Tippen war gestern: Wie die lokale Sprachsuche die SEO-Landschaft verändern wird

Tippen war gestern, denn längst übernehmen Alexa, Siri und Cortana das Feld. Die Sprachsuche ist ein signifikanter Trend, der die SEO-Landschaft künftig stark verändern wird – besonders auch im lokalen Bereich. Die Konsequenz für Unternehmen: Position 2 in der Ergebnisliste der Suchmaschinen reicht häufig nicht mehr aus. Der Kampf um die ersten Plätze verschärft sich nochmals.

Als persönliche Assistenten mit längst bekannten Namen sind sie bereits fest im Alltag integriert:  2011 präsentierte Apple Siri, Google Now startete 2012, 2014 legte Microsoft mit Cortana nach und 2014 komplettierte Amazon Echo die Reihe mit Alexa. Die Sprachsuche wird allein in den USA in den kommenden Monaten 25 Prozent aller Suchanfragen ausmachen. Die digitalen Sprachassistenten sind längst im Mainstream angekommen und das zu recht: Die Suche ist schnell gesprochen, die Erkennungsrate hoch und das Ergebnis ist von Zeit zu Zeit exakter.

Ob den Wecker zu stellen, einen Song abzuspielen oder sich navigieren zu lassen – die Nutzung von Alexa, Siri und Co. steigt. 36,5 Millionen Amerikaner werden in diesem Jahr digitale Assistenten über sprachgesteuerte Lautsprecher nutzen und auch in Deutschland geben die Verbraucher den digitalen Assistenten zunehmend mehr Raum in ihrem Alltag. Unternehmen müssen sich deshalb auf eine Veränderung in der SEO-Landschaft einstellen. Der Kampf um die ersten Plätze in der Suche verschärft sich nochmals. Während der Verbraucher bei der Suche über Desktop und mobile Endgeräte selbst noch eine Auswahl an ersten Suchergebnissen scannen konnte, sieht die Handlung und Erwartungshaltung bei der Sprachsuche komplett anders aus. Eine Studie von Stonetempel unter 1.000 Smartphone-Besitzern in den USA hat gezeigt: 60 Prozent der Verbraucher erwarten bei der Sprachsuche eine direkte Antwort – Zwischenschritte unerwünscht.

Sprachsuche bietet vor allem Chancen für lokale Anbieter

Um die Poleposition im Ranking zu erreichen, gibt es essentielle Schritte wie einheitliche Firmendaten im Netz oder die Anpassung der Website und möglichen weiteren Online-Präsenzen. Besonders lokale Unternehmen sollten jetzt aufhorchen, denn mobile Endgeräte sind zu einer beliebten Quelle geworden, um Unternehmen direkt vor Ort zu finden. Die Zahlen sprechen für sich, so verzeichnete Google bei der lokalen Sprachsuche im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 146 Prozent. Längst bekannt ist bereits, dass die Hälfte aller mobilen Suchanfragen lokal sind. Darauf reagiert auch der Suchmaschinenriese und präsentiert vor allem Ergebnisse mit lokalem Bezug.

Die SEO-Strategie muss nun dringend entsprechend der veränderten Suche angepasst werden. Bei der Sprachsuche dominieren Fragen die Suche. Statt wie bisher „Handwerker Köln“ lautet der Sprachbefehl nun „Wo finde ich einen guten und günstigen Handwerker in Köln?“. Auch die Fragen werden konkreter: „Wie sind die Öffnungszeiten des Restaurants?“. Und beliebt sind auch lokale Anfragen wie „Wo ist der nächste Zahnarzt?“. Um in Anbetracht des veränderten Nutzerverhaltens weiterhin im Sichtfeld des Kunden zu bleiben, sind in der Suchmaschinenoptimierung Änderungen wie langteilige Keywords in Form von zum Beispiel W-Fragen und eine natürliche Sprache gefragt. Anwälte, Handwerker, Restaurants und andere Dienstleister sollten auf ihrer Website aus diesen Gründen präzise Antworten in Form ganzer Sätze statt einzelner Keywords verwenden. Wichtig sind auch Synonyme für ausgewählte Keywords sowie interne Verlinkungen auf der Website.

Um schon jetzt den Anschluss an die Poleposition in der Suche nicht zu verlieren, sollten Unternehmen jetzt beginnen, ihre SEO-Strategie zu verändern. Wichtig auch: Stets up to date zu bleiben, denn der Nutzer gewöhnt sich gerade erst an die Sprachsuche, Änderungen werden folgen – garantiert.

Profilbild von Patrick Hünemohr
Patrick Hünemohr

ist Geschäftsführer der GREVEN Medien Gruppe in Köln und verantwortet die Geschäftsbereiche Vertrieb, Marketing und Neue Medien. Seine Karriere führte ihn vom Produktmanager bei einem europaweiten EDV-Unternehmen zur Deutschen Telekom Medien GmbH in Frankfurt, wo er die Verantwortung für die Multimedia Verlagsprodukte übernahm. 2001 wechselte er nach Köln zur GREVEN Medien Gruppe.

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