Influencer-Marketing: So bauen Sie Kontakte auf

Beim Influencer-Marketing versuchen Unternehmen, einflussreiche Meinungsmacher im Netz als Unterstützer für die eigenen Produkte oder Dienstleistungen zu gewinnen. Lesen Sie hier, wie Sie erfolgreich Kontakt zu Bloggern, Twitter-Usern und Co. knüpfen und so die Sichtbarkeit Ihrer Firma im Netz erhöhen.

Was sind Influencer?

Ob auf der Suche nach dem richtigen Arzt, beim Kauf eines Rasenmähers oder der Auswahl des nächsten Urlaubsziels: Vor einer Kaufentscheidung holen Kunden gerne den Rat von Menschen ein, denen sie vertrauen. Was früher auf das direkte Gespräch und den eigenen Bekanntenkreis begrenzt war, dehnt sich im digitalen Zeitalter über das gesamte Internet aus. Hier kommen die sogenannten Influencer ins Spiel: Das sind Meinungsführer, denen von einer Vielzahl an Usern eine hohe Expertise auf einem bestimmten Themengebiet bescheinigt wird. Entsprechend vertrauen Internetnutzer auf die Empfehlungen des Influencers und werten diese als authentisches Expertenurteil. Diesen Einfluss machen sich Unternehmen beim Influencer-Marketing zunutze, indem sie Kontakt zu den Meinungsführern knüpfen und diese als Botschafter gewinnen. Sie werden zu sogenannten Multiplikatoren für die hauseigenen Produkte und Dienstleistungen. Je nach Branche sind dabei unterschiedliche Influencer für die Wirtschaft interessant. Handwerksbetriebe können beispielsweise Blogger rund um das Thema Wohnen und Garten als Multiplikatoren anwerben, während Kosmetikstudios in Betreibern von Blogs und Social-Media-Channels aus dem Themenbereich Beauty und Lifestyle passenden Ansprechpartner finden. Restaurants, Cafés und Hotels sind wiederum mit Kontakten zu Food- sowie Reisebloggern gut beraten.

Wo finden Sie die Meinungsführer?

Um die Auswahl an potenziellen Influencern einzugrenzen, können Sie zunächst festhalten, in welchem Themenfeld sich Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung am besten integrieren lässt. Die daraus resultierenden Begrifflichkeiten helfen Ihnen, das Internet nach geeigneten Partnern zu durchforsten. Viele Meinungsführer halten über Twitter und Facebook regelmäßig Kontakt zu ihren Fans. Hier können Sie die Influencer anhand ihrer Follower-Zahlen miteinander vergleichen und bewerten. Professionelle Analysewerkzeuge wie Followerwonk und Tweetreach geben weiteren Aufschluss darüber, welche Reichweite die Posts der Influencer im Schnitt erreichen. Die Seite Klout bewertet sogar ganz konkret den Einfluss einzelner Personen anhand ihrer Social-Media-Profile, jedoch können die User hier mit einigen Tricks ihre Werte aufpolieren. Darüber hinaus stehen Ihnen auch Tools für die Suche nach einflussreichen Blogs zur Verfügung, darunter Icerocket und 10000flies.de.

Zahlen zu Followern und Abonnenten sowie die Reichweite eines Kanals sind wichtige Kriterien bei der Auswahl eines Influencers. Wie hoch die Bindung zwischen einem Meinungsführer und seinen Followern ist, deutet zudem die Interaktionsrate an. Damit die Marketingstrategie ein Erfolg wird, ist aber auch Ihre individuelle Einschätzung gefragt. Nehmen Sie die Inhalte des potenziellen Partners genau unter die Lupe: Entspricht die Qualität seiner Beiträge Ihren Standards? Passt der Stil zu Ihrem Unternehmen, zu Ihren Dienstleistungen und/oder Produkten? Können Sie diese Fragen mit Ja beantworten, haben Sie einen geeigneten Kandidaten fürs Influencer-Marketing gefunden.

Die Kontaktaufnahme

Bei der Kontaktaufnahme zu potenziellen Partnern ist Fingerspitzengefühl gefragt: Stellen Sie Ihr Unternehmen und sich persönlich vor. Eine kurze E-Mail eignet sich dazu. Der Influencer ist für Unternehmen ein Geschäftspartner, mit dem es eine richtige Beziehung zu pflegen gilt. Berichten Sie, warum Sie an einer Zusammenarbeit interessiert sind und signalisieren Sie Dialogbereitschaft. Vom Versand einer Pressemitteilungen oder eines Standardschreiben ist hingegen abzuraten, da vorformulierte Texte schnell nach Massenmailings klingen. Hier könnte der Eindruck entstehen, dass Sie kein ernsthaftes Interesse an Ihrem Gegenüber haben. Ein individuelles Schreiben ist nicht nur höflicher, es bietet Ihnen auch die Chance, den Meinungsführer tatsächlich zu überzeugen. Reagiert der Influencer auf Ihre Anfrage, können Sie gemeinsam ausloten, wie Sie die Kooperation gestalten wollen.