Roboter in der Arbeitswelt: Bedrohung oder Erfolgschance?

Bei Amazon passiert es, bei Volkswagen und bei Zalando auch: Roboter erledigen hier zunehmend die anfallende Arbeit. Die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung der Produktion ersetzt in der "Industrie 4.0" mehr und mehr menschliche Arbeitskraft. Diese Entwicklung birgt jedoch nicht nur Risiken für die Arbeitswelt, sondern auch Chancen.

Unverwüstlich und lernfähig: Roboter verändern die Arbeitswelt

Bei Automobilherstellern oder großen Onlineversandhändlern arbeiten Menschen und Roboter zunehmend zusammen. Im Gegensatz zu Menschen brauchen Roboter allerdings keinen Urlaub und ihnen ist keine Arbeit zu stupide. Außerdem werden die Maschinen immer schlauer. Durch maschinelles Lernen verstehen sie selbst, wann beispielsweise der beste Zeitpunkt gekommen ist, damit eine Fracht von einer bestimmten Spedition in den Hafen gebracht wird. Über das Internet sind Roboter außerdem vernetzt und kommunizieren dort miteinander. Neben der Fertigungsindustrie werden in Zukunft also auch deutlich weniger Menschen in der Logistik oder Verwaltung arbeiten. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sieht daher knapp eine halbe Million Arbeitsplätze in Deutschland bedroht.

Umschichtung statt Wegfall von Arbeitsplätzen

Damit die deutsche Industrie ihr Produktionsvolumen und ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten kann, führt in den Augen der Industrie-4.0-Befürworter kein Weg um die Prozesse der Automatisierung und Digitalisierung herum. Angesichts der Zahlen des IAB werden aber auch kritische Stimmen laut. Man fürchtet, dass menschliche Arbeiter vollends von Robotern ersetzt werden könnten. Tatsächlich werden die Menschen Routineaufgaben in naher Zukunft mehr und mehr an Roboter und Computer abgeben. Jedoch wird es dadurch tendenziell eher eine Verschiebung hin zu anspruchsvolleren Tätigkeiten geben. Der Physikprofessor Henning Kagermann, der den Begriff "Industrie 4.0" maßgeblich mitgeprägt hat, formuliert es im Interview mit der Süddeutschen Zeitung folgendermaßen: "Wir schrauben weniger direkt in der materiellen Welt, sondern die Wirtschaft wächst in die gedachte Welt hinein." Roboter werden der Arbeitswelt der IAB-Studie zufolge daher auch 430.000 neue Arbeitsplätze bescheren.

Die Zukunftsaussichten sind (metallisch) glänzend

In dieser neuen Arbeitswelt, in der Roboter und Algorithmen tätig sind, wird von den Menschen mehr Flexibilität verlangt. Facharbeiter, die an den Produktionsstraßen mit Routinearbeiten beschäftigt waren, müssen daher schon heute auf neue, anspruchsvollere Aufgaben vorbereitet werden. Auch Verkäufer, Taxifahrer, Sekretäre oder Pfleger müssen sich auf Veränderungen einstellen. In Japan werden beispielsweise bereits Pflegeroboter eingesetzt. Grund zur Panik besteht deswegen jedoch nicht. Schon in den vergangenen Jahrzehnten haben Computer den Menschen Arbeit abgenommen. Fundierte Marktanalysen oder das Entwickeln neuer Ideen wird jedoch kein Roboter übernehmen können. Außerdem werden immer Menschen gebraucht werden, die die Roboter auch bedienen.