Social Media Marketing für Unternehmen: Interview mit Malermeister Werner Deck

Social Media Marketing für Unternehmen: Interview mit Malermeister Werner Deck

Werner Deck hat den Beruf des Malermeisters von der Pike auf gelernt. Mit seinem Malerunternehmen malerdeck GmbH hat er sich ausschließlich auf Privatkunden spezialisiert und ist mit „Opti-Maler-Partner“ seit vielen Jahren erfolgreicher Franchisegeber für Malerunternehmen mit Partnern in Deutschland, Österreich, Spanien und der Schweiz. Für sein vielfältiges soziales Engagement wurde Werner Deck 2011 sogar mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Werner Deck ist nicht nur in seinem Beruf, sondern auch in den sozialen Medien perfekt vernetzt. Im Gespräch mit Gelbe Seiten erzählt der Malermeister von seinen Erfahrungen und erklärt, warum es die richtige Entscheidung war, in den sozialen Netzwerken aktiv zu werden.

1.  Seit wann und auf welchen Kanälen sind Sie im Social Media Bereich aktiv?

Mit Social Media begann ich intensiv Anfang 2010. Aktiv bin ich, außer auf Facebook, bei Twitter, Google+, Xing, LinkedIn, Pinterest, Youtube und natürlich auf meinem Blog. Gestartet habe ich mit Twitter und Facebook, die für mich am wichtigsten sind, da ich hier die größte Resonanz habe. Zentraler Mittelpunkt ist mein Blog, auf den ich durch die Postings auf Twitter und Facebook verweise.

2. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, das Social Web für Ihre Unternehmensziele zu nutzen?

Aufmerksam gemacht hat mich eine langjährige und sehr liebenswerte Geschäftspartnerin, Frau Fatima Vohs, die mir in einem Gespräch Anfang 2010, die Vorteile von Social Media schilderte. Sie hat es in diesem Gespräch geschafft, mich nicht nur zu überzeugen, sondern mich von Facebook, Twitter ' Co komplett zu begeistern. Unmittelbar danach legte ich sofort mit Social Media los.

Nach dem Start mit Twitter und Facebook wurde mir schnell klar, dass ich auch einen Blog benötige. Bei Twitter sind nur 140 Zeichen möglich und das ist zum Geschichten erzählen zu wenig. Inhalte waren von Anfang an die Geschichten, die man als Unternehmer so jeden Tag erlebt und zum Beispiel seiner Frau erzählt, wenn man abends nach Hause kommt.

Mein Motto ist dabei: Live-Infos aus einem spannenden Unternehmeralltag!

3. Wer betreut die Facebook Unternehmensseite bei Ihnen im Haus und wie viel Zeit nimmt die Betreuung in Anspruch?

Die Facebook-Unternehmensseite wird ausschließlich von mir betreut. Pro Tag investiere ich insgesamt ca. eine bis eineinhalb Stunden für meine Social Media Aktivitäten. Im Fokus dieser täglichen Arbeit stehen hier vor allem Facebook, Twitter und die Betreuung meines Blogs. Andere Kanäle wie Xing oder YouTube nehmen weniger Zeit zur Betreuung in Anspruch.

4. Entstehen Ihnen dadurch zusätzliche Kosten?

Kosten entstehen außer meinem Zeiteinsatz kaum, vielleicht ein paar Euro monatlich für Fotos.

5. Hat sich der Einsatz bereits gelohnt?

Es hat natürlich Anlaufzeit gebraucht, aber es wirkt sich außerordentlich positiv auf den Unternehmenserfolg aus. Wir konnten beispielsweise im Jahr 2012 eine Umsatzsteigerung von ca. 17% erreichen und belegten den 1. Platz in der Google-Suche. Außerdem ist es toll zu sehen, dass 62% unserer Besucher über Social Media auf unsere Webseite gelangen. So können wir uns über rund 214.000 Blog-Besucher monatlich freuen.

Zudem gelang es uns, im Jahr 2012, die Zielgruppe der 30 bis 60-Jährigen, um 132 Prozent zu steigern. Eine spezielle Zuordnung, durch welche Kanäle die Steigerung gelang, ist nicht möglich, sondern Ergebnis unserer Social Media Aktivitäten insgesamt.

Darüber hinaus gab es auch einige TV-Beiträge durch meine Social Media Aktivitäten wie beispielsweise einen Unternehmensbeitrag in der SWR Landesschau sowie einen Beitrag über Personal Recruiting von TRIALOG.tv.

Dazu kommen zahlreiche Interviews und Berichte in verschiedenen Medien. Stellvertretend sei dabei ein Artikel im „THE WALL STREET JOURNAL“ mit dem Titel „Der twitternde Maler“ genannt.

Dies sind alles Aspekte, die Mundpropaganda auslösen und unser Unternehmen noch bekannter machen.

6. Was haben Sie sich für die Zukunft im Social Web vorgenommen?

Für mich sind die Social Media Kanäle, allen voran meine Facebook-Fanseite ein gigantischer Mundpropaganda-Turbo! Mein Ziel? Weiterhin die Möglichkeiten der Social-Media-Welt voll auszuschöpfen!

7. Welches Feedback bekommen Sie bezüglich Ihres Facebook-Auftritts von Gästen und Fans und wie gehen Sie damit um?

Unsere Facebook-Firmenseite hat zwischenzeitlich 1.144 Fans. Die Rückmeldungen waren bisher ausschließlich positiv. Auf Postings von Nutzern antworte ich grundsätzlich! Falls ich in nächster Zeit doch einmal mit Kritik konfrontiert werden sollte, würde ich sachlich auf die Anfrage oder den Kommentar eingehen. Auf keinen Fall sollten eine negative Äußerung einfach ignoriert werden.

8. Woran denken Sie in über 4 Jahren Social Media besonders gerne zurück?

Vor ca. 2,5 Jahren habe ich beispielsweise einmal das komplette Prozedere für eine zu vergebende Lehrlingsstelle über unsere Facebook-Fanseite abgewickelt – vom Bewerbungsaufruf bis zur Vereinbarung des Vorstellungsgesprächs.

9. Welchen Tipp haben Sie für andere kleine und mittelständische Unternehmen, um eine erfolgreiche Facebook-Fanpage zu betreiben?

Einfach sofort anfangen und machen. So sammelt man am schnellsten Erfahrung und kommt schnell zu guten Ergebnissen. Es ist ähnlich wie mit dem Radfahren: Das lernt man nicht theoretisch mit einem Buch oder einem Vortrag. Ich muss mich auf´s Fahrrad setzen und losfahren. Und wenn man hinfällt? Einfach aufstehen und weiter machen! Nur dadurch kann ich es auch lernen. So ist es bei diesem Thema ebenso.

Social-Media-Einsteigern empfehle ich das erst kürzlich erschienene Buch “Marketing 2.0 für Handwerk und KMU” von Hubert Baumann. Ich habe es selbst gelesen und für sehr gut befunden.

Zum Abschluss kann ich in Anlehnung an eine frühere Focus-Werbung sagen: Suchen Sie nicht nach Inhalten sondern erzählen Sie Geschichten, Geschichten, Geschichten…

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