Keyword-Recherche in fünf Schritten

Um online erfolgreich zu sein, ist ein Faktor besonders wichtig: Sie müssen gefunden werden. Wenn Ihre potenziellen Kunden sie nicht finden, nützt das beste Produkt, der günstigste Preis oder die schönste Website wenig, da schlicht die Besucher ausbleiben. Mit einer gründlichen Keyword-Recherche identifizieren Sie die Begriffe, die Besucher bei Google eingeben und im nächsten Schritt Ihre Website sehen sollten. Für die Auswahl der optimalen Keywords gibt es einige Grundregeln, die sie beachten sollten.

1. Überprüfen Sie Ihre ersten Annahmen

Im Normalfall haben Sie natürlich viel Erfahrung mit Ihrem Thema und daher eine gewisse Vorstellung davon, nach was Menschen bei Google suchen könnten, wenn Sie nach Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung suchen. Der erste Schritt sollte nun immer sein, genau diesen Begriff bei Google einzugeben und die Suchergebnisse eingehend zu betrachten. Am Beispiel „Arbeitskleidung“ sieht man nun:

 

Klar zu sehen: Viele Anzeigen, was auf einen hohen Wettbewerb schließen lässt. Außerdem scheint es ein transaktionales Keyword zu sein, also verfolgen die Suchanfragen ein Kaufinteresse (daher die Google Shopping Anzeigen). Folglich erwarten User für dieses Keyword einen Shop für Arbeitskleidung. Auch die weiteren Suchergebnisse bestätigen diese Annahme. Genau das sollten Sie für dieses Keyword also auch anbieten, da Sie sonst die Besucher enttäuschen.

Nun sollten Sie sich die Ergebnisse anschauen und sich fragen, warum Google diese so weit oben einordnet. Liegt es am Angebot? An der Qualität der Seite? Bieten die Websites weitere Vorteile?

2. Ist dieses Keyword realistisch?

Bleiben wir bei unserem Beispiel mit der Arbeitskleidung. Der Wettbewerb scheint hoch zu sein, daher gibt es vielleicht Möglichkeiten uns von der Konkurrenz abzusetzen. Eine Möglichkeit wäre, die relevanten Keywords zu spezialisieren. Neben dem Begriff „Arbeitskleidung“ schlägt der Google Keyword Planer noch weitere potenzielle Keywords vor, zum Beispiel „Sicherheitsschuhe“, „Arbeitshosen“, „Arbeitsjacke“, „Blaumann“ oder „Arbeitsweste“.

 

Eine Spezialisierung mit einzelnen Unterseiten macht hier Sinn. Auch bei „Arbeitshose“ gibt es „Arbeitshose Herren“, „Arbeitshose Damen“, „Arbeitslatzhose“, „Malerhosen“, „Arbeitsoverall“, und so weiter. Spezialisieren Sie sich! Häufig macht eine sehr gute Platzierung in einer Nische mehr Sinn als eine mittlere Platzierung für das am meisten umkämpfte Keyword.

3. Hauptkeywords und Nebenkeywords

Mittels einer WDF*IDF-Analyse lassen sich zusätzliche Nebenkeywords finden. Dazu werden die Top-10 (oder Top-15 je nach verwendetem Tool) der Suchergebnisse zum Hauptkeyword analysiert.  Die Häufigkeit der verwendeten Begriffe im Verhältnis zu Wortzahl gibt Aufschluss über weitere sinnvolle Keywords. Für unser Beispiel „Arbeitskleidung“ wären dies unter anderem: „Bundhose“, „Latzhose“, „Workwear“, aber auch Begriffe wie „Schnittschutz“, „Kniepolster“ oder „Mischgewebe“ sollten enthalten sein. Baut man diese also in die Website bzw. in den Text ein, zeigt dies für Google eine höhere Relevanz an. Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie gefunden werden, wenn jemand nach „Arbeitshose mit Schnittschutz“ sucht.

4. Keyword überprüfen: Dopplungen vermeiden

Nun wurden ein Hauptkeyword, Nebenkeywords und wichtige Begriffe identifiziert. Doch bevor Sie nun eine neue Unterseite und entsprechende Inhalte erstellen, sollten Sie vorher überprüfen, ob Sie zu diesem Keyword schon bei Google gelistet sind, also ranken. Mit dem Google Operator „site“ können Sie Ihre Seite auch ohne ein Tool durchsuchen. Geben Sie dazu ein: site:den Namen Ihrer Domain und das Keyword. Als Beispiel: „site:arbeitskleidung.de Arbeitshose“. Google zeigt Ihnen nun alle Unterseiten dieser Domain an, die zu diesem Keyword in den Google Suchergebnissen auftauchen.

Oft kann es sinnvoller sein, eine bestehende Seite zu optimieren, anstatt eine neue Seite zu erstellen und sich selbst Konkurrenz zu machen.

5. Das Feintuning

Abschließend macht es Sinn, einen Blick in den Google Keyword Planer oder ein vergleichbares Keyword-Tool zu werfen. Warum erst jetzt? Bisher wurde die Auswahl des Keywords und der Nebenkeywords auf das Interesse der Besucher ausgerichtet. Entscheidungen sollten nicht immer nur aufgrund von Suchvolumen getroffen werden, sondern vor allem nach User-Intention. Natürlich sollten Sie auch das Suchvolumen beachten und sich so auf besonders oft gesuchte Begriffe fokussieren.

Jetzt können Details überprüft werden, zum Beispiel ob Einzahl oder Mehrzahl des Keywords verwendet werden sollte. Bei manchen Begriffen unterscheidet Google zwischen Singular oder Plural. Auch regionale oder saisonale Unterscheide können identifiziert werden. Zum Beispiel per Google Trends. Vorsicht auch bei Homonymen (etwa Hahn, Ball, Bank oder Kiefer).

Profilbild von Marco  Frazzetta
Marco Frazzetta

ist seit über 10 Jahren als Geschäftsführer von mehreren Unternehmen im Internet tätig. In dieser Zeit sammelte er umfassende Erfahrungen in den Bereichen SEA, SEO, Affiliate Marketing und weiteren Online Marketing Methoden. Nach der Veräußerung eines Unternehmens im Hosting-Bereich Ende 2011, widmet er sich voll und ganz der SEO-Küche und seinen über 70 Online Marketing Beratern.

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