gelegt, zählt vor allem Einsatz, Interaktion und #Wanderlust.

Maria Maier

ist Digital Strategin bei Ray Sono. Auf der Schwelle zwischen Unternehmensberatung und Marketing identifiziert sie Kundenanforderungen und Potenziale, entwickelt Strategien und implementiert diese in den Unternehmen. Hier schreibt Maria regelmäßig über aktuelle Trends aus der Branche und ihr Herzensthema, das Tourismus-Marketing.

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