Quo vadis SEO – so verändert sich das Ranking der Zukunft

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Sie ziehen bei uns ein, organisieren unseren Einkauf und sorgen für gedimmtes Licht nach Feierabend: smarte Systeme für unser Zuhause. Was für viele noch immer befremdlich ist, können sich auch immer mehr Deutsche nicht mehr aus den eigenen vier Wänden wegdenken. Und auch viele Kritiker gewöhnen sich wohl nach und nach an den Gedanken, dass wir unsere Fragen nach dem morgigen Wetter nicht mehr von einer App oder ganz klassisch der Tagesschau, sondern von Amazons Alexa beantworten lassen.

Siri – finde das beste italienische Lokal in München, Alexa – brauche ich morgen einen Regenschirm? Das sind ganz normale Fragen und Suchaufträge, die wir bereits heute an unsere digitalen Assistenten stellen.

Google: von der Such- zur Antwortmaschine

Doch wie sehen die Antworten dazu aus? Schnell müssen sie sein, präzise und vor allem treffsicher. Denn wer auf diesem Weg nach Informationen sucht, hat sich längst an ein ganz anderes Suchverhalten gewöhnt, als wir es beispielsweise von Google kennen.

Niemand, der Siri nach dem besten Restaurant der Stadt frägt, möchte in den nächsten Minuten einer Auflistung möglicher Ergebnisse lauschen, wie sie die Suchmaschine ausspucken würde – er möchte eine Antwort, und zwar die Richtige, die Gesuchte.

Tod den klassischen Rankingfaktoren! Oder?

Doch was bedeutet das für eine Profession, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, einem Algorithmus so nah wie möglich zu kommen, der eine nahezu unendlich große Anzahl an Ergebnissen priorisiert? Was bedeutet es für das SEO, das wir heute kennen, wenn die Plätze zwei und drei vielleicht keine Bedeutung mehr habe? Und daran auch SEA nichts ändert?

Nun bin ich wahrlich nicht unter den SEO-Experten Deutschlands zu finden, doch die Überlegung liegt nahe, dass klassische Rankingfaktoren gravierend an Bedeutung verlieren werden. Künstliche Intelligenz steht längst in den Startlöchern und es wäre wohl naiv zu glauben, dass Googles AI durch Keyword-Stuffing oder Link-Käufe noch zu beeindrucken ist.

Vermeintlich „alte“, aber bewährte SEO-Techniken wie Link Building bleiben dabei zwar wahrscheinlich als Signal für die Qualität und Beliebtheit von Inhalten erhalten, werden aber zunehmend abgewertet.

Die Nutzerintention zählt: Wer nach Frisuren sucht, erwartet keine Texte! (Quelle)

Was dann in das Zentrum der Suchmaschine rückt ist der Nutzer.

Der Nutzer, der mit all seinen Wünschen, Sehnsüchten und Charakterzügen nach der einen Antwort auf seine Frage sucht. Denn in der Praxis wird sich jemand, der nach den schönsten Kurzhaarschnitten umschaut, mit keyword-optimierten Texten nicht zufriedengeben oder wer nach Unboxing iPhone 7 googelt, mit hoher Wahrscheinlichkeit Bewegtbild erwarten.

Personalisierung als SEO „Mega-Faktor“

Für uns Content-Schaffende bedeutet das, dass Inhalte stärker denn je auf die Zielgruppe und letztendlich auf eine Persona zugeschnitten werden müssen. Optimierungen finden dann weit abseits klassischer „10 SEO-Tipps, die Sie kennen müssen“-Listen statt und rücken guten, nützlichen, mehrwertbringenden Content in den Fokus, der die User Intention exakt trifft.

Wird das viel gescholtene Buzzword Content Marketing also vielleicht bald zum SEO der Zukunft? Wir werden sehen.

Maria Maier

ist Digital Strategin bei Ray Sono. Auf der Schwelle zwischen Unternehmensberatung und Marketing identifiziert sie Kundenanforderungen und Potenziale, entwickelt Strategien und implementiert diese in den Unternehmen. Hier schreibt Maria regelmäßig über aktuelle Trends aus der Branche und ihr Herzensthema, das Tourismus-Marketing.

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