Jobsuche via Handy. Wie Unternehmen und Bewerber im App-Zeitalter zusammenfinden

Unternehmen tun sich oft schwer, geeignete Bewerber zu finden. Da helfen neue Recruiting Apps; sie wollen Sucher und Bewerber schneller zusammenbringen. Angebote wie Truffls, Jobspotting und Selfiejobs folgen einer ähnlichen Logik wie die Dating-App Tinder. Wisch nach Links bedeutet: Der Job ist uninteressant, Wisch nach rechts: Es besteht Interesse. Diese Matchmaking-Apps sind besonders bei jungen Leuten sehr beliebt, da sie auf Benutzerfreundlichkeit setzen und zum Zeitgeist passen. Bewerber swipen sich durch die Stellenanzeigen, die auf Basis der Angaben zu Berufswunsch, Fähigkeiten und Standort per Algorithmus ausgewählt werden. Auch die Kontaktaufnahme ist einfach: Klingt eine Stelle interessant, schickt der Interessent dem Unternehmen einen Ping und schon kann die Personalabteilung die Daten einsehen und über einen Messenger direkt Kontakt aufnehmen.

Das sind die drei gängigen Apps:

Jobspotting

In einem ersten Schritt gibt der Bewerber seine Fähigkeiten an. Diese können auch direkt vom Xing- oder LinkedIn-Profil übernommen werden. Angeboten werden mehrere tausend Merkmale. Basierend auf diesen persönlichen Angaben zeigt die App Stellen für das komplette Profil an.  Dann heißt es, Daumen hoch oder Daumen runter. Die App ist lernfähig: Falls man Jobs immer wieder ablehnt, merkt die App sich das. Mit der Zeit wird die App immer treffsicherer und zeigt auch Jobs an, an die man selbst noch gar nicht gedacht hat. Anfang des Jahres wurde Jobspotting von einem internationalen Recruiting-Netzwerk übernommen. Daher können zusätzlich auch Posten unter anderem in USA, England, Mexiko und Spanien gesucht werden.

Truffls

Namensgeber der App sind Trüffel, die ähnlich schwer zu finden sind, wie die besten Arbeitnehmer. Die App funktioniert rein intuitiv nach dem Prinzip des Dating-Angebots Tinder. Per Wisch wird aussortiert oder als Treffer gekennzeichnet. Signalisiert der Nutzer Interesse, wird das Unternehmen mit einem kurzen anonymen Steckbrief des Kandidaten informiert. Der hinterlegte Lebenslauf gibt dem Unternehmen erste Infos und es kann entscheiden, ob und wie es reagieren möchte. Besteht Interesse, erhält der Bewerber eine automatische Nachricht und kann sich direkt bewerben. Laut Truffls nutzen bereits 30 000 Unternehmen die App.

Selfiejobs

Auch diese App funktioniert nach dem Tinder-Prinzip und nutzt die Swipe-Mechanik um Interesse zu bekunden. Bewerber, aber auch Unternehmen wählen per Wisch aus. Neben Angaben wie Name, Alter, Wohnort, Verfügbarkeit sowie Stärken kann der Nutzer zusätzlich ein Foto oder ein kurzes Vorstellungsvideo hochladen. Auch Arbeitgeber können ein Kurzvideo hochladen. Das kommt vor allem bei der stark optisch ausgerichteten jungen Zielgruppe gut an. Aktuell sind 10 000 interessierte Bewerber und Unternehmen bei Selfiejobs gespeichert.

Fazit für Unternehmen

  • Durch eine App machen Sie es dem Nutzer leichter, sich über Ihr Unternehmen und die Karriere-Chancen auf dem Laufenden zu halten.
  • Eine Recruiting-App ist für Unternehmen eine moderne Methode, um künftige Mitarbeiter mithilfe ihres Lieblingsmedium zu erreichen.
  • Job-Apps dienen nur als erste Kontaktaufnahme. Das weitere Recruiting-Verfahren erfolgt auf dem „klassischen“ Weg
  • Unternehmen, die diese Apps nutzen, müssen sich auf die Schnelligkeit des Mediums einlassen und entsprechend auch rasch reagieren
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Lisa Priller-Gebhardt

 ist freie Journalistin und schreibt über die deutsche Medienlandschaft, vorwiegend für das Fachmagazin Werben & Verkaufen, aber auch für Kontakter, Welt am Sonntag, SZ sowie den Blog der BLM. Themenschwerpunkte sind Fernsehen, Digitalwirtschaft sowie Printmedien. Nach einem Volontariat bei Hubert Burda Media und dem Besuch der Deutschen Journalistenschule in München arbeitete sie für Bunte, Bild, Freundin, Antenne Bayern und die Jugendbeilage der Süddeutschen Zeitung, Jetzt.

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