Personalmarketing und Influencer – wie geht das zusammen?

Von jeher wurden Influencer (sog. Meinungsbilder) von Menschen, Marken und Unternehmen dazu genutzt, Produkte, Dienstleistungen oder Einstellungen zu fördern – dabei gewinnt das Modell auch zunehmend für das Recruiting an Attraktivität. Aber wie finden Influencer und die Bedürfnisse der Personalgewinnung zusammen?

Influencer = Social Media Star?Influencer sind und waren reale Personen – oder vielmehr Persönlichkeiten – z. B. aus Sport, Unterhaltung, Kunst und heute insbesondere aus den Sozialen Medien, die mit Ihrer Bekanntheit bzw. Ihrem Namen für die Güte und Vertrauenswürdigkeit einer Sache einstehen. Auch im kleineren sozialen Umfeld gibt es diese Meinungsbilder, hier werden beispielsweise Lehrer, Eltern oder Vereinsführer als Influencer angesehen. Für den Bereich des Personal- und Ausbildungsmarketings spielen diese Gruppen bereits seit langem eine wichtige Sonderrolle.

Besonderes Interesse erfahren heute jedoch Social Media Stars. Im Zuge der Beschreibung von Influencer Marketing werden diese fast im gleichen Atemzug genannt, teilweise findet sogar eine untrennbare Kopplung statt.

Im Zentrum des InteressesDas, was Filmstars und Sportler bereits seit langer Zeit für die Werbe- und PR-Branche sind, heben die „Stars wie du und ich“ von YouTube, Instagram, Vine und Twitch auf ein ganz neues Level. Gerade Ihnen wird eine besonders enge Verbindung zu ihren Fans zugeschrieben, gepaart mit einem starken Vertrauensbonus der für viele Unternehmen und Marken interessanten, jungen Zielgruppe. Dank Reichweiten von bis zu mehreren Millionen Followern auf Instagram oder beispielsweise YouTube stehen sie im Fokus der Industrie.

Die Verbindung von Recruiting und Influencern gewinnt dabei für Unternehmen immer größere Bedeutung. Sie wollen sich das Potential dieses einzigartigen Zugangs zur vornehmlich jungen Fangemeinde der Social Media Größen, deren Mediennutzungsverhalten sich heute über alle Maßen auf digitale Inhalte ausgerichtet hat, zu Nutze machen.

Zur besseren Vorstellung: Einige der erfolgreichsten YouTuber Deutschlands zählen zwischen 2 bis 4 Millionen Follower auf ihren jeweiligen Kanälen. Ähnliches kann man auch zu Instagram festhalten (ohne hier auf Stars aus Sport- und Entertainment einzugehen). Ein solcher YouTube Kanal erreicht beispielsweise zwischen 25 bis über 50 Mio. Videoabrufe innerhalb eines Monats. Ein neu gepostetes Video kann leicht auf 1 bis 1.5 Mio. Views innerhalb von 24 Stunden klettern. Und wir sprechen hier von VOD (Video on Demand), was eine hohe Kontaktqualität verspricht. Fotos auf Instagram kommen leicht auf Likes in Größenordnungen von 200 bis 300 Tausend, dazu gesellen sich mehrere Zehntausend Kommentare. Diese Inhalte versprechen somit eine hohe Interaktionsdichte.

Nutzen für PersonalmarketingDieses Potential gilt es für viele Unternehmen im Bereich des Personal- und Ausbildungsmarketings jedoch erst noch zu heben. Dabei ist klar herauszustellen, dass derzeit die Zielgruppe für Personalentscheider hier weniger die Professionals sind, sondern sich aufgrund der relativ jungen Fans der Influencer eher Überlegungen für das Ausbildungsmarketing bzw. auch für den Bereich der Berufseinsteiger und Young Professionals geeignet erscheinen. Eine eingehende Zielgruppenanalyse der jeweiligen Influencerkanäle im Vorfeld ist daher dringend angeraten.

Der Nutzen in einer Verbindung bzw. Hinwendung zu Social Media Influencern für das Personalmarketing liegt darin, sich zum einen Ihrer großen und durchsatzstarken Reichweiten zu bedienen und zum anderen zusammen mit Instagramern, YouTubern etc. Content zu generieren, der von der Zielgruppe aktiv konsumiert wird. Somit erreicht man für seine Kommunikationsinhalte ein offenes, interessiertes Publikum. Auch hier ist Storytelling das Zauberwort, um sich nachhaltig positiv mit seiner Arbeitgebermarke bei den Nutzern zu positionieren.

Authentisch und glaubhaftFür den Content, der in Zusammenarbeit mit bzw. durch die Influencer erstellt wird, bieten sich ganz unterschiedliche Ansätze an. Hier ein paar Beispiele:

  • Einbindung der Influencer bei (Karriere-)Events, über die Sie berichten
  • Praktikum (ein paar Tage/eine Woche) des Influencers im Unternehmen
  • Interviews durch den Influencer mit Auszubildenden und Mitarbeitern
  • Challenges in bestimmten Disziplinen (Influencer vs. Azubis/Mitarbeiter)
  • Channel Take Over (Übergeben Sie Ihren Recruiting Kanal für z. B. eine Woche an den Influencer)

u. s. w.

Welche Ansätze sinnvoll und machbar sind, hängt nicht zuletzt sowohl vom Unternehmen als auch dem Content-Profil des Influencers ab. Es ist wichtig, dass sich beide Seiten nicht verstellen. Schließlich leben diese Joint-Ventures von Authentizität. Mit ihr steht und fällt die Glaubwürdigkeit des Contents. Hier sollten die Unternehmen ihren Partnern, den Influencern, eine gewisse Handlungsfreiheit einräumen, denn sie kennen Ihre Zielgruppe am besten und wissen, was ihre Fans anspricht.

Mein Fazit lautet: Die Fühler ausstreckenAufgrund der großen Zielgruppennähe und der enormen Reichweite der „neuen Stars“ am Influencer Himmel. Lohnt es sich für Unternehmen im Zuge Ihrer Nachwuchsanstrengungen, die Fühler in Richtung Social Media Influencer auszustrecken und diese im Rahmen unterschiedlicher Maßnahmen in die Mediastrategie einzubinden. Instagram, YouTube und andere Social Media Plattformen bieten hier eine Vielzahl möglicher Partner. Für deren Auswahl und die Abstimmung des umsetzbaren Contents stehen Unternehmen auf Anfrage spezialisierte Agenturen zur Verfügung, die Beratung, Zielgruppenanalyse und Umsetzung gern übernehmen.