Suchmaschinenmarketing10.02.16Drucken
DuckDuckGo, Oscobo und Co.: Alternativen zu Google

TOPTHEMA / DuckDuckGo, Oscobo und Co.: Alternativen zu Google

Obwohl es jede Menge Alternativen zu Google gibt, tippen die meisten Internetnutzer ihre Suchanfragen in die altbekannte Suchmaske ein. Dabei bieten unkonventionelle Anbieter wie DuckDuckGo, Oscobo oder Ecosia nicht nur ähnliche Funktionen bei zum Teil besseren Ergebnissen, sondern respektieren im Gegensatz zum Internetgiganten auch die Privatsphäre ihrer Nutzer.

Vier Millionen Suchanfragen pro Minute auf Google

Jede Minute werden weltweit circa vier Millionen Suchanfragen eingegeben – und das allein bei Google. Diese zahlreichen Anfragen machen die Suchmaschine nicht nur zur erfolgreichsten der Welt, sondern auch zu einem mächtigen Wirtschaftsimperium. Dieses stellt die Interessen seiner Nutzer jedoch nicht immer in den Vordergrund. Vielmehr wertet Google Browserverläufe, Suchanfragen und die Standorte von Android-Smartphones aus, und speichert diese Daten für ungewisse Zeit. Dabei geht es zum einen um Geld, weil Unternehmen die Möglichkeit haben, mithilfe der gesammelten Daten von Google zielgerichtete Werbung zu schalten, und zum anderen aber auch um die kontinuierliche Verbesserung des Angebots.

Privatsphäre hin oder her: Auch in Deutschland nutzen die meisten Menschen Google und bescheren dem Internetgiganten laut "SEO-United" damit einen Marktanteil von gut 95 Prozent. Die bekanntesten Konkurrenten hinter Google sind Microsofts Suchmaschine Bing mit drei Prozent Marktanteil und Yahoo mit einem Prozent Marktanteil. Doch es gibt noch zahlreiche weitere Alternativen zu Google. Bisher noch unpopuläre Suchmaschinen wie DuckDuckGo, Oscobo oder Ecosia können unter Umständen sogar bessere Ergebnisse als die Marktführer erzielen – und das, ohne die zum Teil sensiblen Nutzerdaten dabei für ungewisse Zeit zu speichern.

DuckDuckGo erhebt keinerlei persönliche Nutzerdaten

Die Suchmaschine mit dem ungewöhnlichen Namen DuckDuckGo gibt es zwar schon seit 2008 – so richtig bekannt wurde sie aber erst Ende 2015. Da wurden auf einmal zwölf Millionen Suchanfragen pro Tag gestellt. Zum Vergleich: Im Januar desselben Jahres waren es gerade einmal halb so viele. Das sprunghafte Interesse könnte zum einen mit der zunehmend kritischen Berichterstattung über Google zu der Zeit zusammenhängen; zum anderen aber auch mit dem cleveren Slogan, mit dem DuckDuckGo passenderweise wirbt: "Die Suchmaschine, die Sie nicht verfolgt."

Die US-amerikanische Firma mit der Ente im Logo speichert weder IP-Adressen noch Suchanfragen. Daher gibt es auf DuckDuckGo auch keine personalisierte Werbung. Bei den Suchergebnissen greift die Suchmaschine auf mehr als 100 verschiedene Dienste wie Wikipedia, Bing oder auch firmeneigene Programme zurück. Neue Features wie Filter für Zeit und Datum und eine "Meinten Sie...?"-Funktion machen DuckDuckGo derzeit zu einer der besten Alternativen zu Google.

Oscobo: Finanzierung über Werbung statt über den Verkauf von Nutzerdaten

Auch Fred Cornell, Mitbegründer der britischen Suchmaschine Oscobo, fühlte sich unwohl damit, wie große Suchmaschinenanbieter mit den Daten ihrer Nutzer umgehen. Das erklärte er im Interview mit Techcrunch. Der ehemalige Yahoo-Mitarbeiter will daher mit Oscobo zeigen, dass es Alternativen zu Google gibt und die Suchmaschinenindustrie auch anders funktionieren kann.

Ähnlich wie DuckDuckGo verzichtet auch Oscobo daher auf die Speicherung von Nutzerdaten. Weiterhin zeigt Oscobo keine von den Nutzern zunehmend als störend empfundene personalisierte Werbung. Stattdessen wird nur Werbung präsentiert, die an die aktuelle Suchanfrage oder den Ort angepasst ist. Durch diese Werbeeinblendungen verdient das privat finanzierte Unternehmen auch sein Geld. Derzeit sind die Suchergebnisse bei Oscobo zwar noch für Nutzer aus Großbritannien optimiert. Im Laufe dieses Jahres will Oscobo sein Angebot aber für diverse europäische Länder, darunter auch Deutschland, anpassen.

Privatsphäre geht vor: Diskrete Alternativen zu Google

Wenn Konkurrenz das Geschäft belebt, dann herrscht auf dem Suchmaschinenmarkt gerade Karneval. Denn neben DuckDuckGo und Oscobo rücken mit Ixquick, Qwant oder StartPage zahlreiche Alternativen zu Google auf den Markt, die sich allesamt den Schutz der Privatsphäre ihrer Nutzer auf die Fahnen geschrieben haben. StartPage will dabei sogar 100-prozentig echte Google-Ergebnisse liefern – nur eben unter der Wahrung der Privatsphäre. Qwant bietet mit Qwant Junior auch eine Suchmaschine speziell für Kinder an. In den Suchergebnissen werden gewaltverherrlichende oder pornografische Inhalte gar nicht erst angezeigt. Bei Ixquick ermöglicht es ein Proxy-Service, auf Wunsch anonym zu surfen. Die Seitenanbieter sehen dann nicht die IP-Adresse des Nutzers, sondern nur die von Ixquick. Auch bei Ecosia werden Suchdaten weder gespeichert noch analysiert. Nutzer können mit ihren Suchanfragen vielmehr etwas Gutes für die Umwelt tun. Ecosia gibt an, dass es rund 28 Cent kostet, einen Baum in Burkina Faso zu pflanzen. Jede Suchanfrage trägt mit rund 0,5 Cent dazu bei. Im Schnitt wird so mithilfe der Nutzung von Ecosia alle 24 Sekunden ein Baum gepflanzt.

Alternativen zu Google: Die Qual der Wahl

Google hat nach wie vor den mit Abstand größten Marktanteil. Mit den zahlreichen Alternativen zu Google, die nicht nur mit Funktionalität, sondern auch mit Diskretion überzeugen, könnte sich das jedoch in naher Zukunft ändern. Jede Suchmaschine hat jedoch ihren eigenen "Stil", an den sich User erst gewöhnen müssen. Je nach Flexibilität der Nutzer könnte der Suchmaschinenmarkt demnächst also vielfältiger und nutzerfreundlicher werden.

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