Das ist der Arbeitsplatz der Zukunft

Wie werden wir in den kommenden  Jahren arbeiten? Diese Frage treibt immer mehr Unternehmen und Mitarbeiter um. Schon heute bemerken sie deutliche Veränderungen – sei es durch mobile Systeme, soziale Netzwerke oder Collaboration Tools. Weitere technologische Innovationen werden neue Entwicklungen vorantreiben. Um sich darauf vorzubereiten, sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer die aktuellen Trends kennen.

Eine wichtige Entwicklung: Gemäß einer aktuellen Untersuchung steigt der Bedarf an Kollegen mit IT-Know-how, die vernetzte Prozesse planen und überwachen können. Dagegen sinkt die Bedeutung einfacher und manueller Tätigkeiten. Andere Studien zeigen, dass schon seit dem Jahr 2001 das Beschäftigungswachstum vollständig auf Arbeitsplätzen ohne Routineaufgaben beruht. Wirtschaftlicher Erfolg basiert also auf einem hohen Wissensstand der Arbeitnehmer.

Flexibel und unabhängig

Viele Unternehmen haben dies zumindest in Teilbereichen erkannt. So wurden bereits viele Prozesse automatisiert, etwa bei der Fertigung, Service-Bereitstellung oder Logistik. Manuelle Tätigkeiten oder Routineaufgaben verlegten sie in Länder mit geringen Löhnen. In anderen Bereichen wie Verwaltung oder Personalwesen lassen sich derzeit viele Vorgänge nur begrenzt digitalisieren. Trotzdem wurden sie nicht ausgelagert, um Wissen und Kontrollmöglichkeiten im eigenen Haus zu behalten. Jedoch werden auch hier mit fortschreitender Technologie immer mehr Abläufe automatisiert, so dass sich die Mitarbeiter zunehmend auf Entscheidungsprozesse konzentrieren.

Dadurch wird der gefühlte Druck zunehmen, doch gleichzeitig erhalten Arbeitnehmer die Möglichkeit, flexibler und unabhängiger zu arbeiten. Die Grenzen zwischen Beruf und Freizeit, Arbeitsplatz und Wohnort verschwinden. Das erleichtert zwar die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, aber erhöht den Druck nochmals. Denn schließlich können sie auch „jederzeit“ und „überall“ arbeiten. Um Burn-out-Syndrom und psychische Überforderung zu vermeiden, sind neue Regeln erforderlich, die Mitarbeiter schützen. Dazu gehören etwa kontrollierte Arbeitsverbote im Urlaub oder zu bestimmten Tageszeiten. So müssen Unternehmen die Rahmenbedingungen bei der Nutzung digitaler Arbeitsplätze neu gestalten. Diese sollten die Interessen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber ausgleichen, etwa bei Arbeitstempo, realer oder gefühlter Überwachung, unternehmenseigenen Richtlinien, aber auch Weiterbildungsmaßnahmen.

Motivation fördern

Als Folge dieser neuen Arbeitswelt lösen sich die herkömmlichen hierarchischen Strukturen immer mehr auf. Schließlich passt es nicht mehr ins Bild, dass alles „von oben“ vorgegeben wird und Befehlsempfänger nur Anweisungen ausführen. Einerseits müssen die Arbeitnehmer heute mitdenken und ihr eigenes Wissen, Ideen und Intuition einbringen. Andererseits sind sie auch in übergeordnete Entscheidungen einzubeziehen und ihr Input zumindest zu berücksichtigen. Erklärt das Management dann nachvollziehbar seine Entscheidungen, erhöht dies die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter.

Ein Vorbild für solche Strukturen könnten die Open Source Communities darstellen. Diese basieren auf gegenseitiger Wertschätzung und weitgehend gleichberechtigter Zusammenarbeit. Die Hauptmotivation ist hier nicht die Bezahlung, sondern das gemeinsame Ziel, das mit gegenseitigem Respekt und Vertrauen erreicht werden soll. Da es kaum Kompetenzgerangel gibt, werden Innovationen schneller akzeptiert und umgesetzt als in hierarchischen Organisationen. Vor allem Startups übernehmen solche Strukturen, die in Kombination mit firmenübergreifender Vernetzung den Erfolg gewährleisten sollen. Denn in Zukunft sorgt vor allem das schnelle Umsetzen neuartiger Ideen für eine hohe Wettbewerbsfähigkeit. Und genau dies muss der Arbeitsplatz der Zukunft sicherstellen.