So machen Sie Ihre Marketingmitarbeiter wertvoller fürs Unternehmen

Marketer könnten so viel mehr, wenn man sie nur ließe: 76 Prozent der Marketingspezialisten sind von ihrer Aufgabe nicht ausgefüllt - das ergibt eine aktuelle Studie des Recruiters Avantgarde Experts. Untersucht wurde der Berufsalltag von 360 Marketingverantwortlichen in Agenturen und Unternehmen. Gleichzeitig fand die Erhebung heraus, dass fehlende Sinnhaftigkeit, sinkende Budgets, steigender Wettbewerbsdruck und starre Prozesse das Arbeitsleben erschweren. Im Marketing zu scheitern, ist offenbar nicht schwer. Wie Chefs dagegen steuern können. 

Gesamtes Potenzial ausschöpfen

Während in Vergangenheit die Innovationsfähigkeit entscheidend war, um erfolgreich zu sein, entscheidet in Zukunft vor allem das Fachpersonal über Erfolg oder Misserfolg. Für die Personalabteilung wird Talent-Management deshalb immer wichtiger. Der Wettbewerb um gute Fachkräfte verschärft sich und es reicht nicht aus, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Man muss sie auch richtig einsetzen, sind sich die Spezialisten sicher.

Erkenntnisse unter der Dusche fördern

Die besten Ideen entstehen beim Einschlafen, unter der Dusche oder im Bus aber selten in einem Team-Meeting. Daher ist es wichtig, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem das gesamte Team gerne arbeitet. Nur so wird erreicht, dass die Mitarbeiter auch außerhalb des Meetings nach Lösungen suchen und ihre Ideen beim nächsten Treffen einbringen. Dieser kreative Input stellt einen enormen Mehrwert da. Denn findet das Brainstorming immer nur zu einem bestimmten Zeitpunkt statt, ist es schwierig, neue und innovative Lösungsansätze zu finden. 

Motivation durch Wertschätzung

Ein wichtiger Hebel, um die Motivation der Mitarbeiter zu steigern, ist die richtige Feedback-Kultur. Im Arbeitsalltag sorgt beispielsweise ein kleines Lob oft schon für einen Motivationsschub. Auf den erfolgreichen Projektabschluss kann ein gemeinsamer Betriebsausflug folgen, der gleichzeitig als Teambuilding-Maßnahme dient. Einzelne Projektabschnitte können hingegen mit einer gemeinsamen Kaffee- und Kuchenpause gefeiert werden. Viele Führungskräfte befürchten zwar, dass in zu vielen Kaffeepausen Arbeitszeit verloren geht, doch das Gegenteil ist der Fall. Stimmt die Arbeitsatmosphäre, werden die kommunikativen Pausen zum Austausch von Ideen und erworbenem Wissen genutzt – wenn auch unbewusst.

Stärken stärken

Führungskräfte sollten Zeit darin investieren, ihre Mitarbeiter kennenzulernen. Es lohnt sich, deren Bedürfnisse zu kennen und zu wissen, welche Aufgaben sie gerne und welche ungerne erledigen. Die Präferenzen und Stärken der Teammitglieder sind oft so unterschiedlich verteilt, dass es für jede Arbeit jemanden gibt, der sie gerne macht. Die Guten scheitern oft nicht an der fachlichen Kompetenz, sondern weil sie nicht in das Team des Unternehmens passen. Denn: Auch die Chemie muss stimmen.

Interdisziplinäre Teams fördern

Wer mit seiner eigenen Arbeit einen Beitrag zu gemeinsamen Projekten liefert und das Ergebnis mit Kollegen aus anderen Bereichen bespricht, liefert einen wertvollen Input, von dem andere profitieren. Gleiches gilt für eine der Haupterkenntnisse der Studie: Dreiviertel aller Marketing-Experten sehen ihr Potenzial nicht ausgeschöpft und geben an, dass sie noch wertvoller für das Unternehmen sein könnten. Dieses verschenkte Potential gilt es unbedingt zu nutzen. Dass die Arbeit in interdisziplinären Teams ein Zukunftskonzept ist, sieht auch ein Großteil der Befragten so. Mit 31 Prozent wurde „Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams“ auf die Frage nach den aktuell größten Chancen für die Arbeit von Marketing-Experten am zweithäufigsten genannt.

Vieltelefonierer zufriedener

Großraumbüros schaffen kürzere Kommunikationswege und fördern so die interne Kommunikation. Das ist zumindest die vorherrschende Meinung. Wie die Studie zeigt, sieht die Realität anders aus: 70 Prozent der Marketer sitzen in Großraum- sowie Zweier- bis Vierer-Büros. Dort wird vorwiegend per E-Mail kommuniziert. Unterdessen kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die Arbeitszufriedenheit unter denjenigen am höchsten ist, die sich überwiegend per Telefon austauschen. Am effizientesten scheint die Kombination aus maximal einmal pro Woche Home-Office und einer kleineren Bürostruktur, die es ermöglicht, öfter zum Telefon zu greifen.

Know-how zum Thema Digitalisierung vermitteln

In der Zukunft des Marketings wird viel von der Digitalisierung abhängen. 42 Prozent der befragten Marketing-Experten gaben an, dass sie jetzt und in Zukunft die größten Chancen ihrer Arbeit in der Digitalisierung sehen. Führungskräfte sollten dazu Fortbildungen ermöglichen. Eine weitere wichtige Aufgabe ist es, den Mitarbeitern die Angst vor Digitalisierung und künstlicher Intelligenz zu nehmen. Bei all dem Potenzial das in diesem Bereich steckt, haben viele immer noch die Angst im Hinterkopf, ihr Job könnte durch den Digitalisierungsprozess wegfallen.

Profilbild von Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

 ist freie Journalistin und schreibt über die deutsche Medienlandschaft, vorwiegend für das Fachmagazin Werben & Verkaufen, aber auch für Kontakter, Welt am Sonntag, SZ sowie den Blog der BLM. Themenschwerpunkte sind Fernsehen, Digitalwirtschaft sowie Printmedien. Nach einem Volontariat bei Hubert Burda Media und dem Besuch der Deutschen Journalistenschule in München arbeitete sie für Bunte, Bild, Freundin, Antenne Bayern und die Jugendbeilage der Süddeutschen Zeitung, Jetzt.

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