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Kündigungsgespräch führen: So sagen Sie es Ihren Mitarbeitern
02/02/2016 11:26

Kündigungsgespräch führen: So sagen Sie es Ihren Mitarbeitern

Ein Kündigungsgespräch führen zu müssen, ist wohl eine der mit Abstand unangenehmsten Situationen, in die sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer im Job gelangen können. Vor allem dann, wenn die Nachricht einen Mitarbeiter völlig überraschend trifft. Um diese schwierige Situation bestmöglich zu meistern, sollten Sie als Arbeitgeber folgende Punkte beachten.

Was vor dem Kündigungsgespräch wichtig ist


Bevor Sie das Kündigungsgespräch führen, sollten Sie einige Informationen einholen und sich gegebenenfalls von einem Juristen beraten lassen. Denn damit eine Kündigung überhaupt rechtens ist, müssen die Gründe klar sein: Wird die Kündigung aus betriebs-, personen-, oder doch verhaltensbedingten Gründen ausgesprochen? Diese Gründe müssen klar formuliert werden. Weiterhin ist es wichtig, während des Gesprächs einen Mitarbeiter aus der Personalabteilung mit dabei zu haben. Eventuell auftauchende Fragen zum Arbeitsrecht oder Kündigungsschutz können dann direkt besprochen werden. Wenn die Zeit dafür da ist, sollten Sie für das Gespräch mit dem Personaler jedoch einen zweiten Termin ansetzen und das erste Kündigungsgespräch unter vier Augen führen.


Den richtigen Zeitpunkt finden


Arbeitsrechtler der Kanzlei Heisse Kursawe Eversheds fanden bei der Auswertung von 512 Kündigungsverfahren im Jahr 2014 heraus, dass die meisten Arbeitgeber eine Kündigung an einem Montag aussprechen. Weiterhin wird häufig der Vormittag gewählt, um ein Kündigungsgespräch zu führen. Tatsächlich wäre es taktlos, den Mitarbeiter erst nach einem langen Arbeitstag zu kündigen. Zu Anfang der Woche hat sie oder er weiterhin genügend Zeit, die Information zu verarbeiten und gegebenenfalls den Betriebsrat oder einen Anwalt zu kontaktieren.


Während des Kündigungsgesprächs gilt Diskretion


Für viele Mitarbeiter ist das Kündigungsgespräch äußerst unangenehm. Der Jobverlust ist für die meisten mit Existenzängsten und Selbstzweifeln verbunden. Die Art, wie Sie das Kündigungsgespräch führen, wird entscheidend dafür sein, wie gut Ihr Mitarbeiter die Kündigung aufnimmt. Als Erstes ist es daher wichtig, einen Raum zu finden, wo Sie sich in Ruhe unterhalten können und nicht durch Telefonklingeln oder andere Mitarbeiter im Betrieb gestört werden. Die Sitzordnung sollte nicht konfrontativ sein. Platzieren Sie sich daher besser über Eck als gegenüber voneinander. Erläutern Sie Ihre Entscheidung und bleiben Sie klar und deutlich. Geben Sie während des Gesprächs auch Raum zum Schweigen. Der Mitarbeiter sollte Zeit haben, um die Situation zu verarbeiten und Fragen zu stellen. Nach einer Faustregel sollte das erste Kündigungsgespräch jedoch nicht länger als 15 Minuten dauern. Bei Bedarf sollte ein Folgetermin zwei Tage später vereinbart werden, um eventuelle Fragen zu den Details der Abfindung oder zur Freistellung klären zu können.