Geschenke an Mitarbeiter: Was Arbeitgeber zusätzlich bieten können

Job-Ticket, Yoga-Kurs, Zuschuss zum Kindergarten oder zum Mittagessen, Übernahme der Handygebühren. Das Einkommenssteuergesetz sieht eine ganze Reihe solcher Sachbezüge vor, mit denen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern steuer- und abgabenfrei Gutes tun können. Das ist gerade auch für KMUs interessant, die zunehmend Schwierigkeiten haben, Personal zu finden. Solche Wohltaten vom Chef könnten das entscheidende Argument sein. Das IBE, Institut für Betriebliches Entgeltmanagement, kennt die wichtigsten „Entgeltbausteine“. 

Sachbezüge

Insgesamt 44 Euro Sachleistung kann der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern monatlich überlassen. Aufs Jahr gerechnet sind 528 Euro für jeden Mitarbeiter drin. Sie sind steuer- und abgabefrei. Früher haben Chefs gerne Tankgutscheine verteilt, jetzt gibt es auch die Möglichkeit, dem Mitarbeiter eine Kreditkarte mit dem Ladebetrag zu überlassen. Um größere Anschaffungen bezahlen zu können, darf der Mitarbeiter den monatlichen Ladebetrag ansammeln. Die Karte funktioniert wie eine Prepaid-Karte. Ausgeschlossen ist allerdings eine Bargeldabhebung am Automaten oder bei einem Institut.

Geschenke

Es gibt diverse Anlässe, zu denen Chefs Geschenke machen können: Geburtstag, Hochzeit,  Promotion, Beförderung oder Geburt eines Kindes. Drei Anlässe pro Jahr können geltend gemacht werden, dabei darf die Summe 60 Euro nicht überschreiten, sonst kassiert der Finanzminister mit. 

Kindergartenkosten

Dieser Zuschuss ist eine durchaus attraktive Alternative zur Gehaltserhöhung. Er bietet Vorteile für Arbeitgeber wie auch für Arbeitnehmer. Denn im Gegenzug zu einer Gehaltserhöhung um den gleichen Betrag sparen beide Seiten die Abgabe für die Sozialversicherung und der Arbeitnehmer spart sich zusätzlich noch die Lohnsteuer.

Zuschuss für das Mittagessen

Das Mittagessen auf Kosten des Chefs ist wohl eine der am weitesten bereitete Form von Sachbezügen. Pro Arbeitstag ist ein Zuschuss bis zu 6,33 Euro vorgesehen. Der Essensgutschein kann meist in Restaurants und Supermärkten, beim Bäcker oder Metzger nebenan eingelöst werden. 

E-Bike-Leasing

Unternehmen haben seit 2012 die Möglichkeit, ihren Arbeitnehmern statt eines Dienstwagens ein Dienstfahrrad zur Verfügung zu stellen oder auch beides. Für den Arbeitnehmer deutet dies, dass der geldwerte Vorteil, der bei der Bereitstellung des E-Bikes durch den Arbeitgeber entsteht, mit einem Prozent des Brutto-Listenpreises des E-Bikes über die monatliche Entgeltabrechnung versteuert werden muss. Der Arbeitnehmer bekommt zwar im Durchschnitt etwa 55 € weniger Netto, hat im Gegenzug aber ein E-Bike im Wert von rund 3.000 €. Und: Der Anfahrtsweg zur Arbeit muss nicht versteuert werden. 

Erholungsbeihilfe

Jeder Arbeitnehmer kann von seinem Arbeitgeber eine sogenannte Erholungsbeihilfe erhalten. Die maximale Beihilfe für einen alleinstehenden Arbeitnehmer beträgt 156,00 € im Jahr. Bei Verheirateten mit Kindern ist der Betrag um einiges höher. Die Erholungsbeihilfe darf einmal im Jahr gezahlt werden. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer mehr als fünf Arbeitstage in Folge Urlaub nimmt. 

Werbeflächenpauschale

Jeder Arbeitnehmer kann von seinem Arbeitgeber steuerfrei bis zu einer Freigrenze von 256,00 Euro jährlich bzw. 21,00 Euro monatlich steuer- und abgabenfrei erhalten, wenn er auf seinem privaten Fahrzeug für seinen Arbeitgeber wirbt. Dafür reicht ein Aufkleber mit ein paar Angaben zum Leistungsangebot des Arbeitgebers aus.

Private Handykosten

Jeder Arbeitgeber kann seinen Arbeitnehmern die privaten Handykosten erstatten. Der Zuschuss erfolgt in Höhe der nachgewiesenen Kosten. Damit telefonieren Mitarbeiter für etwa die Hälfte, denn der Zuschuss ist steuer- und sozialabgabenfrei. So erhalten Mitarbeiter dadurch einen höheren Nettoauszahlungsbetrag. Auf den laufenden Handyvertrag hat das keine Auswirkungen: Er bleibt bei dem Mitarbeiter als Vertragspartner des Providers bestehen und der Mitarbeiter bezahlt wie gewohnt weiterhin seine Handykosten. 

Sachzuwendung

Sie können bis zu 10 000 Euro im Jahr betragen und werden pauschal mit 30 Prozent plus Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag versteuert. Diese Zuwendungen können zusätzlich zum normalen Gehalt gewährt werden, beispielsweise in Form eines Laptop, eines Autos oder einer vom Arbeitgeber aufgeladenen Prepaid-Kreditkarte. Mit ihr kann genauso bezahlt werden, wie mit einer Master- oder Visacard. Jedoch sind die Funktionen Barabhebungen, Dispo und Überweisungen deaktiviert. Ansonsten würden solche Zahlungen als  steuerpflichtiger Barlohn behandelt werden.

Profilbild von Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

 ist freie Journalistin und schreibt über die deutsche Medienlandschaft, vorwiegend für das Fachmagazin Werben & Verkaufen, aber auch für Kontakter, Welt am Sonntag, SZ sowie den Blog der BLM. Themenschwerpunkte sind Fernsehen, Digitalwirtschaft sowie Printmedien. Nach einem Volontariat bei Hubert Burda Media und dem Besuch der Deutschen Journalistenschule in München arbeitete sie für Bunte, Bild, Freundin, Antenne Bayern und die Jugendbeilage der Süddeutschen Zeitung, Jetzt.

Mehr